Mit Oldtimer-Jeep zum Nordkap: 7600 Kilometer Abenteuer

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Selfie mit Jeep: Tankred Kolander ist am Ziel angekommen, dem Nordkap. Unterwegs ist er mit einem Jeep Ford GPW.  

Bad Arolsen-Mengeringhausen. Das Nordkap, der nördlichste Punkt Norwegens, war das Ziel von Tankred Kolander. Der 22-Jährige aus Mengeringhausen machte aber nicht einfach nur Urlaub in Skandinavien, sondern war auf Abenteuerreise. Mit einem Jeep, Baujahr 1944, ist er quer durch Schweden, Finnland und Norwegen gefahren. Am Ende hat er 7600 Kilometer zurückgelegt.

Toller Ausblick: Tankred Kolander schwärmt von Bergen und Fjorden, hier am Beginn der Lofoten.

Los ging es in Deutschland am 19. Juni, am vergangenen Freitag war er zurück in Deutschland. Mit der Fähre ging es von Travemünde ins schwedische Trelleborg, von dort aus weiter nach Finnland und schließlich nach Norwegen. Vom Nordkap aus ging es über die Lofoten weiter in Richtung Süden des Landes. Mit der Fähre fuhr er am Ende nach Dänemark und von dort aus wieder in die Heimat.

Genau geplant hatte Kolander den Tourverlauf nicht. „Es war keine richtige Reise, es war viel mehr ein Abenteuer. Ich wusste nie wirklich, was morgen ist“, berichtet der 22-Jährige. Deshalb war auch nicht klar, wann er zurück sein würde. Fünf Wochen war er am Ende unterwegs.

„Wenn ich mit maximal 65 Stundenkilometern durch die Gegend gefahren bin, habe ich die Landschaft genossen. Die ist einfach unglaublich schön.“ Neben Elchen hat er auch Wale gesichtet. Ansonsten war er wandern, besuchte Museen oder schaute sich die Sehenswürdigkeiten der Orte an, durch die er kam.

Geschlafen hat er meistens im Zelt, sagt er. „In der Regel auf Campingplätzen, aber auch mal im Wald. Da oben ist das kein Problem. Man kann fast überall zelten, solange man sich an ein paar Regeln hält.“ War das Wetter zu schlecht, mietete er sich auch mal eine Hütte.

Unterwegs war Kolander mit einem besonderen Jeep: einem Ford GPW, Baujahr 1944. 2013 hat er das Auto mit seinem Vater gekauft und restauriert – um dann gemeinsam damit in die Normandie zum 70. Jahrestag des D-Days zu fahren. Durch seinen Vater Fred ist er auch schon von Kindesbeinen an mit den Jeeps vertraut: Kolander senior hat seit seiner Jugend einen Willys Jeep M38, der in den 50er-Jahren gebaut wurde.

Ging auf der Reise mal etwas am Auto kaputt, reparierte Tankred Kolander es selbst. In Norwegen gab es ein größeres Problem mit einem Stoßdämpfer. In einer Werkstatt in der Stadt Alta konnten ihm die Mechaniker jedoch weiterhelfen.

Auch wenn er auf sich allein gestellt war bei seiner Skandinavien-Reise: Nette und hilfsbereite Menschen aus vielen Teilen Europas hat er kennengelernt. Darunter eine norwegische Familie, die ihn zum Tee ins Wohnmobil einlud, während alle gemeinsam auf eine Fähre warteten.

Die Idee zur Tour kam ihm während des Studiums in Lüneburg. Rechtswissenschaften, Unternehmens- und Wirtschaftsrecht büffelte er dort, und stellte sich die Frage: Was dann? „Ich wollte erst mal ein Praktikum machen und danach noch mal die Zeit genießen.“ Schnell kam dann der Gedanke, mit dem Jeep auf Abenteuerreise zu gehen. „Ich wollte schon immer mal zum Nordkap.“ Jetzt, im Anschluss an die Tour, macht der Mengeringhäuser vermutlich seinen Master. „Ich werde also nur diese eine Möglichkeit haben, so einen Trip zu machen, die wollte ich nutzen. Denn am Ende bereut man doch die Möglichkeiten, die man nicht genutzt hat.“

Der Vorläufer aller Jeeps

Das Auto, mit dem Tankred Kolander unterwegs ist, ist ein Ford GPW, Baujahr 1944. Gebaut wurden diese Jeeps einst für die US-Armee von dem amerikanischen Unternehmen Willys und später dann von Ford. Die Fahrzeuge haben rund 60 PS und gelten als Urahn aller Jeeps. Sie wurden bis 1945 gebaut, in späteren Jahren gab es mehrerr Nachfolgemodelle. (ren)

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