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Lambion: Investition in die Jugend bringt die besten Zinsen

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Von: Elmar Schulten

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Schlüsselübergabe im neuen Arolser Jugendzentrum am Birkenweg.
Schlüsselübergabe im neuen Arolser Jugendzentrum am Birkenweg. Von links Bürgermeister Marko Lambion, Architekt Arno Puy und Jugendpfleger Friedhelm Schüttler. © Elmar Schulten

Das neue Jugendzentrum am Birkenweg in Bad Arolsen ist nach genau zwei Jahren Bauzeit seiner Bestimmung übergeben worden. Die Baukosten sind gegenüber der ursprünglichen Planung um zehn Prozent auf 2,37 Millionen Euro gestiegen.

Bad Arolsen – Zu den anerkannten förderfähigen Kosten von 2,085 Millionen Euro flossen Bundeszuschüsse aus dem „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“ in Höhe von 1,876 Millionen Euro. Weitere 28.000 Euro gab es als Landeszuschuss für die Dachbegrünung.

Offenbar habe der damalige Bürgermeister Jürgen van der Horst unmittelbar nach Bekanntwerden des Förderprogrammes sein Bauamt angewiesen, alle Routinearbeiten stehen und liegen zu lassen, und sich auf die Erarbeitung der Antragsunterlagen für den Neubau des Jugendzentrums zu konzentrieren, stellte die Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher anerkennend fest.

Bei neuem Förderprogramm schnell zugegriffen

Nur so sei es möglich gewesen, die kurze Antragsfrist einzuhalten. Das Ergebnis könne sich nun sehenlassen. Tatsächlich habe es damals nur zwei Wochen Zeit gegeben, den Förderantrag auf den Weg zu bringen, bestätigte van der Horst, der in seiner neuen Funktion als Landrat an der Eröffnungsfeier im Jugendzentrum „Come In“ teilnahm.

Zwei Männer und eine Frau posieren für ein gemeinsames Selfie.
Ein Selfie im neuen Arolser Jugendzentrum am Birkenweg: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Esther Dilcher zusammen mit Landrat Jürgen van der Horst und Bürgermeister Marko Lambion. © Elmar Schulten

Das Förderprogramm sei genau rechtzeitig gekommen, um die Stadt bei ihrer Aufgabe zu entlasten, das alte, sehr verwinkelte Gebäude zu modernisieren. Alleine die energetische Sanierung wäre wahrscheinlich teurer geworden als der städtische Eigenanteil am jetzigen Neubau. Das neue Gebäude sei barrierefrei, ein Gewinn für das Stadtbild und liege in der Nähe der Innenstadt.

Offenheit und Transparenz als Motto

Architekt Arno Puy verwies auf die gute Dämmung des Gebäudes und auf die CO2-neutrale Heizung über das Nahwärmenetz. Die beteiligten Handwerker hätten beste Qualität abgeliefert. Das neue Jugendzentrum am Birkenweg ist barrierefrei und inklusiv angelegt. Hier sind Jugendliche mit und ohne Behinderung sowie Jugendliche unterschiedlicher Herkunft willkommen.

Dieses pädagogische Grundkonzept ist auch vom Architekturbüro Müntinga und Puy aufgegriffen worden. Die zugrunde liegende Entwurfsidee steht unter dem Motto „Offenheit und Transparenz“, stellte Planer Arno Puy bei der feierlichen Eröffnung fest

Einladung an alle Jugendlichen der Stadt

Im Haus seien die Räume um einen offenen Kern gruppiert, die unterschiedliche Aktionsbereiche miteinander verknüpft. Auch Rückzugsbereiche seien mit eingeplant.

Stadtverordnete beim Fußball-Kicker.
Ein Kickertisch gehört in jedes Jugendzentrum: Erste Spieler waren im Anschluss an die offizielle Eröffnungsfeier die Stadtverordneten Stefan Fütterer (links, SPD), Carlos Vicente (rechts, CDU) und Torsten Reuter (Zweiter von rechts, FWG). © Elmar Schulten

Der einladende Einblick von außen werbe für das Angebot des Jugendzentrums und solle dazu beitragen, Schwellen abzubauen. Dabei sei die Konstruktion so angelegt, dass sie der Raumzuschnitt jederzeit ohne großen veränderbar sei. Zum Jugendzentrum gehört ein moderner Computerraum, in dem auch Videoschnitte möglich sind.

Konfliktbewältigung lernen

Jugendarbeit sei eine kommunale Pflichtaufgabe, stellte Bürgermeister Marko Lambion fest. Das Jugendzentrum sei ein Ort, an dem frühzeitig die Grundzüge der Demokratie erlernt und vermittelt würden.

Durch Mitbestimmung und Mitwirkung könnten die Jugendlichen auch Methoden der Konfliktbewältigung erlernen. Das habe er selber in seiner Jugend im ersten Arolser Jugendzentrum erleben können, das damals noch in der Bahnhofstraße hinter Brankos Pinte untergebracht war, berichtete der Rathauschef.

Neubau soll schnell mit Leben gefüllt werden

Der Neubau von heute sei im Vergleich zu diesem ersten Jugendraum ein wahres Juwel. Die rund 2,37 Millionen Euro, die hier verbaut wurden, seien gut angelegtes Geld. Lambion: „Die Investition in die Jugend bringt die besten Zinsen.“ Die Fassade aus Lärchenholz, die Heizung mit Nahwärme machten das Gebäude nachhaltig, so Lambion.

Der städtische Jugendpfleger Friedhelm Schüttler geriet ins Schwärmen, als er das neue Jugendzentrum mit dem Vorgängerbau verglich. Voll des Lobes äußerte er sich über die Verantwortlichen im Rathaus, die schon früh die Bedeutung einer professionellen Jugendarbeit für die Stadt erkannt und entsprechend gefördert hätten. Es sei nun seine Aufgabe und die seines Teams mit Christine Beine und Irina Keller, das neue Jugendzentrum mit Leben zu erfüllen.

60 bis 80 Besucher am Tag seien das Ziel. Auch die beliebten Ferienfreizeiten würden weiterhin angeboten. Gemeinsam wolle man das neue Haus mit Leben erfüllen und dabei auf schonenden Umbau mit den Einrichtungsgegenständen achten. Den Jugendlichen werde vermittelt, dass auch die nächste Generation vom tollen Angebot profitieren wolle. (Elmar Schulten)

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