Jens Becker bewirbt sich in Niedenstein

Mengeringhäuser will Bürgermeister werden

ad Arolsen-Mengeringhausen - Ein spannender Sonntag steht dem aus Mengeringhausen stammenden Jens Becker (47) bevor: Der SPD-Kommunalpolitiker tritt am 10. Mai zur Bürgermeisterwahl in der Stadt Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) an. Dabei rechnet er sich gute Chancen gegen den Konkurrenten Frank Grunewald (53) aus.

„Es war ein sehr intensiver Wahlkampf“, sagt Becker, der sich erst gegen zwei Mitbewerber innerhalb des örtlichen SPD-Stadtverbandes durchsetzen musste. Neben einem Wahlforum fanden Informationsveranstaltungen in der Kernstadt und den fünf Ortsteilen der insgesamt 5500 Einwohner zählenden Großgemeinde vor den Toren von Kassel statt. Von Haus zu Haus ist er gezogen, alle Häuser werde aber nicht mehr schaffen, bedauert der beruflich als Leiter des Fachbereichs Grundstücks- und Gebäudewirtschaft beim Schwalm-Eder-Kreis beschäftigte Vater von drei 14 bis 21 Jahre alten Söhnen. Der Liebe wegen ist er nach Niedenstein gezogen: Seine Frau Ellen stammt aus dem Ortsteil Metze. Neben dem von FWG und CDU unterstützten parteilosen Kandidaten Grunewald bewirbt sich Becker um die Nachfolge von Bürgermeister Werner Lange (SPD), der nach 24 Jahren in den Ruhestand tritt. Gegen 19 Uhr am Sonntag wird wohl das Ergebnis feststehen. Becker tritt auch für die Ideale der SPD ein, soziale Gerechtigkeit und Bildung für alle seien ihm wichtig. Doch gehe er wie die meisten Kommunalpolitiker auch pragmatisch an die Arbeit. Bis 2011 war der Sohn des heutigen Stadtrats und SPD-Urgesteins aus Mengeringhausen, Harry Becker, selbst Stadtverordneter. Die absolute Mehrheit hat die SPD 2011 in der Stadtverordnetenversammlung Niedenstein eingebüßt, die zehn Abgeordneten bilden jedoch weiter die weitaus größte Fraktion, gefolgt von der CDU mit fünf sowie der FWG und den Grünen mit jeweils vier Sitzen. Etwa 16 Kilometer von Kassel entfernt und unweit der VW-Großgemeinde Baunatal, hat Niedenstein selbst 364 Arbeitsplätze zu bieten. Insgesamt sind über 1900 Einwohner sozialversicherungspflichtig beschäftigt, und in jedem Ort gibt es einen landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieb. Das Wort Wohnstadt hört Becker nicht gern: „Von dem Image wollen wir weg.“ Immerhin hat die kleine Stadt noch drei Kindergärten, eine intakte Grundschule, Ärzte und zwei Supermärkte für die Nahversorgung. Allerdings macht sich der demographische Wandel auch dort bemerkbar. Auch diese Entwicklung sieht er als Aufgabe einer künftigen Amtszeit an. Die Stadt bietet laut Jens Becker aufgrund ihrer Nähe zu Kassel und Baunatal gute Entwicklungsmöglichkeiten, deren Potenziale durch eine umsichtige und kreative Stadtpolitik weiter erschlossen und gefördert werden müssen. Becker will „die Niedensteiner Stärken wie die gute Sozialstruktur, das lebendige Gemeinschafts- und Vereinsleben und die herrliche Natur in die gemeinsamen Überlegungen“ mit den Bürgern einbeziehen. Ins Waldecker Land und nach Mengeringhausen kommt er zu seinem eigenen Bedauern in letzter Zeit aufgrund der vielen Termine eher selten. Den Kontakt zu Eltern, Verwandten und Freunden erhält er über Telefon und Internet aufrecht. (ah)

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