Diemelstadt-Helmighausen

Milchkontrollen und Eutergesundheit

- Diemelstadt-Helmighausen (-ah-). Geht es der Kuh gut, freut sich der Bauer und bekommt der Verbraucher gute Milchprodukte. Auf diesen Nenner lässt sich der 11. Rindertag bringen.

„Das Tal der Tränen ist durchlaufen“, erklärte Axel Friese, Fachdienst Landwirtschaft beim Kreis Waldeck-Frankenberg, vor rund 160 Teilnehmern in der Dorfhalle Helmighausen. Das Investitionsvolumen in der Landwirtschaft, insbesondere bei den Rinderzüchtern, sei auf über sechs Millionen Euro angestiegen. Doch seien die Milchviehhalter noch lange nicht über den Berg gekommen. Das Auf und Ab der Milchpreise werde weiter anhalten, da die Erzeugnisse auf dem globalen Markt angeboten werden und der Staat nicht mehr eingreife. Die Bauern sollten sich nicht zu „unüberlegten Investitionen verleiten“ lassen. In Phasen niedriger Erzeugerpreise sollten vor allem Optimierungen in den Betrieben vorgenommen werden, sagte Friese. Dass die Optimierung der Ware Milch zum Alltagsgeschäft der Bauern gehört, verdeutlichten die beiden Fachvorträge. Bei 250 Boxenlaufställen zwischen Eder und Diemel mit insgesamt 23 000 Milchkühen sowie weiteren 3000 so genannten Anbindekühen hat die Milchviehhaltung in Waldeck-Frankenberg einen hohen Stellenwert, kommt es folglich auf den sorgsamen Umgang mit den vierbeinigen Leistungsträgern an. Anschaulich verdeutlichte Dr. Friedrike Reinecke, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Ursachen, Anzeichen und Verlauf von Euterentzündungen, die die Leistung der Milchkühe erheblich verringern können. Darüberhinaus freilich klärte sie über die nötigen Hygienemaßnahmen im Stall und Behandlungsmethoden auf, die die Bauern selbst ergreifen können, ohne gleich den Veterinärmediziner zu Rate ziehen zu müssen. Die Mastitis genannte Entzündung des Euters ist nichts Außergewöhnliches, aber eine Erkrankung, die Landwirte wirksam eindämmen können, und zwar durch vorbeugende und therapeutische Maßnahmen. Neben äußerlichen Merkmalen bringt die Milchanalyse das eindeutige Ergebnis: Je mehr Zellen, Zeichen einer Abwehrreaktion, in der Milchkuh enthalten sind, umso stärker sinkt die Milchleistung. Beträgt die Anzahl der Zellen 100 000 bis 150 000 pro Kubikmeter, so sei von einer gesunden Herde auszugehen. Mehr in der gedruckten Ausgabe der Waldeckischen Landeszeitung vom 24. November 2010.

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