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Marmorrelief bereichert das Rauch-Museum

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Von: Elmar Schulten

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Drei  Frauen und ein Mann blicken fasziniert auf eine  Marmorbüste. Der Mann hat die Taschenlampe seine Handys eingeschaltet, um den Effekt des transparenten Marmors sichtbar zu machen.
Sie begutachten die transparente Neuerwerbung aus Carraramarmor, die von Rauch gefertigte Relieftafel mit dem Bildnis der Kronprinzessin Elisabeth von Preußen: Von links Dr. Martin Hoernes von der Ernst-von- Siemens-Kunststiftung, Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, Eva Claudia Scholtz von der Hessischen Kulturstiftung und Dr. Stefanie Tasch von der Kulturstiftung der Länder. © Elmar Schulten

Als „eine Art Abschiedsgeschenk“ für die langjährige Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel hat Dr. Stefanie Tasch von der Kulturstiftung der Länder die jüngste Neuerwerbung des Museums bezeichnet, die gestern bei einer Festveranstaltung im Christian-Daniel-Rauch-Museum der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bad Arolsen - Es handelt sich um das Relief der „Kronprinzessin Elisabeth von Preußen“, eine herausragende Arbeit aus der Hand Christian Daniel Rauchs. In Carraramarmor ausgeführt und auf einem historischen Sockel mit drehbarer Mechanik befestigt, ergibt sich eine Gesamthöhe der Relieftafel von 52,4 Zentimetern. Die Marmorarbeit, deren Entstehungszeit auf die Jahre 1834 bis 1837 datiert wird, befand sich in privatem Besitz.

Als das Werk im Kunsthandel angeboten wurde, kam die Information schnell nach Arolsen. Mit Hilfe von drei Kunststiftungen konnte die Neuanschaffung finanziert werden, sodass die Stadt Bad Arolsen quasi nur noch den passenden Sockel zur Verfügung stellen musste.

Wertvolle Ergänzung des Museums

Die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Hessische Kulturstiftung und die die Kunststiftung der Länder haben in der Vergangenheit schon drei wertvolle Neuanschaffungen für das Arolser Museum finanziert und wollen dies auch weiter von Fall zu Fall prüfen, wie die Vertreter der Stiftungen gestern andeuteten. Das Arolser Rauch-Museum sei der geeignete Ort, die Werke des klassizistischen Bildhauers Christian Daniel Rauch und seiner Zeitgenossen in ihrer gesamten Breite auszustellen.

Bürgermeister Marko Lambion dankte für die über Jahre währende zuverlässige Unterstützung und stellte fest: „Das ist eine wertvolle Ergänzung im 20. Jahr des Bestehens des Museums. Wir sind uns bewusst, dass solche ein kunsthistorisches Kleinod keine Selbstverständlichkeit für eine Kleinstadt ist.“

Provenienz bis zu Rauch nachverfolgbar

Der klassizistische Bildhauer Christian Daniel Rauch (Arolsen 1777 - Dresden 1857) gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler seiner Zeit. In seinem Tagebuch vom 2. Dezember 1835 notierte Rauch die Fertigstellung des Gipsmodells zum Relief der Kronprinzessin Elisabeth von Preußen, das sich bereits im Christian Daniel Rauch-Museum Bad Arolsen befindet.

Nach Friedrich Eggers, Kunsthistoriker und Rauchs erstem vertrauenswürdigen Biografen, der den Künstler selbst noch kannte, war das nach einem Gipsmodell ausgeführte Reliefbildnis für die Fürstin Liegnitz bestimmt und in deren Palais untergebracht. Sie war die zweite Gemahlin König Friedrich Wilhelms III. und eng mit der Kronprinzessin befreundet.

Kunstwerk von hoher Qualität

Das Relief stand vermutlich zunächst in den Privaträumen des Königspaares und gelangte nach dem Tod des Königs in das für die Witwe erbaute kleine Palais am Rande des Parks von Sanssouci in Potsdam. In den Besitz der Hofzahnärzte Hesse könnte das Werk nach dem Tod der Fürstin Liegnitz gelangt sein.

Marmororiginale dieser Qualität und des vorliegenden Erhaltungszustandes seien im Handel selten zu finden, heißt es in einem Gutachten zur Relieftafel. Als bayerische Prinzessin und Ehefrau des preußischen Königs sei die dargestellte Person von herausragendem historischen Interesse. (Elmar Schulten)

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