Die leer stehende Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge wird für die Unterbringung von Soldaten genutzt

Mengeringhäuser Kaserne während des Hessentags reaktiviert

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Uniformträger auf dem Mengeringhäuser Hagen: Die Bundeswehr nutzt während des Hessentages die leer stehende Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge für die Unterbringung von Soldaten.

Mengeringhausen. 14 Jahre nach dem Abzug der letzten Bundeswehreinheiten aus der Prinz-Eugen-Kaserne haben jetzt wieder, wenn auch nur vorübergehend, Soldaten auf dem Hagen Stellung bezogen.

Ein Großteil der rund 300 Soldaten, die während des Hessentages auf dem Platz der Streitkräfte in Korbach Flagge zeigen, sind in der leer stehenden Flüchtlingsunterkunft auf dem Hagen eingezogen. Sie sind damit zugleich die ersten Nutzer der auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise aus dem Boden gestampften Erstaufnahmeeinrichtung.

Als die Gebäude Ende 2016 bezugsfertig waren, war der massive der Flüchtlingszustrom schon wieder abgeebbt. Seitdem wird die für 6,3 Millionen Euro komplett neu gebaute Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung immer noch rund um die Uhr bewacht und regelmäßig gereinigt.

Nun also - endlich - die ersten Bewohner.

Die Bundeswehrsoldaten, die als Vorkommando auf dem Hagen ihre Stuben bezogen, sind mit dem einfachen Standard zufrieden. Die doppelstöckigen Betten sind so wie man sie aus Bundeswehrkasernen kennt. Die Spinde (Kleiderschränke) sind aber nur halb so groß wie in Kasernen üblich. Doch für die Hessentags-Soldaten gibt es genügend Platz. Schließlich sind die vier Unterkunftsblöcke, die Platz bieten für bis zu 520 Personen, nicht einmal zur Hälfte belegt.

Bundeswehr von Anfang an dabei

„Die Bundeswehr ist der Hessischen Landesregierung dankbar für die Möglichkeit, diese Gebäude nutzen zu dürfen“, stellt der zuständige Pressesprecher des Landeskommandos Hessen, Oberstleutnant Wolf-Teja von Rabenau fest. Er ist zugleich Leiter der Bundeswehr-Ausstellung beim Hessentag in Korbach.

In den vergangenen Tagen hat er immer wieder den Aufruf der Lehrer-Gewerkschaft GEW kommentieren müssen, wonach Schulklassen keinen Ausflüge der zur Bundeswehr-Ausstellung unternehmen sollten. Er kennt das Thema schon von vielen Hessentagen und geht daher gelassen mit dem Aufruf um.

Die Anwesenheit der Bundeswehr auf dem Hessentag werde seit dem ersten Hessentag vor beinah 60 Jahren ausdrücklich von allen Landesregierungen gewünscht. Und auch die Bürger würden mit ihren Füßen ein eindeutiges Votum abgeben.

Sie stehen Wache auf dem Hagen: Zum ersten mal seit 14 Jahren kontrollieren wieder Soldaten den Zugang zu den 2016 neu errichteten Wohnblöcken.   

In den vergangenen Jahren seien regelmäßig um die 400 000 Besucher auf dem Platz der Streitkräfte gewesen: „Das können wir auch am Verkauf von Erbsensuppe ablesen.“

Im Übrigen habe der Bürger ein Recht zu sehen, was die Bundeswehr mit all den Steuergeldern leiste.

Der Hessentag gelte schon seit Jahren als größte Öffentlichkeits-Veranstaltung der Bundeswehr zwischen Garmisch und Flensburg. Vor Ort sind rund 220 aktive Soldaten und 110 Reservisten in das Landesfest eingebunden.

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