Anwohner des Mühlenbergs in Wetterburg beschweren sich wegen Sportparcours

Mountainbike-Strecke kommt Bürgern quer

Bad Arolsen-Wetterburg. - Was dem einen Spaß macht und ihn fit halten soll, nervt manchen anderen: Die Rede ist von der Mountainbike-Strecke des TSV Wetterburg am Mühlenberg.

In dem zum Teil sehr steilen Waldstück unterhalb des Sportplatzes sind gut ausgebaute Strecken mit Sprungschanzen, eingebauten Hindernissen und steilen Abfahrten trassiert worden, die Mountainbike-Sportler das Herz höher schlagen lassen. Eine Anzahl von Anwohnern am Mühlenberg fühlt sich allerdings gestört und sieht ein Naherholungsgebiet mit Wanderwegen in Gefahr. Die Bürger wenden sich in einem Brief an die Waldeigentümerin, die Fürstliche Hauptverwaltung, und den TSV Wetterburg, dessen Mountainbike-Abteilung den Parcours mit seinen 52 Mitgliedern nutzt. 30 Bürger aus dem Wohngebiet unterstützen mit ihren Unterschriften den Beschwerdebrief, wie Anwohnerin Yvonne Teichgräber berichtet. Sie selbst hat vor drei Jahren am Wald ein Haus gekauft: „Wenn der Parcours dort schon gewesen wäre, hätte ich das Haus nicht gekauft.“ „Anwohner fühlen sich in der Privatsphäre gestört, Bürger sowie heimische Wildtiere werden aus dem Wald vertrieben“, heißt es in dem Schreiben. Ferner fordern sie eine Absicherung der Wanderwege an den gefährlichen Kreuzungen mit der Mountainbiketrasse. Wanderer würden durch dieses Gewirr von Wegen und Trassierbändern vergrault, stellt Yvonne Teichgräber fest. Zudem beschweren sich die Unterzeichner über die Geräuschbelästigung durch Bau­arbeiten an dem Parcours, lautes Rufen und bei den Abfahrten. Die Strecken rückten teilweise schon bis auf Sichtkontakt an die Grundstücke heran. Die Anwohner schreiben, dass sie „grundsätzlich nicht gegen das Sport- und Freizeitangebot Mountainbike“ seien. Sie fordern aber eine „Zeitenregelung für die Nutzung und den Bau der Strecken, die auch den direkten Anwohnern zumindest teilweise einen ruhigen Feierabend bzw. ein ruhiges Wochenende ermöglichen“. Daneben würden sie Kontrollen erwarten. Zwar ließen sich mit dem Verein Regelungen treffen, geben die Beschwerdeführer zu bedenken, „aber was ist mit den Trittbrettfahrern und Unbefugten, die die Strecke ebenfalls nutzen?“ Schon seien motorisierte Benutzer des Mountainbike-Parcours gesehen worden. Die TSV-Abteilung sieht die Sache freilich anders: Auf der Basis eines Nutzungsvertrags mit der Eigentümerin laufe der Betrieb geregelt ab, die erforderlichen Versicherungen seien abgeschlossen und Sperren seien zum Schutz der Wanderer gebaut worden, sagte Abteilungsleiter Ingo Kiwitt (siehe weiteren Bericht). Er verbürgt sich für das ordnungsgemäße Verhalten seiner Sportfreunde, die außer aus Wetterburg aus Bad Arolsen, Bad Wildungen, Paderborn und Kassel kommen. „Rowdys gibt es leider immer“, räumt Kiwitt im Hinblick auf andere Nutzer des Geländes ein. Angesichts der Sicherungsmaßnahmen der trassierten und zum Teil abgesperrten Strecken sieht er kein Konfliktpotenzial etwa mit Wanderern. Neben dem Mühlenberg nutzen die Fahrradfreunde das alte Clubheim des TSV und den Sportplatz für Lager- und Veranstaltungszwecke. Gleichwohl sieht sich das Riot Racing Team, so der Name der TSV-Sparte, bei aller Begeisterung von Radsportfreunden auch scharfer Kritik ausgesetzt. Ob es zu einem Kompromiss kommen wird mit weiteren Nutzungsbeschränkungen, muss sich zeigen.Für den 7. Dezember ist ein Turnier am Mühlenberg angesagt. Die Mountainbike-Freunde freuen sich schon auf die Veranstaltung. Mit ihren Fahrrädern können sie rund ums Jahr ihrem Sport frönen. (ah)

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