Schon wieder Hochbetrieb am Twistesee

 Nach Ende der coronabedingten Schließungen locken nordwaldeckische Wohnmobilplätze

Wohnmobilplatz Volkmarsen unterhalb der Kugelsburg. Ehepaar Ochmann aus Korbach. Foto: Armin Haß

BadArolsen/Volkmarsen Auf 40 000 Übernachtungen wie im vorigen Jahr wird es der Wohnmobilhafen am Twistesee in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht bringen. Doch sind die Betreiber dieses Platzes und die Inhaber des Wohnmobilhafens „Unter dem Scharfen Stein“ in Volkmarsen froh, dass sie am Freitag ihre Plätze öffnen durften.

Der Betrieb begann wie auf Knopfdruck. „Die ersten standen schon um 6 Uhr am Morgen an der Zufahrt“, berichtete Sigrid Stümpel, die zusammen mit ihrem Ehemann Ludwig den inzwischen 150 Plätze bietenden Wohnmobilhafen am Staudamm seit zehn Jahren betreibt. Einige hätten sogar schon um Mitternacht da sein wollen, schilderte sie den sehnlichen Wunsch von Wohnmobilisten, wieder unterwegs sein zu können.

Betrieb im Wohnmobilhafen Twistesee. Fotos: Armin Haß

Die Resonanz ist auch auf dem erst im Frühjahr eröffneten groß: Für den Platz unterhalb der Kugelsburg in Volkmarsen rechnet Mitbetreiber Marcus Vasholz ab dem Wochenende mit einer 50-prozentigen Belegung der insgesamt 32 Stellflächen.

"Tapetenwechsel" wichtig

Zehn Anmeldungen lagen ihm bereits nach Bekanntwerden der Lockerungen vor. Am Freitagnachmittag waren die ersten Plätze belegt.

Auffallend war dies: Die meisten Wohnmobile stammten aus dem Umland. Nach dem Motto „Hauptsache Tapetenwechsel und unterwegs sein!“ ist offensichtlich Bewegung in die Wohnmobilfreunde gekommen.

Hochbetrieb am Twistesee

Das Ehepaar Jutta und Horst Ochmann kam aus dem nahen Korbach angefahren. Sie hatten mit einem befreundeten Ehepaar aus dem Landkreis eigentlich eine Tour an dem Wochenende in den Harz geplant. Doch dieses Vorhaben haben sie wegen der Unsicherheit darüber, ob der Kurztrip in Sachsen-Anhalt so gelingen werde, hat sie in heimatlichen Gefilden gehalten. Und sie fühlen sich auch unterhalb der Kugelsburg wohl, genießen die mittlerweile wärmenden Sonnenstrahlen.

Die Hälfte der 150 Plätze am nahe gelegenen Staudamm Twistesee haben Sigrid und Ludwig Stümpel bereits für die Zeit bis zum Fronleichnamstag reserviert. Tägliche gingen Hunderte E-Mails bei ihnen ein, freuen sich die Betreiber des seit 2010 bestehenden Wohnmobilhafens, der zunächst mit 100 Plätzen auf 10 000 Übernachtungen kam und damit schon sehr gut ausgelastet war.

Die ersten Besucher kommen auf dem Wohnmobilplatz unter dem Scharfen Stein in Volkmarsen an.

Noch kommen nach der Wiedereröffnung am Twistesee nur deutsche Urlauber. Doch haben sich schon Holländer gemeldet, die nach weiteren Lockerungen wahrscheinlich demnächst gen Bad Arolsen fahren werden.

Das war der Anfang

Der neue Platz am ehemaligen Tennisgelände in Vokmarsen musste fünf Tage nach der Neueröffnung am 13. März die ersten Urlauber nach Hause schicken: Wegen der Corona-Pandemie mussten auch die Wohnmobilplätze geschlossen werden. 

Blick vom namensgebenden Scharfen Stein auf den neuen Wohnmobilplatz Volkmarsen.

In den kühlen Frühlingstagen hatten vier bis acht Wohnmobilfreunde täglich auf dem Platz Urlaub gemacht und die Gegend erkundet. Die Teilhaber der eigens gegründeten Gesellschaft bürgerlichen Rechts haben die Zeit bis zur Wiedereröffnung für noch ausstehende Arbeiten auf dem Gelände genutzt. So wurden weitere Bepflanzungen vorgenommen.

So läuft die Anmeldung

 Die Betreiber haben keine Soforthilfe für ihre touristische Einrichtung beantragt, wie Vasholz berichtete. „Wir betreiben den Platz im Nebenerwerb und können von unseren Hauptberufen leben“, sagt er. Die Inhaber des Platzes machen selbst gerne Urlaub mit dem Wohnmobil. 

Normalerweise können Wohnmobilisten spontan den Platz ansteuern und müssen sich nicht vorher anmelden. In Corona-Zeiten müssen sie aber zur Beobachtung einer möglichen Ausbreitung des Virus den Platz reservieren und dabei Name, Adresse, Telefonnummer und Kfz-Kennzeichen angeben.

 Einschränkungen

Die Betreiber kontrollieren das Gelände in Volkmarsen mehrmals täglich, die Hinweise für Reservierung und Verhalten werden auch an den Automaten angebracht, an denen Besucher normalerweise nur Geld einwerfen müssen. Die Sanitäranlagen sind vorerst geschlossen. Die übrigens Dienstleistungen, wie etwa die Entsorgung von Schmutzwasser, werden weiter angeboten. 

Mit Beschränkungen müssen auch die Urlauber am Twistesee zurechtkommen. Doch in den zumeist gut ausgestatteten Wohnmobilen lässt es sich verkraften, wenn unterwegs etwa die sanitären Anlagen nicht oder nur begrenzt verfügbar sind. 

Cafe geöffnet

Am Staudamm war neben dem Cafe auf dem Überlauftrichter der Freisitz an der Rezeption des Wohnmobilplatzes schon geöffnet und gab es Imbisse und Getränke. Einen Kaffee im Sonnenschein genossen nach der Eröffnung auch Einheimische. Die Wohnmobilisten kamen hingegen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist. Für sie ist das Waldecker Land eine  Attraktion.

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