Bad Arolsen

Margot Käßmann gibt Denkanstöße für den Alltag

- Bad Arolsen (-es-). Die frühere Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann füllt Säle, wo immer sie auftritt. Am Rande des Bad Arolser Kram- und Viehmarktes sprach die Pfarrerin und Buchautorin erstmals in einer Reithalle, besetzt mit 650 zahlenden Gästen.

Spätestens seit dem für sie schmerzlichen, aber konsequenten Amtsverzicht und ihrem ehrlichen Schuldeingeständnis für ein Verkehrsvergehen gilt sie als moralische Instanz und Vorbild für Bürger und Politiker in Deutschland. Die Soroptimistinnen vom Club Korbach hatten Margot Käßmann eingeladen, aus ihrem Buch zu lesen. Den Rahmen bildete ein Frühstück für Frauen und Männer der Region, die bereit waren, für einen guten Zweck und die Begegnung mit einer beeindruckenden Persönlichkeit Eintritt zu zahlen. Der Andrang war so riesig, dass quasi keine Karten in den freien Verkauf gingen. „Es entwickelte sich fast ein Schwarzmarkt für die Tickets“, scherzte Bürgermeister Jürgen van der Horst in seinem Grußwort und lobte Renate Thuma, Präsidentin der Soroptimistinnen, für ihre gute Hand bei der Auswahl der Rednerin.

Die Soroptimistinnen gehören zu einem weltweiten Netzwerk von Frauen aus unterschiedlichen Berufen, die sich in ihrer ehrenamtlichen Arbeit für Gleichberechtigung in allen Ländern und Ebenen der Gesellschaft einsetzen. Sie kämpfen unter anderem für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und setzen sich ein für flexible Arbeitszeiten und die Bekämpfung von sexualisierter­ Gewalt. Für soziale Projekte mit dieser Zielrichtung ist auch der Erlös des Vortrags am Viehmarktssamstag bestimmt. Dass die viel gefragte Margot Käßmann überhaupt Zeit hatte, in die nordwaldeckische Provinz zu kommen, ist gleich mehreren hilfreichen Begebenheiten zu verdanken: Zum einen ist Familie Käßmann seit vielen Jahren mit dem Pfarrer-Ehepaar Hoos-Vermeil befreundet. Ariane Vermeil ist Dekanin im Kirchenkreis der Twiste. Man hat gemeinsam studiert und gegenseitig die Patenschaft über die Kinder übernommen. Zum anderen kennt Margot Käßmann die Gegend sehr gut, von 1983 bis 1985 war sie Vikarin in Wolfhagen. Schließlich traf es sich hervorragend, dass die älteste Schwester von Margot Käßmann am Freitag in Wolfhagen ihren 60. Geburtstag feierte. So war der Samstagmorgen wie geschaffen für eine Lesung aus ihrem neusten Buch mit dem Titel „Sehnsucht nach Leben“.

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