Gutscheinkarten mit Minisöckchen sind der Renner

Schon 6000 Euro gespendet: Bad Arolserin strickt für kranke Kinder

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Handarbeiten für den guten Zweck: mit ihren selbstgestalteten Gutscheinkarten unterstützt Ingeborg Schäffler aus Bad Arolsen seit eineinhalb Jahrzehnten die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg.  

Bad Arolsen. Mit Stricknadeln und bunter Wolle lässt sich Gutes tun: Ingeborg Schäffler strickt Söckchen zugunsten der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg. Rund 6000 Euro für den Verein sind in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten zusammengekommen.

Kreativ sei sie von jeher gewesen, erzählt die 83-Jährige, die den Großteil ihres Lebens in Korbach verbracht und vor drei Jahren ihre Wohnung im Lindenhof bezogen hat. Die Idee, krebskranke Kinder zu unterstützen, reifte vor sechzehn Jahren in einer schlaflosen Nacht. 

Im Fernsehen sah sie eine Reportage über die finanziell bedingte Schließung einer Klinik für krebskranke Kinder – und war empört. „Damals hatte ich schon meine erste Ausstellung als Hobbymalerin in Korbach gehabt“, berichtet Ingeborg Schäffler. Der Versuch, ihre Bilder für den guten Zweck zu verkaufen, scheiterte allerdings ebenso wie ihr Vorhaben, selbstgestrickte Socken auf Basaren anzubieten. Was fehlte, waren ganz einfach die Käufer. Entmutigen ließ sich die kreative Korbacherin aber nicht.

Ihre nächste Idee, Gutscheinkarten mit Minisöckchen zu gestalten, erwies sich dann als Volltreffer. „Mach dich bitte selbst auf die Socken“, ermuntert der handgeschriebene Text den Beschenkten, für den sich ein Geldgeschenk oder eine kleine Botschaft im gestrickten Accessoire deponieren lässt. Seit ihrem Umzug in die Residenzstadt hat Ingeborg Schäffler schon sechs Arolser Geschäfte gefunden, in denen ihre Karten zum Stückpreis von fünf Euro zu haben sind.

Das Konzept, auf originelle Weise krebskranke Kinder und deren Familien zu unterstützen, kommt bei den Kunden an, und zwar von der Modeboutique über die Pizzeria oder eine Apotheke bis zum Friseurgeschäft.

„Das läuft richtig gut“, sagt Ingeborg Schäffler, die so allein im vergangenen Jahr einen Erlös von 650 Euro auf das Konto der Kinderkrebshilfe überweisen konnte.

Das Stricken macht ihr nach wie vor genauso viel Spaß wie der Gedanke, den gemeinnützigen Verein zu unterstützen. Etwa zweieinhalb Stunden braucht sie, dann ist ein weiteres farbenfrohes Söckchen fertig. Das soll auch noch lange so weitergehen.

„Solange ich dazu gesundheitlich in der Lage bin, stricke ich weiter“, bekräftigt die 83-Jährige und nimmt dabei schon die Maschen für den nächsten Ministrumpf auf.

(Von Sandra Simshäuser)

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