Vorschläge des Landes in der Diskussion · Flottes Vorgehen bei Photovoltaikanlagen

Mehr Flächen für Windkraftanlagen?

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Die Windkraftanlagen bei Gembeck sind für ein Repowering vorgesehen.

Twistetal - Die Gemeindevertretung nimmt den Beschluss der Landesregierung zur Ausweisung weiterer Windkraftflächen zur Kenntnis, der vom geltenden Flächennutzungsplan erheblich abweicht.

In der vor zehn Jahren beschlossenen Bauleitplanung sind lediglich Flächen bei Nieder-Waroldern und Gembeck vorgesehen. Das Land will aber den Anteil der Windenergie um zwei Prozent steigern und nimmt daher in der Landesentwicklungsplanung weitere Suchgebiete ins Visier: Nördlich von Gembeck und nördlich von Twiste in Richtung Stadtwald Mengeringhausen liegen die für eine nähere Untersuchung ausgewählten Flächen, für die die Windstärke eine wichtige Grundlage darstellt.

Allerdings hat die Regionalplanung Bedenken gegen den Suchraum bei Gembeck, das Areal zwischen Twiste und Mengeringhausen könnte dagegen geeignet sein. Die Anhörung der Träger öffentlicher Belange läuft noch.

Bürgermeister Günther Hartmann wies darauf hin, dass der 2002 in Kraft getretene Flächennutzungsplan für Twistetal noch gültig sei. Inzwischen erlaube aber die Gesetzgebung den Bau von Windkraftanlagen im Wald, was zuvor nicht erlaubt war. Stefan Dittmann (FDP) forderte, die Bürger frühzeitig zu beteiligen. Die Einwohner in Nieder-Waroldern und Elleringhausen, wo bereits Windmühlen stehen, fühlten sich überrumpelt.

Überrumpelt sehen sich auch die Mitglieder des Gemeindevorstandes: Über deren Köpfe hinweg und ohne einen entsprechenden Beschluss der Gemeindevertretung hat ein Unternehmen nach ihrer Bauvoranfrage für eine Photovoltaikanlage an der Bahnlinie bei Berndorf gleich eigenmächtig die Träger öffentlicher Belange um ihre Stellungnahmen gebeten, um die Investition voranzubringen. Dies berichtete der Rathauschef auf Anfrage von Christoph Dietzel (CDU). „So kann das nicht gehen“, sagte Hartmann.

Der Gemeindevorstand habe das Unternehmen per Brief gebeten, einen Planer für das Vorhaben zu benennen und die Planungskosten zu übernehmen.

„Wir haben dem Investor gesagt, dass ohne einen Beschluss der Gemeindegremien nichts läuft“, betonte der Bürgermeister.

Dabei gebe es einen gravierenden Einwand gegen den Bau einer solchen Anlage an der Bahnlinie: Dieses Areal sei für eine mögliche Linie der Ortsumgehung Berndorf vorgesehen, erklärte der Rathauschef. (ah)

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