Bathildisheim in Bad Arolsen arbeitet auf Inklusion hin

Menschen mit Behinderungen mittendrin

Bad Arolsen - Das Sozialunternehmen Bathildisheim mit seinen 800 Mitarbeitern und rund 1100 betreuten Menschen mit Behinderungen kommt auf dem Weg der Inklusion voran, wie bei einem Rückblick des Vorstands deutlich wurde.

So wird für den Sommer mit dem Bau eines Hauses für Heilpädagogisches Wohnen in Wolfhagen gerechnet. Im Stadtzentrum sollen, ganz im Sinne des Inklusionsgedankens, fünf Wohnungen für jeweils zwei bis sechs Menschen entstehen. „Wir wollen, dass Menschen mit Behinderungen möglichst selbstbestimmt leben können“, sagt Fachlicher Vorstand Christian Geyer. Dezentralisation, die Veränderung der bisherigen komplexen Betreuungsstrukturen und eine Veränderung des Denkens bei Mitarbeitern und Bürgern sind damit verbunden. Inklusion funktioniere aber nicht ohne Profis und nicht zum Nulltarif. Allerdings stellt Geyer, der wie der Kaufmännische Vorstand Hans-Jürgen Scherer vor einem Jahr im Bathildisheim begann, eine über 100-jährige Tradition des Miteinanders der Menschen mit Behinderungen und der Bürger fest. Das Bathildisheim liege mitten in Bad Arolsen. „Wir müssen dranbleiben am Thema Inklusion.“ Ein Beispiel für die über die bloße Integration hinausgehenden Inklusionsbestrebungen ist das Wohnprojekt Haus Emilie in Volkmarsen mit dem zu den Werkstätten zählenden Tagwerk. Die Kontakte im Umfeld werden als gut bezeichnet. Projekte sind mit dem angrenzenden Kindergarten in Gang gebracht worden. Positiv entwickelt sich auch die Kooperation mit der Grundschule in Rosenthal, wo von 150 Kindern nach gut zehn Jahren über 40 Kinder mit Behinderungen durch Lehrer der Regelschule und Förderschullehrer betreut werden. Ein gutes Miteinander entwickelte sich bei der vorübergehenden Aufnahme von 600 Asylbewerbern im Wohndorf des Berufsbildungswerks mit den Auszubildenden. Beim gemeinsamen Sport oder bei den gemeinsamen Mahlzeiten hätten die Auszubildenden gelernt, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Neben diesem Beitrag zur Persönlichkeitsbildung für die jungen Leute hob Scherer die Bereitschaft zu helfen durch die Bürger hervor, die Kleider gespendet hätten. Nach der guten Zeit in den 90er-Jahren sei nun am Berufsbildungswerk eine Umstellung erforderlich, weil die Zuteilung von Auszubildenden zurückgegangen sei, wie Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Hausmann betonte. Für die staatliche Berufsschule am BBW konnte zum Januar ein neuer Leiter gefunden werden. Detlef Kellner war in leitender Funktion beim Berufsförderungswerk in Hamburg tätig und ist als ausgebildeter Gymnasiallehrer in der beruflichen Rehabilitation erfahren.Motorradfahrer aus dem In- und Ausland, junge Behinderte und Bürger kommen seit 25 Jahren bei den Dreiradrallyes zusammen. Vom 13. bis 15. Juni findet das 20. Treffen statt, zu dem 80 bis 100 Gespannfahrer erwartet werden. Auch diese Veranstaltung bietet eine gute Gelegenheit, Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenzubringen. (ah)

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