Mehr als 600 bei der Informationsveranstaltung ins Bad Arolser Bürgerhaus

Besorgt, aber zur Hilfe bereit

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Die Fragemöglichkeit wurde bei der Informationsveranstaltung im Bürgerhaus zum Thema Flüchtlingszustrom dankbar angenommen. Vorne am Mikrofon: Frank Bumke.  

Bad Arolsen. Ausgesprochen sachlich verlief die Informationsveranstaltung im Bürgerhaus zum anhaltenden Flüchtlngszustrom in Waldeck-Frankenberg und zur Einrichtung einer Erstaufnahme-Einrichtung am Rande der Mengeringhäuser Altstadt.

 Die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen in Gießen sei in diesen Tagen völlig überfordert, erklärte Bürgermeister Jürgen van der Horst.  Es herrsche das Chaos. In Waldeck-Frankenberg sei es gelungen, das Chaos in geordnete Bahnen zu lenken, war sich van der Horst mit Landrat Dr. Reinhard Kubat einig.

Aber auch im Waldecker Land gerate man an die Grenzen des Machbaren. Aus Sicht des Magistrates und der Kreisspitze und auch aus Sicht des Regierungspräsidiums sei die Situation in Mengeringhausen auf Dauer nicht zumutbar.  Bei der anschließenden Fragerunde ging es darum, ob die in Mengeringhausen untergebrachten Flüchtlinge medizinisch untersucht seien, ob es eine Trennung nach Ethnien gebe und ob Minderheiten besonders geschützt würden. Antwort: Bisher führe das Chaos in Gießen dazu, dass auch nicht medizinisch untersuchte Flüchtlinge nach Mengeringhausen kämen. Das werde sich aber noch im Laufe der Woche ändern. Konfliktpotential sei aufgrund der Zusammensetzung der Flüchtlinge nicht erkennbar. Außerdem sorgten positive Rahmenbedingungen wie TV-Großbildleinwand, Kindergarten und gutes Essen aus dem Berufsbildungswerk dafür, dass sich während des nur kurzen Aufenthaltes in Mengeringhausen kein Frust aufstaue. 

 Breiten Raum nahm auch die Frage nach möglichen Hilfen durch die Bevölkerung ein. Einen sehr guten Anfang hätten CRS-Schüler mit Sprachkenntnissen in Arabisch und Kurdisch bei der Gestaltung von Hinweisschildern gemacht. Für die Erstaufnahme würden außerdem immer wieder auch Kleider gebraucht, ausdrücklich keine große Größen. Hilfsangebote gesammelt Zur Betreuung der langfristig zugewiesenen Neubürger aus den Bürgerkriegsgebieten würden Dolmetscher, Alltagsbegleiter, Helfer bei Behördengängen, Kinderbetreuung, sport- und Freizeitangebote benötigt. Bürgermeister van der Horst appellierte, die Flüchtlinge nicht als Masse wahrzunehmen, sondern als individuelle Menschen. Wenn man aufeinander zugehe, würden Ängste abgebaut. Mitarbeiter der Stadt- und Kreisverwaltung nahmen am Ende der Veranstaltung im Bürgerhaus Telefonnummern und Email-Adressen von Hilfswilligen auf.

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