Ernst Eichner hat 31 Sinfonien hinterlassen

Musikalisches Denkmal für Arolser Komponisten

Bad Arolsen - Dem 1740 in Bad Arolsen geborenen Barockkomponisten Ernst Dietrich Adolph Eichner haben das Kurpfälzische Kammerorchester und der Landkreis Kusel ein musikalisches Denkmal gesetzt.

Nach der Konzertreihe „Musik im Jagdschloss Pettersheim“ ist nun eine CD mit zwei Sinfonien und Konzerten für Fagott, Klarinette und Orchester entstanden, die Eichner nachweislich bei seinen Aufenthalten im Jagdschloss des kunstsinnigen Herzogs Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken komponiert hat.

Das Jagdschloss Pettersheim war im Barock Begegnungsstätte von Künstlern und Literaten.

Zu ihnen zählte auch der Fagottist und Komponist Ernst Eichner, der vom Landesherrn als Konzertmeister engagiert und gefördert wurde. So finanzierte Herzog Christian den damals sehr teuren Druck einer Eichner-Partitur. Die vom Mäzen getragenen Kosten für den Kupferstich entsprachen in etwa dem Jahresgehalt des Konzertmeisters.

Ernst Eichner wurde am 9. Februar 1740 in Arolsen als viertes Kind des fürstlich-waldeckischen Kammermusikers Johann Andreas Eichner (1694-1768) geboren, dessen Hauptinstrument das Fagott war.

Sein Vater unterrichtete ihn auf dem Fagott und dem Klavier. Violinunterricht könnte er bei Arolser Hofmusikern, dem Konzertmeister Leonhard Polon (um 1690-1754) oder Bernhard Hupfeld erhalten haben. Unterricht in Kontrapunkt und Tonsatz erhielt er beim Hofkantor Johann Joachim Rothe (um 1685-1754).

Von seinen Zeitgenossen wurde er hochgeschätzt und kam zu Lebzeiten sowohl als Komponist als auch als Fagottist und Konzertmeister zu internationalem Ruf. Eichner starb jedoch früh mit 37 Jahren in Potsdam und geriet bald in Vergessenheit.

Im Online-Lexikon Wikipedia heißt es dazu: „Mit 31 Sinfonien und 20 Konzerten gelten diese als Schwerpunkt seines Wirkens, doch schuf er auch Kammermusik, unter anderem sechs Flötenquartette op.4. 1772 erschien das Opus fast zeitgleich in Paris, London und Amsterdam.“ Christian Friedrich Daniel Schubart rühmte Eichners Werke 1784 für ihre holde Anmut und „zerschmelzende Süßigkeit“.

Die jetzt erschienene CD-Einspielung mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester enthält drei Sätze aus der Sinfonia Nr. 7 D-Dur, drei Sätze aus der Sinfonia Nr. 23 D-Dur sowie ein Concerto C-Dur für Fagott und Orchester und ein Concerto Es-Dur für Klarinette und Orchester. (es)

Die CD ist zum Preis von 25 Euro im Musikhandel oder für 19 Euro plus Porto beim Musikverlag Unisono, Theodor-Heuss-Straße 90, 67240 Bobenheim-Roxheim, erhältlich. Mail: unisono@thunder-studios.de

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