Verfahren läuft immer noch beim Landgericht

 Mängel in der Bahnhofstraße: Wann  wird endlich Recht gesprochen? 

Frisch aus dem Asphaltkocher in Handarbeit verarbeitet: Der Asphalt vor dem Kirchenportal wurde am 12. Juli 2007 aufgebracht. Durch Abschleifen sollte aus dem schwarzen Asphalt die roten Farbpigmente hervortreten wie sie auch in den Fahrbahnen hervorschimmern. Das hat jedoch nicht funktioniert. Das Metallband symbolisiert den vom Planer erdachten goldenen Schnitt der Ästhetik. Foto: Schulten

 Bad Arolsen. In dem seit Jahren andauernden Rechtsstreit über Nachbesserungen an der Fahrbahndecke der Schloss- und Bahnhofstraße ist noch immer kein Urteil gesprochen. Dort wurden die immer größer gewordenen Risse nur notdürftig geflickt.

Das Verfahren ist noch immer beim Landgericht in Kassel anhängig, wie die WLZ auf Nachfrage von Bürgermeister Jürgen van der Horst erfuhr. Immerhin: Die Verjährung ist unterbrochen und das vor zwei Jahren abgeschlossene Beweissicherungsverfahren hat die Position der Stadt bestätigt.

Was ist schief gelaufen?

Der rote Asphalt in der Schloss- und Bahnhofstraße und das rötlich schimmernde Kirchenportal mit der eingearbeiteten Metallschnecke, die den „goldenen Schnitt“ darstellt, waren 2007 als Krönung der Stadtsanierung gedacht.

Doch irgendwie ist damals eine Menge schief gelaufen. Erst verformten sich die Metallbänder durch den heißen Gussasphalt. Deshalb musste das Metall bei einem zweiten Versuch gegen Hitze isoliert werden. 

Das fordert die Stadt

Dann bildeten sich schon sehr schnell nach der Fertigstellung feine Haarrisse im Asphalt quer zur Fahrtrichtung. Diese Querschläge wurden lang und länger. Sie verkürzen den Lebensdauer der Fahrbahn, wenn sich im Winter Tauwasser in den Rinnen sammelt und dann wieder gefriert. Das Eis dehnt sich aus und vergrößert die Risse.

Diese vorzeitigen Alterungsprozesse will die Stadt ebenso ersetzt haben wie die Schäden durch Aufbrüche der Fahrbahndecke im Bereich des Kirchplatzes und die nicht erfolgte Rotfärbung der Flächen am Kirchenportal.

Dort läuft das Verfahren?

Der Magistrat hat die städtischen Ansprüche rechtzeitig juristisch korrekt angemeldet. Das zuständige Gericht setzte ein Beweissicherungsverfahren in Kraft. Doch in der Zwischenzeit ist die beteiligte Baufirma aus anderen Gründen in Konkurs geraten. Der Magistrat hat aber seine Ansprüche gleichzeitig gegen das beteiligte Planungsbüro geltend gemacht, das mit der Baufirma gesamtschuldnerisch haftet. Somit bleibt der Stadt also noch ein versicherter Anspruchsgegner erhalten.

Das Verfahren ist beim Landgericht in Kassel anhängig. Der Magistrat drängt jetzt nach mehreren Schlichtungsversuchen auf ein Urteil.

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