Hallen sollen doch noch Jobmaschine werden

Mehrheit vertraut Logistik-Versprechen

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Volkmarsen. - Wenn es um den weiteren Ausbau des Logistikgeländes am Stadtrand von Volkmarsen geht, sind die Stadtväter und -mütter skeptisch geworden.

Grund für die beiden Neinstimmen und fünf Enthaltungen bei den drei Abstimmungen im Stadtparlament waren die in den ersten sechs Betriebsmonaten nicht umgesetzten Jobversprechen.

Konkret ging es am Dienstagabend um die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines 250 000 Quadratmeter großen Geländes neben dem vorhandenen Logistikzentrum als weitere „Sonderfläche Logistik“.

Die Rudolph-Logistik-Gruppe beteiligt sich nämlich an einer weiteren Ausschreibung des Volkswagen-Konzerns zum Bau einer 25 000 Quadratmeter großen Logistikhalle.

Zum Größenvergleich: Die vorhandene Halle ist 50 000 Quadratmeter groß. Im Vorfeld des ersten Hallenbaus hatte es geheißen, dass unter Vollbetrieb bis zu 120 Arbeitsplätze im Drei-Schicht-Betrieb benötigt würden. Derzeit arbeiten aber nur 15 Logistikmitarbeiter auf der „Kleinen Hagelbreite“.

Begründet wurde die geringe Zahl zuletzt von führenden Mitarbeitern der Rudolph-Logistik-Gruppe damit, dass die Halle derzeit „mit angezogener Handbremse“ hochgefahren werde, um die Belastung für die Volkmarser gering zu halten. So kam es, dass der Stadtverordnete Arno Walprecht erklärte, die Unabhängige Liste nehme die Erweiterungspläne „mit sorge zur Kenntnis“.

Manche im Stadtparlament hätten die Logistikhalle schon als „Jobmaschine“ gesehen, doch diese Erwartungen hätten sich ja offensichtlich nicht erfüllt. Deshalb sollten nun vor einer weiteren Entscheidung über wertvolles Ackerland belastbare Zahlen vorgelegt werden.

Walprecht: „Uns wir schwindelig bei diesem Bautempo. Und wir sollen uns nur darauf verlassen, dass das alles zum Besten Volkmarsens geschieht.“ Im Namen der SPD erklärte Christel Keim, dass ihre Fraktion konstruktiv an dem Erweiterungsprojekt mitarbeiten wollen, gleichzeitig aber die Bedenken der Bürger ernst nehme. Die FWG-Stadtverordnete Ute Moldenhauer erklärte, auch sie könne die Bedenken verstehen. Sie sei aber überzeugt, dass auch ein Stück Vertrauen in die Investoren nötig sei: „Ich glaube fest daran, dass Veränderungen nötig sind, um langfristig ein starkes Volkmarsen zu erhalten.

Aus Sicht der FDP stellte Hartmut Fischer fest: „Wir haben uns zwar darüber gewundert, dass bei der Bürgerversammlung plötzlich die schwer nachzuvollziehende Zahl von 700 Arbeitsplätzen genannt wurde. Wir halten das Projekt für gut für die Stadt.“

CDU-Sprecher Ingbert Laufhof brachte es auf den Punkt: „Unsere Zukunft wartet nicht. Der Bedarf an Gewerbeflächen ist hoch. Das sollten wir nutzen.“ Am Ende gab es für die Erweiterungsfläche für Logistik 17 Ja-Stimmen von CDU, FWG und FDP bei zwei Nein-Stimmen der Unabhängigen Liste fünf Enthaltungen aus der SPD.

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