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Namenstafeln erinnern an 185 Buchenwald-Häftlinge in Arolsen: Gedenkort Gefängnishof

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Von: Elmar Schulten

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Neuer Gedenkort eröffnet: Der frühere Gefängnishof im ehemaligen Stabsgebäude der Innenstadtkaserne ist zu einem Gedenkort für die Häftlinge des Außenlagers des Konzentrationslagers Buchenwald umgestaltet worden. Die Texte, die mit Historikern von Arolsen Archives abgestimmt wurden, stammen von CRS-Schülerinnen.
Neuer Gedenkort eröffnet: Der frühere Gefängnishof im ehemaligen Stabsgebäude der Innenstadtkaserne ist zu einem Gedenkort für die Häftlinge des Außenlagers des Konzentrationslagers Buchenwald umgestaltet worden. Die Texte, die mit Historikern von Arolsen Archives abgestimmt wurden, stammen von CRS-Schülerinnen. © Elmar Schulten

Am 77. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald hat der Magistrat der Stadt Bad Arolsen einen besonderen Gedenkort im Bereich der ehemaligen SS-Kaserne seiner Bestimmung übergeben.

Bad Arolsen – Im ehemaligen Gefängnishof des Stabsgebäudes am Birkenweg sind nun Gedenktafeln mit den Namen der 185 Buchenwald-Häftlinge zusehen, die hier während des Nazi-Regimes als Zwangsarbeiter eingesetzt waren. Die Innenstadtkaserne diente damals als SS-Führerschule für SS-Angehörige, die für den Verwaltungsdienst in Konzentrationslagern ausgebildet wurden.

Häftlinge aus Buchenwald wurden hier als Servicepersonal für die SS-Lehrgangsteilnehmer eingesetzt. Über das ganze Ausmaß dieser Form der Zwangsarbeit berichtet das Buch „Außenlager Artur“, das der frühere CRS-Lehrer und Historiker Dr. Bernd Zimmer veröffentlicht hat. Bisher war dieses Buch die einzige Erinnerung, die an die bis dahin namenlosen Häftlinge erinnerte.

Ergebnisse eines Schülerprojektes

Auf Anregung von Arolsen Archives (früher: Internationaler Suchdienst) hat der Magistrat eine Kommission zur Sichtbarmachung der NS-Geschichte in Bad Arolsen eingesetzt. Erstes sichtbares Ergebnis der Kommissionsarbeit ist die jetzt eröffnete Gedenkstätte im Gefängnishof.

Die Texte auf den Gedenktafeln wurden Schülerinnen einer Geschichts-AG der Jahrgangsstufe 11 der Christian-Rauch-Schule unter Leitung von Geschichtslehrerin Tina Römer erarbeitet. Auch bei der Vorstellung der Gedenkstätte am ersten Tag der Osterferien waren Schülerinnen und Schüler mit dabei und verlasen Texte, die die Bedeutung der Gedenkstätte unterstreichen sollten: „Hier werden den Opfern ihre Namen zurückgegeben.“

Auch dunklen Teil der Stadtgeschichte sichtbar machen

„Dies ist ein gutes Projekt, auch wenn die Geschichte dahinter absolut nicht gut ist“, brachte es Landrat Jürgen van der Horst auf den Punkt. In seiner Zeit als Bürgermeister von Bad Arolsen hatte er das Projekt „Gefängnishof auf den Weg gebracht.“

Erster Stadtrat Udo Jost hat sich auch als Vorstandsmitglied im Verein „Historicum 20 - Forum Zeitgeschichte“ für das Projekt eingesetzt. Er stellte dazu fest: „In der 300-jährigen Geschichte der Stadt Arolsen gab es auch eine Phase, auf die wir heute ganz und gar nicht stolz sind. Es ist unsere Aufgabe, diesen Teil der Stadtgeschichte sichtbar zu machen.“

Weitere Projekte in Vorbereitung

Doch der Gedenkort im ehemaligen Gefängnishof sei erst der Anfang der Kommissionsarbeit, erklärte Jost. Weitere Projekte seien in Arbeit.

Der Gefängnishof wurde mit Mitteln aus dem europäischen Leader-Programm barrierefrei zugänglich gemacht. Der Hof ist über ein Tor am Birkenweg ganztägig zugänglich. Abends wird das Tor verschlossen. (Elmar Schulten)

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