Diemelstadt

An Landau zerbricht Freundschaft

- Diemelstadt/Bad Arolsen (-es-). Droht die interkommunale Zusammenarbeit in Nordwaldeck an der Grundschule Landau zu zerbrechen? – Das jedenfalls deutete ein verärgerter Diemelstädter Bürgermeister nach der Lektüre der gestrigen WLZ an.

So verärgert hat man Bürgermeister Rolf Emde seit dem abschlägigen Bescheid in Sachen Outlet-Center nicht mehr erlebt: „Da setzen wir uns alle zwei, drei Wochen in der Bürgermeisterrunde zusammen, reden über einen gemeinsamen Ordnungsbehördenbezirk und bei den wirklich wichtigen Themen werden hinter den Kulissen Fakten geschaffen“, schimpfte Emde gestern mit Blick auf die Pläne zur Verschiebung der Grundschuleinzugsgrenzen. Aus Diemelstädter Sicht gefährden die Bad Arolser Pläne zur Rettung der Grundschule Landau die Zweizügigkeit der Grundschulen in Rhoden und Wrexen. „Von ein oder zwei Schülern hängt manchmal ab, ob wir einen Jahrgang teilen können oder in einer großen Klasse zusammenfassen müssen“, erläutern die ebenfalls aufgebrachten Grundschulleiterinnen Elke Leyhe aus Wrexen und Sigrid Scholtissek aus Rhoden. „Arolsen sieht sich auf einer Insel und vergisst dabei, dass es uns auch gibt und auch die Nachbarn in Wolfhagen sind betroffen“, bringt die Rhoder Schulleiterin ihren Ärger auf den Punkt: „Und das alles, um das Leben der Zwergschule Landau zu erhalten, die auf Dauer sowie nicht zu halten sein wird. – Der Kreis muss sich überlegen, ob das Aufrechterhalten eines Schulgebäudes für 32 Schüler auf Dauer überhaupt zu verantworten ist.“ Verärgert sind die Rhoder und Wrexer auch über das Vorgehen der Arolser Nachbarn: „zu den Ortsbeiratssitzungen in Kohlgrund und Schmillinghausen wurde die Schulleiterin aus Helsen eingeladen, wir aber nicht.“ Die Wrexer Schulleiterin Leyhe verweist auf die über 40 jahre gewachsenen Beziehungen der Kohlgrunder zum Rest des so genannten Roten Landes: „Das Kirchspiel hat eine funktionierende Jugendarbeit. Die Konfirmanden werden gemeinsam unterrichtet. Die Kinder kennen sich seit dem Kindergarten.“ Schon horchen die Rhoder auf, dass künftig auch die Kohlgrunder Kleinkinder in Helsen betreut werden könnten: „Dann wäre in Rhoden eine ganze Gruppe gefährdet.“ Aus Schmillinghausen weiß die Rhoder Schulleiterin, dass viele Eltern nach Rhoden orientiert sind. Es besteht eine Fußballspielgemeinschaft. Man weiß den überschaubaren Schulstandort auch für die Haupt- und Realschüler zu schätzen.Und Bürgermeister Rolf Emde ärgert sich über seinen Amtskollegen: „Der tut so, als wäre das eine rein Arolser Angelegenheit und schafft Fakten, bevor der Kreis handelt. Normal wäre es, wenn der Landkreis seinen Schulentwicklungsplan zur Stellungnahme vorlegen würde und wir uns dann äußern könnten.“ Emde weiter: „Ich bin maßlos enttäuscht, genauso wie meine Stadtverordneten, die ständig bei mir anrufen. Wir reden ständig von interkommunaler Zusammenarbeit und dann werden hinter unserem Rücken die Rosinen herausgepickt. Ich kann verstehen, wenn man sich für seine Stadt einsetzt. Aber nicht so. Der Ton macht die Musik. – Ich werde mich jetzt aus der interkommunalen Zusammenarbeit zurückziehen und weiß, dass ich dabei Rückendeckung aus dem Stadtparlament bekomme.“

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