Enkel gedenken ihres Angehörigen 

Landauer Karl Plutz vor 100 Jahren durch den Krieg aus dem Leben gerissen

Erinnerung mit der Hilfe eines Fotos: Linda Markowski mit einem Foto von ihrem Großvater Karl Plutz, der vor einhundert Jahren in einem Lazarett in Frankreich starb. Fotos/Repro: Armin Haß

 Bad Arolsen-Landau. Im Zinksarg kehrte der 33-jährige Karl Plutz aus dem Ersten Weltkrieg zurück. Für seine 28-jährige Ehefrau und Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter ein Schock, der ihr  Leben überschattete. An den 100. Todestag von Karl Plutz  erinnern die Enkelkinder.

„Es sollte eine Mahnung sein, Kriege haben keinen Sinn“, sagt Karl-Wilhelm Schmidt aus Berndorf und ist sich mit den beiden Cousinen Linda Markowski (Landau) und Elke Plutz (München) einig. Ihr Treffen am Todestag von Karl Plutz an dem hohen Grabstein auf dem Friedhof in Landau hatte einen besonderen Symbolcharakter.

Wie kam die Witwe damit zurecht?

Keiner von ihnen kannte den Opa, eine der Mütter hatte ihn mal gesehen, doch da war sie Kind. Und die Oma? Friedrike Plutz erzählte so gut wie nicht von ihrem im Krieg gestorbenen Mann. Wenn sie einmal darauf angesprochen wurde, begann sie zu weinen, so erinnert sich Schmidt.

So tief saß der Schmerz, dass sie dieses düstere Kapitel ihres Lebens für sich behielt und es wohl versuchte auszublenden. Die folgenden Jahre und Jahrzehnte waren für die junge, auf sich gestellte Witwe hart. Um die 30 Mark Rente bekam sie für die Familie, Kuh und Schwein mussten für Feldarbeit beziehungsweise die Versorgung der Familie reichen. 

Was erinnert an den Verstorbenen?

Als Erinnerung an den verstorbenen Mann gibt es Feldpostkarten mit Ansichten aus den Kriegsgebieten. Adressiert an „Frau Karl Plutz“, der Vorname der Frau wurde seinerzeit nicht verwendet, auch wenn der Brief an sie gerichtet war. So war es damals üblich.

Sohn Karl Plutz jun. war aufgrund seiner Sehbehinderung im Zweiten Weltkrieg nicht als Soldat eingezogen worden, musste aber in einem Kriegsgefangenenlager in Frankreich Dienst tun. Der Bruder Heinrich war nach einem Unfall 1938 nicht mehr wehrtauglich. So sank die Gefahr beträchtlich, das Friederike Plutz auch noch ihre Söhne im Krieg verlor.

Bleibt die Grabstätte erhalten?

Auch viele Jahrzehnte nach dem Tode des Opas halten die Enkel die Erinnerung an Karl Plutz wach. Außer ihm sind auf dem Friedhof vier weitere Gräber für Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg. Linda Markowski pflegt die Grabstätte. Sie und ihre Angehörigen hoffen, dass die letzte Ruhestätte und der Grabstein als Erinnerung an den schrecklichen Krieg für die Zukunft erhalten bleiben.  

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