Bienenweiden, Lehrpfad, Biotope und Gärten

Massenhausen blüht auf

Karl Brühne, Massenhausen
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Hausbesetzung: Das Massenhäuser Urgestein Karl Brühne hat die große Insektenhilfe bei Museum und Wanderrast gebau t.  

Massenhausen tut etwas für Insekten. Das Umweltbewusstsein sei in den vergangenen zwei Jahren gewachsen, sagt Karl Brühne. 

Massenhausen –Ein Museumsgarten mit Trachtpflanzen, Stauden und Obstbäumen, eine Streuobstwiese auf der einen und eine artenreiche Vogelschutzhecke auf der anderen Seite des Ortes, Vogelkästen, Futterhäuser, Blumenbeete, Küchengärten, Waldkindergarten, Bienenlehrpfad: Massenhausen tut etwas für Insekten und Umweltbildung. Es gebe immer Verbesserungsmöglichkeiten, denn es gebe auch immer noch Gleichgültige, doch: „Wir haben in Massenhausen die Wende geschafft, das Umweltbewusstsein im Ort ist gewachsen“, ist Karl Brühne überzeugt.

Er stand 20 Jahre lang dem Ortsbeirat vor, ist Initiator des Spielzeugmuseums, in vielen Vereinen aktiv und setzt sich unter anderem zusammen mit dem Vorsitzenden des Imkervereins, Friedrich Althoff, schon seit langem für mehr Artenschutz im Ort ein. Einen Schub habe es vor zwei Jahren gegeben, erklärt Althoff. 

"Klar, was auf dem Spiel steht"

Da hatte Karl Brühne die Idee, Massenhausen zum insekten- und naturfreundlichen Dorf zu machen, und der Ort nahm mit 80 Leuten am Viehmarktumzug in Bad Arolsen teil – die Jugend war in Schwarz gekleidet und trug einen Sarg mit der Aufschrift „Insektensterben“. 

Die Massenhäuser trugen Sonnenblumen und verteilten Blumensamen. „Das hat was gebracht“, sagt Friedrich Althoff. Es sei vielen klar geworden, was auf dem Spiel stehe. „Dafür, das Kleinklima gesund zu erhalten, kann ja jeder ohne viel Aufwand seinen Beitrag leisten“, sagt Karl Brühne.

Bienenschau: Der Massenhäuser Imker Friedrich Althoff stellt von Frühjahr bis Herbst einen Schaukasten nahe des Museums auf.

Neben dem Spielzeugmuseum gibt es eine überdachte „Wanderrast“ mit Werkzeugausstellung, Puppenstuben, Spielen – und mit Blick auf eine Nisthilfe, die Karl Brühne gebaut hat. Gegenüber hat Friedrich Althoff einen Schaukasten aufgestellt, wo sich den Sommer über Bienenkönigin und Bienen beobachten lassen. 

Rund ums Museum mit gutem Beispiel vorangehen, „so dass die Besucher und Wanderer zufällig sehen, was man alles für Insekten tun kann“ – das ist der Weg der Massenhäuser. Von dort aus soll die Botschaft weitergetragen werden.

Bienenlehrpfad

Nach und nach legen die Naturfreunde einen Bienenlehrpfad an; Tafeln vermitteln Informationen. Bislang führt der Weg bis zur Streuobstwiese von Friedrich Althoff und zum Wildbiotop von Karl Brühne, der zwei Morgen mit Teich und Bäumen aus der Nutzung genommen hat. Auf der Streuobstwiese von Althoff wachsen 78 Obstbäume. Gedüngt wird nicht, Schafe übernehmen die Pflege. 

Einen toten Baum überlässt er an einer Ecke sich selbst, Holz und Natursteine bieten Igeln, Echsen und Käfern Schutz. Auch ein Blühbeet hat er angelegt – mit der gleichen Mischung, die sie im Ort verteilt haben. Althoff plädiert für einjährige Mischungen. „Die Reste mäht man erst im Frühjahr ab, lockert auf und sät neu aus, bequemer geht’s nicht.“

Lieblingsplatz: Andreas Karl Böttcher (mit Katze Lizzy), hat ein Grundstück gepachtet, um seine Ideen und Naturschutz zu verwirklichen.

Zu den beiden gestoßen ist etwa Andreas Karl Böttcher, dem als Zugezogener die gärtnerischen Aktionen besonders auffielen. Er hat am Ortsrand ein Grundstück gepachtet, auf dem er Obstbäume pflanzen wird, und verwirklicht seine Ideen auch im gemeinsamen Garten mit seiner Lebensgefährtin Marion Schüttler. 

„Up-Cycling“ ist ein Thema: So hat er in abgetragene Schuhe etwa Blumen gesetzt und in ein altes Bett ein Kürbispärchen auf Stroh gebettet – zur Freude von Wanderern inklusive Selfie-Sitz.

Dorfflohmarkt

Am 18. Oktober lädt der Ort von 10 bis 17 Uhr zum Dorfflohmarkt in den alten Ortskern ein. Dann kann sich jeder selbst ein Bild machen von den Bemühungen um mehr Insektenfreundlichkeit im Ort. Fotostrecke

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