Barbara Beisinghoff stellt im Bad Arolser Residenzschloss aus

Meisterwerke voller Poesie

Bad Arolsen - Künstlerische Meisterwerke voller Poesie zeigt die seit 2011 in der Region ansässige Barbara Beisinghoff ab Freitag in dem Arolser Residenzschloss.

Unter dem Motto „Das Gesetz des Sterns und die Formel der Blume“ werden Wasserzeichen, Radierungen, Künstlerbücher und Installationen gezeigt, die künstlerisches und literarisches Schaffen miteinander verweben. Die Künstlerin hat das einstige Gärtnerhaus am Lustgarten in Rhoden erworben und zu einem großen Atelier umgewandelt, dem auch die großen Außenbereiche zugeordnet sind. Künstler aus Australien und in diesem Jahr aus dem New Yorker Stadtteil Brooklyn residieren für ein paar Monate zu Arbeitsaufenthalten in Rhoden: „Somit gebe ich zurück, was ich selbst bei meinen Aufenthalten in anderen Ländern bekommen habe“, erzählt sie bei einem ersten Rundgang mit Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, dem Vorsitzenden des Museumsverein, Udo Reuter, und Bürgermeister Jürgen van der Horst. Global ist ihr Schaffen vernetzt, die aus Südhessen stammende Künstlerin hat in China, den USA, Israel und Peru gewirkt. Die Bearbeitung von nach traditionellen Rezepturen handgeschöpftem Papier und Radierungen mithilfe von großflächigen Metallplatten kennzeichnen die Arbeitsweise der Künstlerin. Die zierliche, jedoch energiegeladene Frau scheut nicht vor drei mal drei Meter großen Radierungen, die die Verwendung schwerer und großer Platten erfordern. Für eines der großflächigen Werke verwendet sie eigens in Nepal handgeschöpftes Papier, das aufgrund seiner Zusammensetzung lange haltbar ist. Auf die Papierbögen werden Worte und weitere Bilder aufgegautscht oder Wasserzeichen hineingearbeitet, die je nach Hintergrundbelichtung mehr oder weniger deutlich zu sehen sind. Die Druckwerke wirken wie riesige Collagen und reflektieren dabei das literarische Schaffen von Schriftstellern wie Paul Celan, Johann Wolfgang von Goethe, Christa Wolf oder Hermann Burger. Die Literatur ist neben der Natur eine wesentliche Inspirationsquelle für die Arbeiten in den elf Räumen, die verschiedene Themenbereiche abdecken: Geburt, Schöpfung, Farbenlehre à la Goethe. Die „Raum-Bilder“ sind wie die Künstler-Bücher besondere Unikate. Eine regionale Besonderheit sind die aus Leinen hergestellten Papierseiten, die äußerst schwer zu bedrucken waren, weil das aus Flachs gefertigte Papier die Farbe kaum annimmt. Der Lein wurde vor Ort, auf dem Gelände des Lustgartens, gesät, und die Pflanzen wurden nach althergebrachten Methoden verarbeitet. Jedes Künstlerbuch tritt in Dialog tritt zu Installationen oder großformatigen Wandbildern, wie Dr. Kümmel dazu schreibt. Die Künstlerin schließt ihre Spuren mit Hilfe des Wassers im Papier ein oder bannt sie auf der Druckplatte. Die farbige Radierung hat Barbara Beisinghoff zu höchster künstlerischer Reife und Ausdruckskraft gebracht. Die großformatigen Blätter zeigen Spuren innerer Gefilde, Erinnerungen an ferne Länder, Spuren lange vergessener Träume. Essays und Bilder Ein aufwändig gestalteter Katalog gibt nicht nur einen Einblick in die seit den 90er Jahren geschaffenen Bildern, sondern umfasst Essays etwa des Schriftstellers Gerhard Wolf, von der Regisseurin Helga Sanders-Brahms oder der früheren Wissenschaftsministerin Ruth Wagner. Unterstützt wird die Ausstellung durch die Sparkassen-Kulturstiftung und das Wissenschaftsministerium: „Diese Kooperation ist ein Erfolgsmodell“, freut sich Bürgermister van der Horst.Die Ausstellung ist geöffnet vom 17. Mai bis 27. Juli 2014, Mittwoch bis Samstag, 14.30 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr. Sonntagsführungen beginnen um 11.15 Uhr. Information unter der Rufnummer 625734. (ah)

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