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Lob und Wehmut zum Abschied des Bad Arolser Bürgermeisters Jürgen van der Horst

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Von: Armin Haß

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Bürgermeister Jürgen van der Horst (2. von links mit Ehefrau Sabine) kurz vor dem Amtsantritt als Landrat. Von der Nordwaldeckrunde verabschiedeten ihn Bürgermeister Hartmut Linnekugel (links) und Stefan Dittmann (rechts. Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion hielt im Namen des Parlamentes eine Laudatio.
Bürgermeister Jürgen van der Horst (2. von links mit Ehefrau Sabine) kurz vor dem Amtsantritt als Landrat. Von der Nordwaldeckrunde verabschiedeten ihn Bürgermeister Hartmut Linnekugel (links) und Stefan Dittmann (rechts. Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion hielt im Namen des Parlamentes eine Laudatio. © Armin Haß

Viel Lob und Wehmut schwangen in den Reden mit. Nach mehr als 13 Jahren ist Bürgermeister Jürgen van der Horst zum Abschluss der Stadtverordnetensitzung verabschiedet worden, ab 1. Januar ist er Landrat.

Arolsen-Mengeringhausen – Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion (CDU) hatte van der Horst schon bei der Amtseinführung im Mai 2008 vereidigt und auch nach den Wahlen 2013 und 2019. Der Bürgermeister habe die in seiner ersten Antrittsrede hervorgehobenen Eigenschaften Mut und Entschlossenheit selbst vorbildlich verkörpert, resümierte Lambion in der Stadthalle Mengeringhausen.

Konsolidierung des Etats

In seinen Amtszeiten sei die Konsolidierung des Haushaltes gelungen. Wenn auch nach sieben Jahren wieder ein Defizit auftrete, so seien doch die Aussichten dank des guten Finanzpolsters und der Bemühungen unter dem Schutzschirm des Landes gut. Lambion hob die betriebswirtschaftliche Ausrichtung der städtischen Unternehmen im Konzern Stadt, die gute Entwicklung des Bioenergieparks, die Herstellung eines steuerlichen Querverbundes zwischen dem Freizeitbad Arobella und der Energie Waldeck-Frankenberg hervor.

Die Interkommunale Zusammenarbeit in Nordwaldeck sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe. „Gemeinsam ist man oft stärker“, sagte Lambion und verwies auf die neu gegründeten Kommunalen Betriebe Nordwaldeck.

Bürger mitgenommen

Bei allen Prozessen zur Verbesserung der Finanzen seien die Bürger mitgenommen, ihre Ängste und Sorgen ernst genommen worden. Die Verwaltung sei reformiert und mit modernen Strukturen kundenorientiert ausgerichtet worden.

Bei der vom Land angeordneten Aufnahme von Flüchtlingen habe sich van der Horst als standhafter Krisenmanager erwiesen. Und in der Corona-Pandemie habe er sich für die Impfaktionen für ältere Menschen Anfang des Jahres und die Einrichtung des Mini-Impfzentrums im Herbst starkgemacht.

„Wie der Weihnachtsmann“

„Ich fühle mich wie der Weihnachtsmann, der in seinem Buch nur einen Namen sieht“, sagte Lambion schmunzelnd. Lauter Eigenschaften, die einen guten Landrat ausmachten, seien da aufgeführt. Das Vertrauen für sein neues Amt habe er durch die Wähler bekommen.

Van der Horst rief er zu, was er ihm zur ersten Amtseinführung riet: „Du musst Dir immer treu bleiben.“ Mit einem Fahrrad-Trikot, das von Sehenswürdigkeiten der Großgemeinde geziert wird, wünschte Lambion dem künftigen Landrat „gute Fahrt“.

Impulse gesetzt

Die letzte Stadtverordnetensitzung dieses Jahres stand im Zeichen des Abschieds von Bürgermeister Jürgen van der Horst. Und die anerkennenden und lobenden Worte durchsetzten die Etatreden der Fraktionsvorsitzenden.

Für die Bürgermeisterrunde Waldeck-Frankenbergs im Hessischen Städte- und Gemeindebund sowie die Nordwaldeck-Runde der Bürgermeister aus Volkmarsen, Twistetal und Diemelstadt ergriff Stefan Dittmann aus Twistetal das Wort. Neben seinem Engagement als Bürgermeister von Bad Arolsen habe er auf Kreisebene und in Nordwaldeck viele Anstöße bei wichtigen Themen gegeben und mit dem Landkreis abgestimmt.

Partner in den Kommunen

Er sei zuversichtlich, dass der enge Kontakt zu den Bürgermeistern bestehen bleibe und van der Horst ein bürgernaher Landrat sei. Der Nordwaldeck-Verbund habe Kooperationen wie den Kindergarten-Zweckverband oder die Kommunalen Betriebe entwickelt. Geblieben seien aber auch eigene kommunale Konstellationen, die man auch zugestehen müsse.

„Danke für eine tolle Zeit!“, erwiderte Bürgermeister van der Horst die Reden. Das Geschaffene sei eine Team-Leistung gewesen. Eine Stadt stehe nie still, daher seien neue Lösungen und Konzepte wichtig. Er gehe in der Gewissheit, dass sich die Stadt gut weiter entwickele. Dabei sei die Gemeinsamkeit, die die Arolser Verhältnisse ausmache, auch nach der Wahl des neuen Bürgermeisters beziehungsweise einer Bürgermeisterin wichtig.

Gut gewappnet

Nach den Magistratsberatungen sei er gut gewappnet gewesen, wenn Entscheidungen zu treffen gewesen seien. Schließlich seien gute und nicht immer populäre Entscheidungen durch die Stadtverordnetenversammlung getroffen worden.

Viel Förderprogramme hätten die Entwicklung unterstützt. Gemeinsam mit den kommunalen Gremien, den Ortsbeiräten und Ortsvorstehern sei viel bewegt worden.

Gute Mannschaft

Er wäre aber „nie Bürgermeister“ geworden, wenn „nicht eine gute Mannschaft im Rathaus auf mich gewartet hätte“, die ihn immer begleitet habe. Sie könne stolz auf das Erreichte sein.

Van der Horst dankte seinem ebenfalls anwesenden Amtsvorgänger Gerhard Schaller für die Bildung der Nordwaldeck-Kooperation. Kirchturmdenken und Eifersüchteleien seien in Nordwaldeck überwunden worden. Besonders würdigte van der Horst das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr, das über Brandschutz, Hilfeleistung und Lebensrettung hinaus reicht. (Armin Haß )

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