Frank Emde tritt bei der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen an

Mengeringhäuser Chef im Rathaus

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Der gebürtige Mengeringhäuser Frank Emde kandidiert für eine dritte Amtszeit als Bürgermeister im nordrhein-westfälischen Kierspe (Märkischer Kreis).

Der heute 56-Jährige begann seine Verwaltungskarriere bei der Stadtverwaltung Bad Arolsen. Nach einer dreijährigen Verwaltungslehre absolvierte er eine betriebswirtschaftliche Fortbildung an der Gesamthochschule Kassel.

Damit übernahm er 1991 die Leitungsposition bei den Stadtwerken. Gleichzeitig war er Chef im städtischen Hauptamt und somit rechte Hand von Bürgermeister Helmut Kossmann. Im September 1997 wechselte Emde nach Kierspe in der Nähe von Lüdenscheid.

2004 wurde er in der Kleinstadt im Bergischen Land zum ersten Mal zum Bürgermeister gewählt. 2009 erfolgte seine Wiederwahl ohne Gegenkandidat mit stolzen 82,6 Prozent.

Diesmal dürfte die Wahl spannender ausfallen, weil der parteilose Emde einen Gegenkandidaten von der SPD hat. Die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen wurden mit der Europawahl auf den 25. Mai zusammengelegt. Um die Wahlbeteiligung bei den Direktwahlen der Bürgermeister und Landräte zu erhöhen, drängte die Landesregierung auch darauf, dass möglichst viele Amtsinhaber vorzeitig ihre Ämter niederlegten, sodass ein einheitlicher Wahltermin eingehalten werden konnte.

So verzichtete auch Emde freiwillig auf ein Jahr seiner aktuellen Wahlperiode: „Das ist im Interesse der Stadt und der Bürger. So sparen wir rund 10000 Euro für die Wahlbenachrichtigungen und erhöhen die Chancenfür eine gute Wahlbeteiligung.“

Für die Bürger und Wahlhelfer wird der 25. Mai auf diese Weise aber zu einem Wahlmarathon. Nach den geltenden Regeln werden am Wahlabend zuerst die Stimmen der Europawahl ausgezählt, dann die der Kreistagswahl, dann die der Stadtratswahl, schließlich die der Landratswahl und erst ganz zum Schluss die der Bürgermeisterwahl.

Emde ist zuversichtlich, dass er auch diesmal wieder das Vertrauen seiner rund 16400 Einwohner gewinnen kann. Die Verhältnisse und Probleme in der Kleinstadt im Bergischen sind ähnlich wie die im Wal­decker Land: Städtischen Aufwendungen von rund 36 Millionen Euro stehen nur Erträge von rund 34 Millionen Euro entgegen. Das jährlich zu verbuchende Defizit muss mit Krediten finanziert werden.

Emde: „Die kommunalen Spitzenverbände in Nordrhein-Westfalen drängen die Landesregierung schon seit Jahren, die strukturelle Unterfinanzierung der Städte und Gemeinden zu beenden. Stattdessen werden Schlüsselzuweisungen zurückgefahren. Und selbst wir als arme Kommune müssen jedes Jahr noch 100000 Euro für andere Städte aufbringen, denen es noch schlechter geht als uns.“

Von den Segnungen eines vom Land finanzierten, kommunalen Rettungsschirms können die Kommunalpolitiker in Kierspe nur träumen.

Andererseits aber gilt Kierspe mit einer Arbeitslosenquote von rund sechs Prozent als gesunder Gewerbestandort, zu rund zwei Dritteln industriell geprägt.

Die Stadt Kierspe ist Schulträgerin und somit verantwortlich für den baulichen Zustand von vier Grundschulen mit rund 630 Schülern und einer Gesamtschule mit rund 1400 Schülern. Außerdem gibt es im Stadtgebiet eine Förderschule mit 80 Schülern und eine Freie Schule mit rund 100 Schülern.

Bürgermeister Emde ist verheiratet und Vater zweier inzwischen erwachsener Töchter. Seine vielen Dienstjahre im Bergischen Land konnten seine Mengeringhäuser Wurzeln nicht kappen:

So ist Emde nach wie vor stolzes Mitglied der historischen Gruppe der Armbrustschützen. In deren Reihen will er beim großen Freischießen vom 16. bis 21. Juli auch wieder im Festzug mitmarschieren. (es)

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