Aktuelle Ausschreibung von Volkswagen

Logistikfläche soll erweitert werden

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So leer waren die Logistikhallen, als am ersten Tag der Befüllung die Gabelstapler rollten. Bis heute ist die Halle erst zur Hälfte ausgelastet. Volkswagen lässt den Betrieb langsam hochfahren. Das ist ein Grund für die geringe Mitarbeiterzahl.

Volkmarsen - Die Ansiedlung des VW-Logistikzentrums am Stadtrand von Volkmarsen ist gelungen, weil hier ein Gleisanschluss machbar war und weil das vorhandene Baurecht ein Industriegebiet vorsah. Nun will die Stadt die Weichen für eine Erweiterung des Gewerbestandorts stellen.

Mehr als 300 interessierte Bürger nutzten am Montagabend in der Nordhessenhalle die Gelegenheit, sich über alle Details der Planung zu informieren. Bei der Großveranstaltung ging es sowohl um die Ausweitung des Gewerbe- und Industriegebietes als auch um den geplanten Bau einer Umgehungsstraße zur Entlastung der Innenstadt vom Schwerverkehr.

50000 Quadratmeter groß sind die Hallen, die die Rudolph Logistik-Gruppe seit einem halben Jahr im Auftrag von Volkswagen als Umschlagstation für Original-Ersatzteile nutzt.

Gleich nebenan soll nun auf einer 250000 Quadratmeter großen Ackerfläche das Baurecht für weitere Logistikunternehmen geschaffen werden. Ein Fünftel der Fläche ist allein für Entwässerungseinrichtungen und zum naturschutzrechtlichen Ausgleich der Baumaßnahmen reserviert. Unterm Strich bleibt dennoch genug Platz für ein riesiges Sonderbaugebiet Logistik.

Hintergrund für die vom Magistrat forcierten Planungen ist eine Ausschreibung der Volkswagen-AG zum Bau und Betrieb eines weiteren Logistikzentrums. Ob dabei Volkmarsen und die Rudolph-Logistik-Gruppe am Ende den Zuschlag erhalten, ist völlig offen.

Fest steht aber, dass ohne Baurecht gar nichts passiert. Fest steht auch, dass fertig erschlossene Logistikflächen mit Gleisanschluss in Nordhessen rar sind und gewiss nicht lange brach liegen. Es gibt genügend Interessenten in der boomenden Logistikbranche für Flächen mitten in Deutschland.

So ist das von Magistrat und Stadtparlament angeschobene Planungsverfahren Teil einer durchdachten Bodenvorratspolitik, die langfristig den Wirtschaftsstandort Volkmarsen und Nordwaldeck sichern und stärken soll. Das sieht auch die Kreisspitze so, wie am Montagabend der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf (Die Grünen/Bündnis 90) im Rahmen der „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach Paragraph 3,1 Baugesetzbuch“ mehrfach bekannte.

Auch Landrat Dr. Reinhard Kubat hatte sich vor Jahresfrist entsprechend positioniert und mit seinem Vorstoß für die Nord-West-Umfahrung von Volkmarsen erst freigemacht. Seine Ankündigung war seinerzeit Voraussetzung für den Verzicht der Bürgerinitiative auf eine Klage gegen die Logistikpläne.

Nun stehen also formal Änderungen der Bauleitplanung an: Allein für die neue Logistikfläche wurde eine Abweichung vom Regionalplan beantragt. Außerdem müssen der Flächennutzungsplan geändert und ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Konkret geplant ist hier ein Sonderbaugebiet Logistik mit angrenzenden Gewerbeflächen für Zulieferbetriebe.

Erschließungsstraßen müssen gebaut werden, außerdem eine Brücke über die Bahnstrecke, ein Regenüberlaufbecken und der Anschluss an den ebenfalls geplanten Kreisverkehr an der Arolser Straße. Die Details erläuterte am Montagabend der von der Stadt beauftragte Planer Detlef Schmidt aus Grebenstein. (es)

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