Austausch zwischen Cholula und Bad Arolsen

Musikalische Bande mit Mexiko

- Eine musikalische Partnerschaft mit Bad Arolsen strebt die mexikanische Stadt San Pedro Cholula an. Der in Mexiko lebende Arolser Immanuel Brand und CRS-Musiklehrer Rainer W. Böttcher haben Grundlagen dafür geschaffen.

„Offiziell“ wurde diese Verbindung bei einem Abendessen zum mexikanischen Nationalfeiertag. Die ersten Schritte wurden von Bürgermeister José Juan Espinosa in Anwesenheit von Brand während des offiziellen Abendessens zum Feiertag vor Magistrats- und Kongressabgeordneten bekannt gegeben. Die Stadt Cholula werde auch unter dem aktuellen Anlass der Eröffnung des Audi-Werkes in Puebla den Austausch in mehreren Bereichen mit deutschen Institutionen fördern. Das Interesse an einer verstärkten Orientierung nach Deutschland ist nicht nur von wirtschaftlicher Natur, wie Brand, Mitarbeiter der Universität in Puebla, berichtet. Pläne vorgestellt Brand wurde zu dem Empfang eingeladen, weil die Stadt San Pedro Cholula (älteste durchgehend bewohnte Stadt Amerikas) mit Bad Arolsen eine Kultur- und Musikpartnerschaft anstrebt. Im November 2014 besuchte der CRS-Kammerchor unter Leitung von Steffen Hause und Begleitung von Musiklehrer Rainer W. Böttcher Mexiko und präsentierte unter anderem in San Pedro Cholula ein beeindruckendes Konzert in dem alten Franziskanerkonvent Convento de San Gabriel Arcángel, das viele Kulturpolitiker und der Bürgermeister Espinosa erlebten. Von dem Konzert und dem deutschen Modell Schulmusik so beeindruckt, begann man Möglichkeiten auszuschöpfen, mit Bad Arolsen und der dortigen Musikszene eine Partnerschaft herzustellen, um den kulturellen Austausch zwischen jungen Deutschen und Mexikanern zu fördern und das auch auf stabile institutionelle Verhältnisse zu übertragen. Dafür wurden in zahlreichen Telefonaten zwischen Rainer Böttcher und Brand die ersten Weichen gestellt: Über die CRS, die Musikschule Bad Arolsen, dessen Leiter Daniel Senft Bereitschaft signalisiert hatte, und dem hessischen Landesverband der Schulmusiker. Von mexikanischer Seite versprach der Magistrat von San Pedro Cholula unter Generalsekretär Ignacio Molina, dafür ein rechtliches Fundament und einen Fonds einzurichten. Man werde auch die „Fausto de Andrés“-Musikhochschule von Cholula herbeiziehen und den Austausch von jungen Musikern ausweiten. Der Bürgermeister von San Pedro Cholula: „In Sachen musikalischer und Jugendförderung haben uns die jungen Sängerinnen und Sänger aus Bad Arolsen einen interessanten Einblick in ihre Heimat ermöglicht. Wir haben in Cholula auch ein erstaunliches Potenzial, dieses jedoch noch nicht voll ausgeschöpft. Eine Zusammenarbeit mit den musikalischen Einrichtungen Bad Arolsens wird sicher für beide Seiten ein Gewinn sein. Wir streben auch an, junge Musikensembles nach Deutschland zu entsenden, freuen uns natürlich auch auf einen erneuten Besuch der CRS-Musiker.“ Der Haushalt der Stadt sei ausgeglichen und biete etwas Handlungsspielraum beim Beantragen von weiteren Mitteln, damit diese Partnerschaft auch finanziell auf solidem Fundament steht, so Magistratsvorsitzender Ignacio Molina. Cholula habe eine besondere Beziehung zu Deutschland: Der deutsche König Karl V. als Karl I. von Spanien habe vor 450 Jahren das Stadtrecht erteilt. Molina: „Bis heute spielt dieser Monarch für uns und Mexiko allgemein eine wichtige Rolle. Geschichte durch die Jugend wiederaufleben zu lassen, wäre großartig.“ Musikalische Vielfalt „Bad Arolsen hat für seine Größe eine herausragende Musikszene, die bereits international bekannt ist“, stellt Immanuel Brand fest, der an der Christian-Rauch-Schule das Abitur machte. Konzerte der CRS-Musici in vielen Ländern Europas, dem Nahen Osten, den USA und seit vorigem Jahr auch in Mexiko seien deren Visitenkarten. Von deutscher Seite werde ein Besuch nach Cholula mit großem Orchester für den Herbst 2016 geplant. „Dann ist auch das ,Deutsche Jahr in Mexiko – Año Alemán en México‘ “, so Brand. Mike Bricaire, Kulturdezernent von Cholula, hat den Kammerchor im vergangenen November nicht nur gehört, sondern auch bei verschiedenen kulturellen Aktivitäten in Mexiko begleitet. Er schwärmt: „Nicht nur fabelhafte junge Menschen, sondern auch zwei beeindruckende musikalische Leiter zweier Generationen, die Zusammenarbeit auf höchstem Niveau präsentierten. Mit Maestro Böttcher hatte ich auch mal das Vergnügen länger zu sprechen und merkte gleich seinen Enthusiasmus für musikalische Projekte. Unterstützung wurde uns von der Kulturchefin unseres Generalkonsulats in Frankfurt, Elisabeth Brand, zugesichert. Hoffentlich klappt es im nächsten Jahr, die deutschen Musiker hier zu empfangen, wir sind bereit!“ (r/ah)

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