Stärkere revierübergreifende Jagd gefordret

Landauer Landwirte beklagen zunehmende Schäden durch  Sauen und Waschbären

Landwirt Günter Rudolph (3. von links) hat Jagdpächter, -aufseher und Berufskollegen zu einem Krisengespräch wegen der hohen Schäden durch Wildschweine und Waschbären auf Maisfeldern und Wiesen eingeladen. Foto: Armin Haß

Bad Arolsen-Landau –Eine stärkere Bejagung von Wildschweinen und Waschbären fordern Landwirte in Landau. Die Wildschäden nehmen zu.

Die ersten fünf seiner 30 Hektar Ackerfläche hat Günter Rudolph aus Landau für die Wildschweine mit Mais eingesät. Vermutlich haben sich auch Waschbären an der Saat gütlich getan. Beide sollten nach gemeinsamer Auffassung von Jagdpächter und Jagdaufsehern stärker bejagt werden.

Platzpatronen bringen kaum was

Pro Hektar schlägt die erneute Einsaat mit 150 Euro zu Buche, Saatgut und Lohnkosten inklusive. Entlang seines Feldes in Vahlhausen am Waldgebiet Wetterholz wurden sogar Zäune gezogen, die bei Berührung mit Wildsauen Platzpatronen zum Knallen bringen und damit Sauen verjagen sollen.

Wildschäden im Wattertal bei Landau. Foto: Doreen Rudolph

Doch viel helfen solche Anlagen auch nicht, und das Beizen von Mais zum Vergrämen von Wildtieren ist auch schwieriger geworden, seit nach den Worten des Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Landau, Werner Schäfer, das dafür bisher genutzte Mesurol nicht mehr genutzt werden darf.

Das soll Wild vertreiben

Eine Reihe von chemischen Mitteln gegen Vogel- und Sauenfraß wird als Alternative angeboten. Ein Landwirt im benachbarten Neu-Berich probiert nun scharfes Chili-Pulver aus. Zusammen mit Lavendel soll das den Wildtieren die Mahlzeit auf den Feldern verderben. Andere schwören auf den Zusatz von Weizenbier.

Elektrozäune helfen nach Beobachtung der Landwirte auch nicht gegen die Wildsauen. Sie sind schlau genug, um diese Hindernisse ohne stromschläge zu überwinden.

Jagd als Mittel

Das Einzige was wirklich helfe, sei ein intensives Bejagen der Sauen, für die die Schonzeit aufgehoben wurde, um eine Ausbreitung der vor den Grenzen von Deutschland erkannten Afrikanischen Schweinepest einzudämmen.

Aber auch Waschbären ziehen nach den Beobachtungen der Landwirte in Trupps über die Felder, um den frisch gelegten Mais zu vertilgen. Für diese Tiere gilt jedoch eine temporäre Schonzeit. „Wir sind nur noch Schadensbewältiger“, berichtet Jagdpächter Udo Heise aus Velbert, der zusammen mit seiner Ehefrau schon Rotten von 50 Tieren gesehen hat.

Stammtisch geplant

Die Jagd auf die Schwarzkittel ist so leicht nicht. Klare, mondhelle Nächte und windarme Phasen seien eher selten. Zudem fordert er zusammen mit den Landwirten revierübergreifende Drückjagden, dafür müssten sich auch die Waldbesitzer  einsetzen. Es dürften nicht nur die Verbissschäden durch Rehe im Wald im Vordergrund stehen, sagt Günter Rudolph, der mit Tochter Doreen die Landwirtschaft in Vahlhausen betreibt. „Was nützt es, wenn die Wildttiere dann in die Feldgemarkung ziehen und dort Schaden anrichten?“

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