Kommersabend, Live-Konzert und Jugendturnier sind Teile des Festprogramms

Neue Hoffnung auf Kunstrasenplatz ist das schönste Jubiläumsgeschenk für den TuS Bad Arolsen

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Landrat Dr. Reinhard Kubat überreicht die Ehrenplakette für 100-jährige Vereine in Hessen an TuS-Vorsitzenden Carsten Strippel (rechts).

Bad Arolsen. Das Festprogramm zum 100-jährigen Bestehen des TuS Bad Arolsen sei so umfangreiche und abwechslungsreich, dass es ihn an einen kleinen Hessentag erinnere. Das stellte Sportkreisvorsitzender Uwe Steuber beim Festkommers im Bürgerhaus anerkennend fest.

Das Programm spiegele auch die Leistungsfähigkeit des Traditionsvereins wider und sei letztlich auch ein guter Grund dafür, dass der TuS Bad Arolsen auch einen Kunstrasenplatz verdiene. Damit traf Steuber genau den Nerv des Vereins, der darauf gehofft hatte, dass die vom Magistrat ins Gespräch gebrachte Förderung eines Sportzentrums zum Tragen komme. Doch die Zuschussentscheidung ist zugunsten eines anderen hessischen Vereins ausgefallen.

Umso größer die Überraschung im Saal, als Steuber andeutete, dass es neue Finanzierungsmöglichkeiten für einen Kunstrasenplatz auf dem meist unbespielbaren Hartplatz am Beekmann-Stadion gebe. Der TuS könne sich nun glücklich schätzen, erst so spät in den Genuss einer Förderung zu kommen.

Neue Untersuchungen hätten nämlich ergeben, dass die erst vor wenigen Jahren fertiggestellten Kunstrasenplätze mit einem falschen Granulat gebaut worden seien, die nun Mikroplastik absonderten. Diese Plätze müssten nun alle aufwendig saniert werden.

Wenn in Bad Arolsen nun ein neuer Platz gebaut werde, dann geschehe dies mit den neuen Erkenntnissen nach dem neusten Stand der Technik.

Daran, dass Fußballplätze früher ganz anders aussahen, erinnerte Udo Jost in seiner Festansprache zum 100-jährigen Bestehen. Der erste Arolser Fußballplatz sei eine Wiese des Gutes Hünighausen gewesen, etwa dort, wo heute Mehrfamilienhäuser gegenüber den beruflichen Schulen stehen. Später habe man eine Fläche auf dem Königsberg eingeebnet. Dort stehe heute regelmäßig das Gewerbezelt beim Viehmarkt.

Historischer Rückblick im Plauderton

Erst die SS habe für ihre Soldaten in der Kaserne einen Sportplatz mit Umkleidekabinen gebaut. Die ursprünglich nach einem SS-Mann benannte Kampfbahn sei nach dem Krieg zu Ehren des ersten frei gewählten Bürgermeisters in Richard-Beekmann-Stadion umbenannt worden. Doch in den umliegenden Dörfern seien die Sportplätze noch bis in die 60er Jahre Kuhweiden gewesen. Bei einem Sturz sei so mancher Fußballer im Kuhfladen gelandet.

Im gemütlichen Plauderton berichtete Jost von den ersten Anfängen der Arolser Fußballer als Abteilung im Verein für Leibesübungen (VfL). Erst nach dem Ersten Weltkrieg sei der Arolser Fußballclub (FC) gegründet worden, der bald darauf in TuS Arolsen umbenannt wurde.

Alle Details über die vielen Auf- und Abstiege sind in einer 80 Seiten starken Chronik nachzulesen, die der Verein mit Hilfe vieler treuer Sponsoren in einer Auflage von 600 Stück drucken ließ und kostenlos an alle Mitglieder und Freunde abgibt.

Glückwünsche von allen Seiten

Abordnungen aller Arolser Vereine gratulierten dem Jubiläumsverein: Von Tennisclub über Feuerwehr bis hin zu allen Sport- und Fußballvereinen der Großgemeinde waren alle vertreten. Besondere Grüße überbrachte Marco Steinbach als Vorsitzender des TSV Landau, mit dem der TuS Bad Arolsen seit zwei Jahren eine Jugendspielgemeinschaft in sieben Altersklassen betreibt.  Davon profitierten die in beiden Vereinen die Jugendlichen, denen eine sinnvolle Freizeitgestaltung angeboten werde. I

nsgesamt verfügt der TuS Bad Arolsen über zehn Mannschaften, wie Vorsitzender Carsten Strippel berichtete. Besonders stolz sei der Verein auf die A-Jugend, die in der vergangenen Woche den Aufstieg in die Gruppenliga geschafft habe und auf die zweite Seniorenmannschaft, die in die A-Klasse aufstieg. 

Glückwünsche zum 100-jährige Bestehen überbrachte der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz, der selber seit Jahrzehnten TuS-Mitglied ist. Er stellte daher aus Erfahrung fest: „Sport verbindet. Als Mannschaft gewinnt man gemeinsam und man verliert gemeinsam.“ Diese Erfahrung sei wichtig für Jugendliche . Deshalb hätten die Sportvereine auch eine besondere Bedeutung für die Gesellschaft. 

Ehrenplakette des Landes für 100-jährige Vereine

Ähnlich äußerte sich Landrat Dr. Kubat, der anerkennend feststellte, dass der TuS Bad Arolsen mit seinem 33 Jahre jungen Vorsitzenden Carsten Strippel und einem motivierten Vorstandsteam einen quicklebendigen Eindruck mache. Das sei wichtig in einer Gesellschaft, die an vielen Ecken auseinander drifte. Sportverein wie der TuS leisteten wertvolle Jugendarbeit. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte der Landrat die 1951 von Ministerpräsident August Zinn gestiftete silberne Ehrenplakette des Landes für 100-jährige Vereine. 

Die Glückwünsche der Stadt Bad Arolsen überbrachte Erster Stadtrat Helmut Hausmann. Auch er unterstrich die besondere Bedeutung des Sportverein in den Bereichen Sozialarbeit und Integration. Im Verein lerne der Jugendliche Freundschaft, Geselligkeit und Kameradschaft kennen. Der TuS trage dazu bei, Jugendliche als Teil einer Gemeinschaft zu erziehen. 

Die Glückwünsche des Hessischen Fußballverbands überbrachten Ehrenpräsident Rolf Hocke aus wabern und der stellvertretende Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann aus Ehringen. Hocke bekräftigte, dass auch die verbandsspitze um die Probleme mit dem demografischen Wandel wisse. Während auf dem Land die Mitgliederzahlen sinken, hätten die Vereine in den Ballungsräume großen Zulauf. 

Der TuS Bad Arolsen und der TSV Landau hätten mit ihrer Jugendspielgemeinschaft die richtigen Weichen gestellt, lobte der Vorsitzende des Sportkreises Waldeck, Uwe Steuber und kündigte an, dass der Sportkreis demnächst einen Sportentwicklungsplan vorlegen und allen Vereinen Kooperationen auf dem Gebiet der Verwaltung schmackhaft machen werde.

Bilder vom Kommersabend des 100-jährigen TuS Bad Arolsen

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