Mit größerem Angebot neues Zertifikat bekommen

Neue Runde in Bad Arolsen für fairen Handel

Fair produzierten Silberschmuck präsentieren Beatrix Broeker von der Eine Welt-Gruppe und Goldschmiedemeister Ulf Stracke , der seit neuestem die Warenpalette in der Fair Trade-Stadt Bad Arolsen erweitert. Foto: Privat

Bad Arolsen – Bad Arolsen bewirbt sich erneut um den Titel Fairtrade-Stadt. Vor eineinhalb Jahren bekam die Barockstadt das Zertifikat zuerkannt.

Aktionen zum fairen Handel, Informationsveranstaltungen und der Verkauf von Produkten aus Entwicklungsländern, die unter menschenwürdigen Bedingungen und zu auskömmlichen Löhnen hergestellt werden, sind wichtige Voraussetzungen für die Anerkennung.

Zertifikat erneut bekommen

Die politischen Gremien haben sich zu Beginn des Jahres dafür ausgesprochen, den Fairtrade-Gedanken weiterhin zu unterstützen und bieten fair gehandelte Produkte auf Sitzungen wie auch sobald wie möglich wieder bei öffentlichen Veranstaltungen an, wie Beatrix Broeker von der Steuerungsgruppe berichtet. . Für eine Erneuerung des Zertifikates wurde der Fairtrade-Gedanke über den bisherigen Kreis der Unterstützer in Handel, Handwerk, Gewerbe und Gastronomie hinausgetragen.

Im April 2019 ist dazu ein erster Einkaufsführer aufgelegt worden, in dem sich gut 30 Betriebe, Vereine, Schulen und Kirchengemeinden mit ihren fairen Angeboten präsentieren. Beatrix Broeker: „Seitdem hat sich der Kreis der Unterstützer erfreulich erweitert. So kann man seit neuestem auch Schmuck aus fairem Handel erwerben.“

Fußbälle mit Stadtwappen

Darüber hinaus strebt die Steuergruppe an, künftig stärker bei öffentlichen Stellen dafür zu werben, Produkte und Dienstleistungen aus fairem Handel zu erwerben. So könnten etwa Büromaterialien oder Arbeitskleidung, die unter menschenwürdigen wie auch ökologisch und sozial guten Arbeitsbedingungen hergestellt werden, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Kommune sein.

Nach einem Vortrag über fair produzierte Fußbälle aus Pakistan hat die Stadt Bad Arolsen auf Anregung der Steuergruppe einige Exemplare mit eigenem Stadtwappen gekauft. Die Steuergruppe ist an Vereine und Schulen herangetreten, um sie zur Anschaffung solcher, mit eigenen Logos bedruckter Bälle für ihren Spielbetrieb zu bewegen.

Bewusstsein entwickeln

An der Christian-Rauch-Schule ist das Thema Nachhaltigkeit bei einer Kleidertauschbörse behandelt worden. Dabei wurde auch auf die oft schlechten Arbeitsbedingungen in asiastischen Kleiderfabriken eingegangen. Gerade in der Coronakrise werde deutlich, wie dringend ein rechtlicher Rahmen ist, um die Kleinunternehmer in den ärmeren Ländern zu schützen, erklärt Beatrix Broeker. 

Viele deutsche und internationale Unternehmen haben ihre Aufträge insbesondere in der Textilindustrie storniert und lösen damit Existenznöte aus. Vertreter der Eine-Welt-Gruppe berichten, dass die von ihnen unterstützten Frauen in Nepal derzeit damit beschäftigt seien, vor allem Wanderarbeiterinnen, die von ihren Familien nicht unterstützt werden können, vor dem Hungertod und dem Virus zu bewahren. 

Verbraucher üben Einfluss aus

Denn anders als bei uns gäbe es dort wie in vielen anderen armen Ländern keinerlei soziale Absicherung durch den Staat. Bei den nächsten Veranstaltungen in der Region wollen Mitglieder der Faitrade-Stadt-Steuergruppe engagiert über fairen Handel in der Öffentlichkeit informieren: „Die größte Einflussmöglichkeit für den Verbraucher ist, bei den Firmen ihres Vertrauens nach Produkten und Dienstleistungen aus fairem Handel nachzufragen.   red

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