Vier-Millionen-Projekt des Bildungs- und Sozialwerkes · Abbruch Bauhof begonnen

Neue Heimat für Menschen mit Autismus

Volkmarsen - Volkmarsen wird ab dem kommenden Jahr zur neuen Heimat für 30 autistische Menschen werden. Die Vorbereitungen für ein neues Heim auf dem Bauhof haben begonnen.

Volkmarsen (-ah-). Überrascht äußerte sich Bürgermeister Hartmut Linnekugel über die rasche Arbeit des heimischen Bauunternehmens, von den Gebäuden war am Donnerstagnachmittag bei einem Besichtigungstermin kaum noch etwas zu sehen. Der Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Sozialwerkes, Prof. Heinrich Schnatmann, rechnet für Mitte April mit der Baugenehmigung. Das rund vier Million Euro Wohn- und Therapiezentrum soll Mitte kommenden Jahres eröffnet werden. In mehreren Gruppen werden dann Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut, die einen geschützten Raum ohne irritierende Reize benötigen. Neue Fachkräfte 50 Mitarbeiter - Sozial- und Heilpädagogen, Heilerzieher, Erziehungskräfte und Ergotherapeuten - kümmern sich unmittelbar um die Bewohner. Zudem wird die Infrastruktur des ebenfalls vom Bildungs- und Sozialwerk betriebenen Seniorenheims Haus Kugelsburg genutzt werden. So wird aus der dort demnächst neu entstehenden Küche das Essen geliefert. Eingerahmt in Wohngebiet Zum Unterricht können die Kinder je nach Grad der Behinderung Regel- oder Förderschulen besuchen. Zu dem neuen Zentrum, das sich baulich an das umgebende Wohngebiet anpasst, gehören ein Therapiebad und ein Spielplatz. Es sei nicht üblich, dass junge Autisten und Erwachsene zusammen betreut werden, sagte Vereinsvorsitzender Siegfried Renneke. Und in Deutschland gibt es für Kinder und Jugendliche nur drei Einrichtungen, zwei davon vom Sozialwerk betrieben. Ansonsten müssten die autistischen Kinder in Psychiatrie-Heime gebracht werden, „wo sie nicht hingehören“, so Schnatmann. Idealer Standort Unterstützung geben die städtischen Gremien, aus der Anliegerschaft gibt es keine Einwände gegen die Einrichtung. Ihre Lage sei für den Einzugsbereich Nordhessen und Nordrhein-Westfalen ideal, denn speziell in Ostwestfalen oder im Hochsauerlandkreis gebe es keine vergleichbaren Einrichtungen, sagte Schnatmann. Finanziert werden die Betreuung und die Therapie über die Sozialhilfeträger. Zuschüsse für den Bau solcher Heime gibt es nicht. Immerhin unterstützen der Kreis und das hessische Sozialministerium das Projekt ideell. Erfahrungen Das Bildungs- und Sozialwerk hat in den vergangenen 20 Jahren in seinen insgesamt sechs ambulanten und stationären Einrichtungen für derzeit 180 Menschen Erfahrungen mit der Betreuung von Autisten gesammelt.Dabei ist diese spezielle Behinderung, die die Wahrnehmung und das soziale Miteinander betreffen und von unterschiedlicher Begabung und Intelligenz begleitet sind, relativ selten: Einer unter 10 000 Bürgern kann betroffen sein, wobei das Spektrum von leichteren autistischen Zügen bis zu schweren Behinderungen reichen kann.

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