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E-Mobil mit Spezialdrähten aus Bad Arolser Fertigung

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Von: Elmar Schulten

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Zwei Männer und eine Frau stehen vor den Produktionstürmen der Firma Essex-Furukawa in Bad aroslen.
Sind sind sehr optimistisch was die Zukunft des Arolser Werkes von Essex-Furukawa angeht: Werksleiter Jürgen Pesch, Personalleiterin Ann-Christin Haase und Klaus Borstner, der Europa-Chef von Essex-Furukawa. © Elmar Schulten

Mit ihrem Joint-Venture Essex-Furukawa haben die Verantwortlichen von Essex International in den USA und Furukawa Electric in Japan 2017 genau zur rechten Zeit die richtigen Weichen gestellt.

Bad Arolsen - Heute entwickelt sich das gemeinsame Unternehmen in Bad Arolsen prächtig. Für das kommende Jahr sind Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe geplant. Gemeinsam haben die Ingenieure von Essex-Furukawa eine neue Generation von hochenergetischen Flachdrähten entwickelt, die auch den höchsten Anforderungen in modernen Elektromotoren standhalten.

Diese Spezialdrähte gehören zu den Zutaten, ohne die kein Elektroauto dauerhaft Hochleistungen erbringen kann. Die lackisolierten Flachdrähte mit hauchdünnerer Kunststoffummantelung sind in der Verarbeitung hochflexibel und leiten auch im Dauerbetrieb große Ströme verlustarm.

Langfristige Lieferverträge

Die Entwicklung dieser Drähte und die Belastungstests bei den Autoherstellern haben ein paar Jahre gedauert, aber nun ist die Nachfrage da. Ab sofort kann geliefert werden und im kommenden Jahr werden über 20 Produktionslinien hinzukommen. Die erste Produktionslinie, die 2017 in Arolsen installiert wurde, produziert aktuell Spezialdrähte für Toyota.

Mit Volkswagen hat Essex-Furukawa vier langfristige Lieferverträge geschlossen, einen weiteren mit Audi. Der Österreicher Klaus Borstner, der Essex-Furukawa in Europa repräsentiert, ist zuversichtlich: Alleine für Audi werden mindestens bis 2029 zwölf Produktionslinien laufen, weitere zehn Linien sind für andere Automarken bestimmt.

Standort Arolsen gesichert

Beflügelt wurde das Geschäft mit der Elektromobilität mit der Ankündigung, dass ab 2026 keine Autos mit Verbrennungsmotoren in Europa mehr produziert werden sollen. „Der Zug der E-Mobilität kommt jetzt richtig in Fahrt“, stellt Borstner fest und rechnet vor, dass das Werk in Bad Arolsen, das aktuell rund 20.000 Tonnen Kupferdrähte im Jahr herstellt, sind bald 25.000 Tonnen produzieren wird. Ähnlich soll die Beschäftigungsentwicklung aussehen: Derzeit arbeiten bei Essex-Furukawa in Bad Arolsen 220 Mitarbeiter. Weitere Facharbeiter werden ständig gesucht, bekräftigte Personalleiterin Ann-Christin Haase.

Im kommenden Jahr werden auch wieder Auszubildende eingestellt, und zwar im Bereich Elektroniker für Betriebstechnik, Industriemechaniker und Industriekaufleute. „Und das sind alles moderne Ausbildungsplätze an modernen Maschinen mit spannenden Fertigungstechnologien“, schwärmt Werksleiter Jürgen Pesch.

Wichtige Komponenten für die Energiewende

In den kommenden Monaten wird es zu seinen Aufgaben gehören, die Neu- und Umbauten im Werk zu koordinieren. Alte Maschinen und Hallen werden abgebaut, neue Maschinen werden installiert. Die Unternehmensleitung gibt sich selbstbewusst und optimistisch: „Wir sind weltweit einziger Hersteller dieser neuen Hochleistungsdrähte für die neue Generation Elektroautos“, sagt Borstner.

Auch die aktuell angespannte Lage am Energiemarkt treibt Borstner keine Sorgenfalten auf die Stirn: „Wir benötigen vor allem elektrische Energie. Wir sind zuversichtlich, dass es nicht zu Engpässen kommen wird.“ Schließlich liefert Essex-Furukawa auch die Kupferdrähte, die in Windkraftanlagen und Transformatoren benötigt werden. Die Unternehmensgruppe liefert damit also alle Schlüsselkomponenten für die Energiewende. (Elmar Schulten)

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