Nachhaltigkeit als Thema populär machen:

Nagelneue Kleidung bei Tauschbörse an Bad Arolser Schule

Die Christian-Rauch-Schule im Tausch-Rausch: Schüler, Eltern und Ehemalige nutzten die erste Kleidertauschbörse, um Schnäppchen zu ergattern und ein Zeichen für Nachhaltigkeit zu setzen. Foto: Sandra Simshäuser

 Bad Arolsen – Vom Jackett bis zur Bommelmütze: geschätzte 700 Kleidungsstücke kamen für die erste Kleidertauschbörse an der Christian-Rauch-Schule zusammen. Um den Aktionstag zu ermöglichen, hatten Schüler, Eltern und Ehemalige des Arolser Gymnasiums ihre Kleiderschränke durchforstet und gut erhaltene Sachen gegen Wertmarken abgegeben.

Am Samstag wurde die Schulcafeteria zur Fundgrube umfunktioniert und gleich nach Eröffnung von mehreren Dutzend Tauschwilligen genutzt. Wer Kleidung gespendet hatte, war klar im Vorteil und konnte sich locker mit Pullis, T-Shirts und Jeans eindecken.

Das erstaunt Organisatoren

„Tauschen statt wegwerfen“, lautete schließlich die Devise der Tauschbörse. Vor allem Schülermütter sowie männliche Jugendliche machten von dem Angebot Gebrauch, sich Kleidung auszusuchen, die teils noch nagelneu mit anhängendem Preisschild abgegeben wurde.

Schülerinnen fanden dagegen nur ganz vereinzelt den Weg an die ansprechend aufgebauten Kleidertische. Speziell bei den modebewussten Mädchen besteht offenbar noch Informationsbedarf, was das Bewusstsein für Nachhaltigkeit angeht. Schließlich geht es den Initiatoren des Arbeitskreises Grüne CRS um einen schonenden Umgang mit Ressourcen.

Große Unterstützung

Die große Tausch- und Spendenbereitschaft hat die Organisatoren dennoch erstaunt. „Wir sind total baff über die Resonanz“, erklärte Lehrer Patrique Fischer, der die Aktion mit den Arbeitskreis-Mitgliedern betreute.

Als Umweltbotschafter haben Schüler der AG vorab 25 Gymnasialklassen besucht und das Konzept der Tauschbörse vorgestellt. Viele Schüler hätten danach erklärt, mitmachen zu wollen.

Mit der Nähmaschine dabei

Am Samstag standen mehrere Sechstklässlerinnen sogar mit der Nähmaschine bereit, um Änderungen vorzunehmen und Selbstgenähtes anzubieten. Um den Besuch anzukurbeln, sorgte der Arbeitskreis zudem für ein Rahmenprogramm, das an ein Schulfest denken ließ. 

Neben Verpflegung in der Cafeteria und einem Waffelstand boten die Bigband und die Orchesterklasse 6d unter Leitung von Werner Sostmann musikalische Untermalung.

Fair hergestellte Bälle

Die Wanderausstellung „Fit for Fair“informierte über die häufig katastrophalen Produktionsbedingungen von Kleidung in Dritte-Welt-Ländern. Auch die Eine-Welt-Gruppe war mit einem Stand vertreten. Unter dem Motto „Faire Bälle für Schule und Verein“ setzt sich die Steuergruppe Fairtrade-Stadt Bad Arolsen und Eine-Welt-Gruppe für gerecht gehandelte Waren ein. 

„Schön, dass sich die Zusammenarbeit mit der CRS ergeben hat“, erklärte Steuergruppen-Sprecherin Beatrix Bröker. Ob die Kleidertauschbörse in eine zweite Runde gehen wird, so AG-Mitglied Kevin Andrita, werde sich nach den Besucherzahlen und der Menge der übrig gebliebenen Stücke entscheiden. (Von Sandra Simshäuser)

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