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Schnappschüsse voller Bildwitz und Empathie im Schloss Bad Arolsen

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Von: Armin Haß

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„Leben in der Stadt“:
„Leben in der Stadt“: © Armin Haß

„Leben in der Stadt“ mit seinen vielen Facetten spiegelt die Ausstellung im Schloss Bad Arolsen von 100 Fotografien des Künstlers Friedrich Seidenstücker aus dem Berlin der 1920-er bis 1940-er Jahre wider.

Bad Arolsen – Zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken regen die Motive an. Kuratorin Dr. Simone Förster und der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Prof. Dr. Bernhard Maaz, hoben zudem die künstlerische Bedeutung des als Bildhauer ausgebildeten Fotografen Seidenstücker hervor. Zudem betonte Maaz die Bedeutung der Fotografie in den gut 30 Jahren des Arolser Museumsvereins im Zusammenhang mit den Skulpturen-Sammlungen im Christian-Daniel-Rauch-Museum.

Handschrift des Bildhauers

Als Experte für den großen Arolser Sohn (Rauch) hat Maaz in Arolsen den Aufbau des Museums im Marstall mitgestaltet und in Publikationen das Wirken Rauchs dargestellt.

Nun also ein scheinbar zweidimensionales Medium, die Fotografie, die aber laut Maaz bei Seidenstücker das bildhauerische, skulpturale Element ebenfalls zum Ausdruck bringt. In der den Gemäldesammlungen in München übertragenen Sammlung aus der Stiftung der Kölner Galeristen Ann und Jürgen Wilde wird die Anerkennung der Fotografie als eigenständige künstlerische Form deutlich. Genau das war auch ein Anliegen des ersten Vorsitzenden des Museumsvereins Udo Reuter, der die Fotografie in ihren verschiedenen Stilformen in den Arolser Ausstellungen präsentierte.

Fotografie als Kunst

Fotografie und Film rückten 1977 bei der Documenta 6 in Kassel in den Blickpunkt, posthum war auch Seidenstücker (1882 - 1966) mit seinen künstlerischen Schnappschüssen repräsentiert.

Bei der Vernissage ließ Petra Bassus, begleitet von dem Akkordeonisten Alexandre Bytchkov, mit Chansons von Claire Waldoff und anderen die Atmosphäre der 20-er Jahre aufleben. An sie mag denken, wer die durch „Bildwitz und Empathie“ (Förster) geprägten Bilder im Schloss betrachtet. Zu sehen sind die Kunstwerke in Schwarz-Weiß noch bis zum 8. Mai.

Der Katalog

Die Freude an den Momentaufnahmen kann verlängern, wer den 82 Seiten umfassenden Katalog erwirbt. (Armin Haß)

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