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Mengeringhäuser Mieter haben neue Bleibe in Warburg gefunden

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Von: Elmar Schulten

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Die Eingangstür eines Fachwerkhauses an der Wand hängt ein Schild mit der Aufschrift „Zu verkaufen oder zu vermieten“.
Das Haus Obere Torstraße 5 in Mengeringhausen ist nun von seinem Eigentümer als zu verkaufen oder zu vermieten markiert worden. Das städtische Ordnungsamt hat die Haustür versiegelt, damit das Gebäude nicht zu Wohnzwecken genutzt wird. © Elmar Schulten

Die Situation in dem vom Bad Arolser Ordnungsamt für unbewohnbar erklärten Fachwerkhaus in der Oberen Torstraße 5 hat sich - zumindest für die Mieter - etwas entspannt.

Bad Arolsen-Mengeringhausen – Die 64-jährige Mieterin und ihr 77-jähriger Lebensgefährte haben in ein Haus im Warburger Stadtteil Menne bezogen, das ihnen von ihrem bisherigen Vermieter angeboten wurde.

Dafür mussten sie eine höhere Miete und drei weitere Monatsmieten als Kaution zahlen, denn ihre Mietkaution für das Haus in Mengeringhausen werden sie wohl nicht zurückerhalten.

Zu verkaufen oder zu vermieten

Der Hauseigentümer, der selber im sächsischen Landkreis Torgau wohnt, zeigte sich im Gespräch mit der WLZ sehr enttäuscht über das Verhalten der Behörden in Bad Arolsen. Er verfüge über Immobilien, die „so zahlreich wie die Sterne am Himmel“ seien. Aber so etwas wie in Bad Arolsen habe er noch nicht erlebt.

Deshalb wolle er das Haus in Mengeringhausen gerne verkaufen, oder aber erneut vermieten. Da sagt auch das Schild aus, das er inzwischen an der Hauswand anbrachte.

Dritten Schornstein entdeckt

Die Stadt Bad Arolsen jedenfalls sieht sich in ihrem Handeln bestätigt. Bürgermeister Marko Lambion berichtete, dass der Bezirksschornsteinfeger inzwischen seine Feststellungen beim gemeinsamen Behördentermin auch schriftlich dargelegt habe.

Danach habe er in dem Haus noch einen dritten Schornstein gefunden, der irgendwo unter dem Dach ende. Ein Schornstein sei von einem Vogelnest blockiert, die beiden Feuerstätten seien unsachgemäß angeschlossen. Das Haus sei seit Jahren nicht vom Schornsteinfeger begangen worden, weil es als unbewohnt gemeldet gewesen sei.

Anhörungsverfahren läuft

Außerdem stehen erhebliche Hygienemängel im Raum. Die bisherigen Mieter hoffen nun darauf, dass ihnen bald die behördlich in Gewahrsam genommenen zwölf Hunde, zwei Katzen, vier Kaninchen und sieben Meerschweinchen wieder zurückgegeben werden.

Die Stadt Bad Arolsen hat mehrere Bußgeldverfahren wegen der unterschiedlichen festgestellten Verstöße eingeleitet. Bürgermeister Lambion: „Wir haben dem Hauseigentümer über seinen Anwalt einen Anhörungsbogen zugestellt. Der hat jetzt die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern.“ (Elmar Schulten)

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