Bad Arolsen

Nächtlicher Brand über Werkstatt von Waffengeschäft

- Bad Arolsen (-es-). Feuer bei Waffen-Schwenke. – Die Kombination dieser beiden Begriffe in der Alarmmeldung an die Arolser Feuerwehr genügte, um alle Einsatzkräfte in den frühen Morgenstunden des Dienstag besonders vorsichtig zu Werke gehen zu lassen.

Einer der beiden Bewohner des Eckhauses an der Helenenstraße/Leitegraben wurde gegen 3.20 Uhr durch die akustische Alarmanlage des Hauses geweckt. Als der 63-Jährige das Fenster öffnete, nahm er Brandgeruch wahr und alarmierte sofort die Feuerwehr. Noch vor Eintreffen der Rettungskräfte hatte er die 77-jährige Mutter des Hausbesitzers wach geklingelt und samt Dackel unverletzt aus dem Gefahrenbereich gebracht. Als die Brandschützer kurz darauf vor Ort eintrafen, stellten sie sofort fest, dass sich im ausgebauten Dachboden über der alten Werkstatt ein Schwelbrand entwickelt hatte. Beim Versuch, das Dach zu öffnen, war auch offenes Feuer zu sehen. Unter Atemschutz rückten die ersten Trupps der Feuerwehr unter Leitung von Wehrführer Gordon Kalhöfer gegen das Feuer vor, während von außen die Drehleiter in Stellung gebracht wurde. Besondere Vorsicht war angesagt, weil vermutet werden musste, dass möglicherweise auch Munition oder Schwarzpulver mit dem Feuer in Berührung kommen könnte. Gleich neben dem Werkstattanbau befindet sich das Alten- und Pflegeheim des Waldeckischen Diakonissenhauses. Der Weg zwischen beiden Gebäuden reichte jedoch als Sicherheitsabstand aus. Das Altenheim musste nicht geräumt werden. Aber erst als der ebenfalls alarmierte Eigentümer die Feuerwehr beruhigen konnte, dass in dem vom Feuer betroffenen Gebäudeteil keine Munition gelagert war, entspannte sich die Lage. Die Dachhaut wurde von den Feuerwehrleuten über eine Dachterrasse von außen geöffnet, so dass gezielt gegen die Flammen vorgegangen werden konnte. Gegen einen Innenangriff sprach nach Einschätzung des Wehrführers, dass die in der Brandwand eingebaute, feuerhemmende Tür einen wichtigen Schutz für das Hauptgebäude bedeutete. Das Öffnen der Tür hätte zu weiteren Rauchschäden geführt. Umso größer war die Überraschung, dass durch die Hitzeentwicklung ein Wasserrohr in der Dachwohnung geplatzt war. Das austretende Wasser trug nichts zum Lösen der Flammen bei, sorgte aber dafür, dass die Lehmdecke zur Werkstatt aufweichte. Die Feuerwehr stellte den Haupthahn im Keller ab, sobald im Zuge der fortschreitenden Löscharbeiten das geplatzte Wasserrohr entdeckt wurde. Brandnester im Schutt Weil unter den Unmengen von Brandschutt im Dachboden zahlreiche Brandnester gefunden wurden, entschloss sich die Feuerwehr, den Brandschutt mit Mistgabeln und Schaufeln aus dem Gebäude zu entfernen. Wehrführer Kalhöfer sprach gestern Nachmittag von rund einer Tonne Brandschutt, der von seinen Leuten aus Sicherheitsgründen vom Dachboden entfernt wurde. Insgesamt waren 33 Einsatzkräfte der Arolser Feuerwehr und 19 Angehörige der Mengeringhäuser Feuerwehr über Stunden im Einsatz. Die Aufräumarbeiten dauerten bis gegen 11 Uhr. Dann lösten sich die Feuerwehrleute mit den Brandermittlern der Polizei ab. Die routinemäßigen Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, dass der Brand im Bereich eines Saunaofens im Dachgeschoss ausbrach. Vermutlich wurde durch die Hitze ein Kurzschluss erzeugt, woraufhin die akustische Alarmanlage ausgelöst wurde und den Mieter weckte. Ein technischer Defekt gilt als wahrscheinlich. Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung liegen nicht vor. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen beläuft sich der Schaden auf etwa 100 000 Euro.Die Polizei stellte außerdem fest, dass von den im Gebäude gelagerten Waffen und Munition zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr ausgegangen sei. Waffen und Munition seien in speziellen Behältnissen ordnungsgemäß aufbewahrt worden und damit sicher gewesen.

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