Kontroversen um Verkehrsentlastung von Wetterburg

Mehrheit für Umgehung bröckelt

Bad Arolsen-Wetterburg - Die satte Mehrheit für den Bau einer Ortsumgehung von Wetterburg beginnt zu bröckeln. Vor vier Jahren war der Stadtverordnetenbeschluss einstimmig dafür bei einer Enthaltung.

Bei der Diskussion über den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Arolser Holz“, in dem die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Verlagerung der Kreisstraße 7 geschaffen werden sollen, offenbart sich in einigen Fraktion inzwischen Widerspruch. In den vergangenen Wochen fanden Gespräche und Ortsbesichtigungen von Stadtverordneten statt.

„Kontrovers, nicht einheitlich, schon aber stark für die Ortsumgehung“, so schilderte Uwe Gottmann im Haupt- und Finanzausschuss das Meinungsbild in seiner Fraktion. Die Mehrheit werde das „Rückgrat haben und zu dem gefassten Beschluss stehen“, sagte er mit Blick auf die Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 1. Oktober, um 20 Uhr im Bürgerhaus. Die Verlagerung der K 7 sei nur die logische Konsequenz der parallel zur Bahnlinie geplanten Nordumgehung im Zuge der Landesstraße 3080. Dass die Menschen an der Ortsdurchfahrt unter dem Kraftverkehr zu leiden hätten, sei schon ein sehr starkes Argument für die Umgehung.

Allerdings hätten die Gespräche mit den verschiedenen Interessengruppen gezeigt, dass die Landwirte enorme Einschnitte zu verkraften hätten und auch die IG Remmeker Feld etwas zu verlieren habe. „Warum sollten wir jetzt Nein sagen, wenn wir doch den Magistrat dauernd beauftragt haben, sich für die Ortsumgehung einzusetzen?“, fragte Karl Kratz (CDU).

Jetzt, da die Chance am größten sei, werde sich die CDU für die Umfahrung aussprechen, sagte er. Kratz erinnerte daran, dass die Stadtverordneten in den vergangenen über 30 Jahren für eine Umgehung gekämpft hätten. Nun sei das Baurecht in recht kurzer Zeit erreichbar, dies sei die Folge einer „glücklichen Fügung“.

Die geplante Gesamtlösung werde von der SPD einheitlich unterstützt, sagte Andreas Schad. Nach Gesprächen mit allen Beteiligten und dem Abschreiten der Trasse sei deutlich geworden, dass die Landwirte stark betroffen seien. Für sie werde es aber eine Lösung in Form eines Ausgleiches geben, äußerte er sich zuversichtlich.

Der Fraktion gehe es um die Entlastung der Ortsdurchfahrt in Wetterburg und der Menschen in der Kernstadt, in die der Verkehr von der L 3080 auch rolle.

Die Grünen würden nicht einheitlich abstimmen, sagte ihr Sprecher Werner Stibbe, für alle sei es eine schwierige Entscheidung. Schließlich tute die Umgehung sowohl den Landwirten weh als auch der Natur und den Menschen im Remmerker Feld. Stibbe sprach sich dafür aus, den besonders belasteten Bauern durch Landtausch zu entlasten.

Auf die Chancen für die touristische Entwicklung von Wetterburg verwies Manfred Wicker (FDP), zugleich Vorsitzender des Tourismusverbandes. „Wir müssen den Verkehr aus dem Stadtteil herausholen, damit sich aus dem touristischen Pflänzchen ein Sonnenblumenfeld entwickelt.“ Kontrovers werde das Thema in der Fraktion der Offenen Liste diskutiert, sagte ihr Sprecher Gerhard Schäfer. Er ist dagegen: „Die Einschnitte für die Landwirte sind zu krass.“ Nachteile für die Natur und die Bewohner im Remmeker Feld sieht Horst Griese (Bürgerliste), seine Fraktion vertrete keine einheitliche Meinung, und er enthalte sich. (ah)

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