Doppeljubiläum am Denkmaltag 8. September

Mustergültiges Heimatmuseum in Mengeringhausen 

Doppeljubiläum im Museum Mengeringhausen. Die Festschrift stellen vor, von links: Gudrun Engelhard, Fritz Plücker, Ursula Jütte, Wolfgang Rest (mit Ehefrau Brigitte Rest) und Erich Müller. Aus der Redaktion der Schrift fehlt Prof. Dr. Martin Kipp. Foto: Armin Haß

Mengeringhausen – Mit Herz und Hand, mit historischem Sachverstand und Gespür für interessante Ausstellungsthemen haben die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins Mengeringhausen ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1666 in ein attraktives Museum umgestaltet. 1999 gab es dafür den Hessischen Denkmalpreis.

 Vor 20 Jahren wurde das Museum eröffnet. Vor 30 Jahren gründete sich der Heimat- und Museumsverein mit dem Ziel, die Geschichte der Ackerbürger-, Handwerker- und Garnisonsstadt in einem eigenen Gebäude darzustellen und eine Begegnungsstätte für junge und ältere Menschen zu schaffen, die auch aus der Geschichte etwas zu erzählen haben.

Das gibt es zu sehen

Am Sonntag, 8. September, wird das Jubiläum ab 14 Uhr in dem Haus Hintere Straße gefeiert. Am Tag des offenen Denkmals besteht Gelegenheit, in den 22 Räumen des aufwendig sanierten Fachwerkhauses die vielen Facetten der Geschichte zu entdecken.

Zwei Sonderausstellungen sind zu sehen: „Fleißige Bienen“ in Zusammenarbeit mit dem Imker Friedrich Althoff und „Waldecker Handarbeiten“. Vom Waldecker Stern bis zum Leinenkittel reicht das Spektrum.

So gelang das Projekt

Als „Jahrhundertglück“ hatte der langjährige Vorsitzende und „Motor“ des Museums(vereins), Henner Syring, die Übertragung des ehemaligen Hauses Meuser durch die Firma Hewi an den Vereins bezeichnet.

Für 1,5 Millionen Mark, etwa 760 000 Euro, wurde das Fachwerkhaus saniert und dabei die ursprüngliche Struktur herausgearbeitet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz steuerte 40 Prozent der Kosten bei, weitere 40 Prozent kamen vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege. Der damalige Bezirkskonservator Dr. Michael Neumann unterstützte das Projekt nachdrücklich. Grundlegende Erkenntnisse lieferten ein genaues Aufmaß des Gebäudes und dendrochronologische Gutachten, mit deren Hilfe das Alter der verbauten Holzstämme bestimmt werden konnte.

Kräutergarten am Teichwall

Die restlichen 20 Prozent der Kosten teilten sich die Stadt und der Museumsverein. Der Verein leistete erhebliche Eigenleistungen, wobei acht Geschichtsfreunde sich besonders engagierten. 8000 Arbeitsstunden wurden unentgeltlich geleistet. Wertvolle Arbeit leistete die Architektin Ingrid Schneider.

In einem Raum ist eine bei der Grabung gefundene alte Feuerstelle zu sehen. Ein Kräutergarten ziert das Gelände vor dem Haus am Teichwall.

Seilerei ist Besonderheit

Eine Besonderheit ist die bis 1994 von Seilermeistermeister Wilhelm Nelle betriebene und 1998 an das Museum nach Sanierung übergebene Betriebsgebäude aus dem Jahr 1949. Alle Gerätschaften sind noch vorhanden, der Betrieb gründete auf eine 275-jährige Familientradition. Kernstück ist die Reeperbahn, mit der aus verschiedenen Strängen lange Seile und Stricke gedreht und gesponnen wurden.

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