Schließung aus Altersgründen - Kein Geschäftsnachfolger

Modehaus Panning verabschiedet sich aus Bad Arolsen

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Seit 1971 mit ihrem Modehaus in der Bahnhofstraße eine Institution: Inge Panning und Werner Panning verabschieden sich von ihren Stammkunden und den treuen Mitarbeiterinnen. 

Seit 146 Jahren werden im Haus Bahnhofstraße 10 Textilien verkauft, zuerst von der Familie Vogell und seit 1971 von Inge und Werner Panning. Nun verabschiedet sich das Modehaus Panning mit einem großen Räumungsverkauf von seinen vielen Stammkunden und seinen treuen Mitarbeiterinnen.

Bad Arolsen. Mit beinah 80 Jahren hat sich Inge Panning schweren Herzens dazu entschieden, ihr Geschäft aufzugeben. Ihr zwei Jahre älterer Mann Werner Panning hat in seinem Raumtex-Studio am Kirchplatz bereits im Dezember geschlossen.

Damit beenden beide Vollblut-Kaufleute nun geordnet ihren Lebenstraum vom Verkauf schöner Textilien für den Alltag und den besonderen Anlass. Auch wenn Werner Panning versichert, er sei optimistisch, dass es in beiden Geschäften keinen Leerstand geben werde, so geht mit den beiden Geschäftsschließungen in bester Innenstadtlage doch eine Ära guter Kaufmanns-Tradition in Bad Arolsen zu Ende.

Erdgeschoss auf Straßenniveau angepasst

Den Grundstein für das Familienunternehmen Panning hat 1949 Bernhardine Panning mit ihrem Textilgeschäft in Helsen gelegt. Vom Dorfkern zog die Familie in die Rauchstraße an der Gemarkungsgrenze zwischen Arolsen und Helsen. Als sich dann Anfang der 70er-Jahre die Gelegenheit zum Umzug in die Bahnhofstraße bot, griff die Familie zu, zunächst als Pächter, dann als Eigentümer.

Das Modehaus Panning in der Bahnhofstraße schließt. In dem Gebäude wurden seit 1874 Textilien verkauft. 

Werner Panning bot im Obergeschoss auf rund 80 Quadratmetern Bettwäsche und Gardinen an, seine Frau Inge, eine ausgebildete Großhandelskauffrau im Textilhandel, verkaufte im Untergeschoss schicke Damenmode. 1979 investierten die Pannings kräftig und ließen das Erdgeschoss auf das Straßenniveau angleichen, um die störende Treppe am Eingang unnötig zu machen.

Immer mit der Mode gegangen

Der Umbau war das Ergebnis einer Fortbildungsreise mit dem Textilhandelsverband in die USA. Und die frühe Investition in die Barrierefreiheit hat sich in den folgenden Jahren ausgezahlt.

„Wir sind immer mit der Mode gegangen“, erzählt Inge Panning: „Egal ob Minirock oder Pettycoat, unsere Kunden fanden hier immer die aktuelle Mode.“ Um das sicherzustellen, sind Inge und Werner Panning regelmäßig zu Modemessen nach Düsseldorf gefahren.

Mit freundlichem Service und dem scharfen Blick für guten Stil hat sich das Modehaus Panning einen großen Kreis an Stammkunden erarbeitet. Einige dieser Stammkundinnen kamen regelmäßig aus der näheren und weiteren Umgebung angereist, teilweise sogar aus Köln.

Oft über den Feierabend hinaus im Geschäft gearbeitet

All diesen treuen Kunden dankt Inge Panning für ihre jahrzehntelange Treue, ebenso wie sie den zuverlässigen Einsatz ihrer langjährigen Mitarbeiterinnen zu schätzen weiß. Sie selber war tagein, tagaus im Geschäft, stets mit Freude bei der Arbeit, meist über den Feierabend hinaus.

„Das nennt man Kundenpflege“, stellt Werner Panning nicht ohne Stolz fest und ergänzt: „Ansprache, Beratung, die Möglichkeit anzufassen, auszuprobieren. So etwas kann kein Online-Shop leisten.“

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