Bad Arolsen/Kassel

Mordprozess mit Geständnis eröffnet

- Bad Arolsen/Kassel (-es-). Der mit Spannung erwartet Mordprozess gegen den 40-jährigen Bad Arolser, der vor einem Jahr seine von ihm geschiedene Ehefrau Tina und Mutter seiner beiden Kinder im Finkenweg 30 in Mengeringhausen erschossen hat, ist mit dem Verlesen einer 70-minütigen Erklärung des Angeklagten vor dem Landgericht Kassel eröffent worden.

In seiner Erklärung schilderte der Mann sehr detailsgenau die Entwicklung seiner Beziehung und zeichnete ein Bild von sich, dass ihn als unterwürfig und von seiner Ex-Frau hörig erscheinen ließ. Über Jahre habe er sich erniedrigen lassen ohne dies selbst kritisch zu hinterfragen. Als dann seine Ex-Frau den Zugang zu den gemeinsamen Kinder immer mehr eingeschränkt habe, habe er den gemeinsamen Sommerurlaub mit den Kindern in Gefahr gesehen. Deshalb habe er in der Nacht zum 27. Juni 2010 seiner Ex-Frau vor der Garage aufgelauert. In der Absicht, sie zur Rede zu stellen und ihre Zustimmung zum Urlaub des Vaters mit seinen Kindern zu erzwingen, habe er eine Pistole gezückt und zunächst nur einen Warnschuss abgegeben. Daraufhin habe sie ihm zu verstehen gegeben, dass er nun gar keine Chance mehr habe, mit den Kindern Umgang zu pflegen. Überhaupt könne sie seine Fratze nicht mehr sehen. Daraufhin, so der Angeklagte, habe er die Kontrolle verloren und habe auf seine Ex-Frau mehrere Schüsse abgegeben. Die Staatsanwaltschaft spricht von vier Schüssen, die den Oberkörper der Frau trafen und zu deren schnellem Verbluten führten. Der Angeklagte, der im schwarzen Nadelstreifenanzug vor Gericht erschien und sich in wohl formulierten Sätzen zu seienr Person, zu seinem Leben, zu seiner Ehe und zum Tatgeschehen äußerte, betonte mehrfach, dass er sich der großen Schuld bewusst sei, die er durch seine Tat auf sich geladen habe. Er entschuldige sich ausdrücklich bei seinen Kindern, seiner Familie und allen, die die Verstorbene geliebt hätten. Er bereue seine Tat sehr. Während der Untersuchungshaft in der JVA Kassel I habe er genügend Zeit gehabt, über seine Situation und seine Tat nachzudenken. All das habe er auf 170 handschriftlichen Seiten aufgeschreiben, von denen er vor Gericht zunächst nur eine Zusammenfassung verlesen woll.. Insgeamt sollen an 13 Verhandlungstagen mehr als 60 Zeugen gehört werden, am ersten Verhandlungstag, am Montag 9. Mai werden es neun Zeugen sein.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom 10. Mai 2010

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare