Nach eineinhalb Jahren werden Kunstwerke von Venske und Spänle abgebaut

Marmorskulptur von Bad Arolsen nach Valencia

Bad Arolsen - Sie sehen aus wie 
eingeschnürte Weißwürstchen und haben seit dem vorvergangenen März 
für Gesprächsstoff in der 
Region gesorgt. Gestern wurden die Marmorskulpturen vor dem Marstall-Museum abgebaut.

Das Bildhauer-Duo Julia Venske und Gregor Spänle hat die biomorphen, 
also Lebewesen ähnelnden Arbeiten als spektakulärste Stücke ihrer Werkschau im Christian-Daniel-Rauch-Museum vor dem Marstall mithilfe eines Kranwagens platzieren lassen: Mit acht Tonnen stellt die größere der beiden Skulpturen besondere Anforderungen an die Logistik. Gestern dauerte es eine gute Stunde, bis die Skulptur mit einem Kran zentimetergenau auf den Sattelzug gehievt und ordnungsgemäß vertäut war, um nicht bei einem Bremsmanöver auf der Autobahn zum lebensgefährli-
chen Geschoss für nachfolgende 
Verkehrsteilnehmer zu werden. Mit der nötigen Erfahrung, passender Ausrüstung, einigen 
 Blicken auf die Fotos vom Antransport und ein paar lockeren Sprüchen brachten die Mitarbeiter der Spedition das Kunststück auf die Ladefläche, wo es von einem weiteren, mit dem Transport von Kunstwerken spezialisierten Duo weiter fixiert wurde. Die zweite Skulptur, die ebenfalls ein paar Tonnen wiegt, war dann etwas weniger aufwändig auf den Lastzug zu hieven. Deshalb waren die Schaulustigen vor dem Marstall denn nach dem Manöver mit dem Kran auch schnell wieder in dem nieseligen Novembermorgen verschwunden. Die tonnenschweren Kunstwerke aus italienischem Marmor hätten bereits unmittelbar nach der vom Museumsverein und dem Museum der Stadt veranstalteten Ausstellung Ende vorigen Jahres abtransportiert werden sollen. Doch die Kunstschau in Karlsruhe, zu der die Bildhauerarbeiten hätten transportiert werden müssen, währte nur wenige Tage. Daher wurde entschieden, die von den Künstlern als Smörfs bezeichneten Marmorwesen weiterhin in Bad Arolsen stehen zu lassen. Vor dem Marstall lieferten die Arbeiten weiterhin Stoff zur kontroversen Diskussion über Kunst. Mancher tat die Arbeiten als „Quatsch“ ab. Doch derartige Kommentare schrecken die Künstler nicht. „Ich liebe heftige Reaktionen“, so Julia Venske gegenüber der WLZ aus Anlass der Ausstellungseröffnung. Die glatt polierten Marmorskulpturen haben Wind und Wetter gut überstanden und weder Moos noch in größerem Ausmaße Schmutz angesetzt. Für zusätzliche Politur sorgten freilich auch die kletterfreudigen Jugendlichen und Kinder, die sich die knapp drei Meter hohe Skulptur hochgearbeitet haben. Der Smörf nahm‘s hin, ohne dabei in gefährliches 
Wanken zu geraten. Was nun aus den Fundamenten wird, ob sie vielleicht entgegen den ersten Überlegungen bleiben und Platz bieten sollen für weitere, wechselnde Kunstwerke, steht noch dahin.Der Smörf und sein kleiner „Bruder“ werden übrigens nach Süddeutschland chauffiert und dort zwischengelagert, bis dann beide über die Alpen und die Pyrenäen südwärts gen Valencia gefahren werden, wo sie bei einer Kunstausstellung von Venske und Spänle wohl wieder 
Aufsehen erregen werden. (ah)

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