Neues Pflegekonzept

Laub bleibt in Bad Arolsen liegen zum Nutzen der Bäume

Das Laub wird für die besser Aufnahme in den Boden im Kurpark geschreddert. So sollen die Lebensbedingungen der Bäume verbessert werden.
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Das Laub wird für die besser Aufnahme in den Boden im Kurpark geschreddert. So sollen die Lebensbedingungen der Bäume verbessert werden.

Ein neues Pflegekonzept für Große Allee, Kurpark und viele Grünflächen in Bad Arolsen macht sich nun bemerkbar: Das Laub wird nicht weggeräumt.

Bad Arolsen – „Wir werden Abschied nehmen vom englischen Rasen“, prophezeite der Bad Arolser Bürgermeister Jürgen van der Horst bereits im September. Das gilt nun besonders für die Große Allee und den Kurpark, wo das Laub vorerst liegen bleibt und ab dem kommenden Jahr nicht mehr so häufig Rasen gemäht wird - alles, um die Bäume zu bewahren.

Helle und dunkle Streifen

Auffällig besonders in der Allee sind die dunklen Streifen inmitten des liegen gebliebenen Laubs: Dort wurde das bunte Blattwerk mithilfe von großen Rasenmähern gemulcht, um besser von kleinem Getier und Mikroorganismen in den Boden aufgenommen zu werden.

Der Plan ist, durch eine veränderte Grünflächenpflege die durch mehrere trockene Sommer gestressten Bäume besser mit Nährstoffen versorgen zu können und Wasser versickern zu lassen. Die inzwischen immer selteneren, dafür aber umso heftigeren Regenfälle treffen auf einen durch die Trockenheit hart gewordenen Boden.

Weniger Rasen mähen

Durch weniger intensiveres Mähen soll der Boden besser die Feuchtigkeit besser halten und Regenwasser aufnehmen können.

Blätter bleiben auf städtischen Flächen ab sofort länger liegen, Rasen wird seltener gemäht. Alles zum Nutzen der durch Dürreperioden gestressten Bäume.

Momentan sind die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofes und der Stadtgärtnerei damit befasst, das Laub in Allee und Park mit Mähgeräten aufzubereiten, damit der Boden langfristig besser wird: Mehr Regenwürmer, aber auch feuchtigkeitsliebende Pilze lassen den harten Boden aufleben und lockern ihn auf.

Das Netzwerk von Pilzen und Bäumen

Das Geflecht der Pilze wird von den Baumfachleuten zudem geschätzt, weil es zwischen den Wurzeln die Versorgung der Bäume mit Nährstoffen fördert.

Ganz auf einen Öko-Rasen wird die Stadtgärtnerei jedoch nicht setzen, auch ästhetische Belange und die Verkehrssicherheit auf den Gehwegen sollen beachtet werden. So wird das Laub jeweils einen halben Meter neben den Wegen vom Rasen entfernt und sollen die Blätter keinen rutschigen Teppich auf der Flaniermeile zwischen Schloss und Schulzentrum oder am Neuen Schloss (Schön Klinik) bilden.

Rasen soll nicht vermodern

Zum Ende des Jahres, so ist es geplant, soll das gesamte verbliebene Laub von den großen Rasenflächen entfernt werden, damit der Rasen unter der Schicht nicht zu modern beginnt.

Zudem soll es im Winter ja auch Schnee geben, der dann ohne Laubschichten bei Tauwetter besser in den Boden einsickern könnte.

Das Gras soll sprießen

Wenn die Maiglöckchen blühen, wird der Rasen nur noch zum Teil, nämlich unmittelbar neben den Wegen so gemäht, wie es die Bürger gewohnt sind. Auf den mittleren, größeren Abschnitten lässt man das Gras sprießen, um den Boden durch das feine Wurzelwerk lockerer zu bekommen.

Ähnlich funktioniert das schon seit einigen Jahren vor dem Christian-Daniel-Rauch-Museum, wo zudem allerlei Blumen blühen dürfen, bis der Schnitter vom Betriebshof kommt. (Von Armin Haß)

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