Klinik Bad Arolsen erweitert Intensivstation · Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Mehr Platz für Intensivpatienten

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Bad Arolsen - Die Intensivstation im Krankenhaus Bad Arolsen ist von sechs auf zehn Betten erweitert worden. Im Bedarfsfall können sogar bis zu zwölf Intensivpatienten gleichzeitig versorgt werden.

Die 650 000 Euro teure Investition wurde aus Eigenmitteln des Krankenhauses finanziert. Der Krankenhausverbund Gesundheit Nordhessen (GNH) rechnet fest damit, dass sich die Investition auszahlt, weil der Bedarf an Intensivbetten in der Region - wahrscheinlich auch im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel - erheblich gestiegen ist.

Mit anderen Worten: Immer ältere Patienten haben tendenziell einen höheren Pflegebedarf. In dieses Bild passt auch die Tatsache, dass die für den Umbau benötigten Erweiterungsflächen ausgerechnet im Bereich des Ende 2010 stillgelegten Kreißsaals gefunden wurden.

Bedarf an Intensivbetten

Nicht von der Hand zu weisen ist auf jeden Fall die zunehmende Nachfrage nach Intensivbetten, wie Krankenhausgeschäftsführer Bernd Tilenius vorrechnet: Zum einen melden die medizinischen Fachabteilungen im Haus einen vermehrten Bedarf, zum anderen mussten in der Vergangenheit schon mehrfach Intensivpatienten nach Verkehrsunfällen in benachbarte Häuser umgeleitet werden.

Schließlich ergibt sich gestiegener Bedarf bei der Nachbehandlung von Patienten aus dem GNH-Klinikum in Kassel.

Bislang konnten in Kassel behandelte Patienten nur vereinzelt zur intensivmedizinischen Nachbetreuung in Bad Arolsen aufgenommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt in Bad Arolsen wird die Entwöhnung von beatmeten Patienten von den Beatmungsgeräten sein.

Auch für Dialyse-Patienten

Der Ärztliche Direktor Dr. Christian Feine wies auf das erweiterte Operationsspektrum in den Bereichen Neuro- und Thoraxchirurgie hin und kündigte eine Kooperation mit Dialyseärzten der Region an, wodurch auch die heimatnahe Behandlung von Dialyse-Patienten möglich werde. Das erweiterte Monitoring-System ermögliche die Rundum-Überwachung von schwer erkrankten Patienten.

Sein Kollege Walter Knüppel unterstrich die „sehr gut funktionierende interdisziplinäreZusammenarbeit“ auch auf dem Gebiet der Kardiologie und Kardio-Chirurgie. Nachdem die apparativen Voraussetzungen geschaffen seien, arbeite man nun auch daran, eine regelrechte „Stroke-Unit“ für schnelle und kompetente Hilfe bei Schlaganfällen aufzubauen.

Weiterbildung vor Ort

Überhaupt funktioniere die Intensivstation nur aufgrund gut ausgebildeter Mitarbeiter. Sieben speziell geschulte Intensiv-Pflegekräfte wurden im Zuge des Erweiterungsbaus neu eingestellt.

Für sie und die vorhandenen Intensiv-Pflegekräfte soll in Bad Arolsen künftig auch die regelmäßige Weiterbildung organisiert werden.

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