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Neuer Arolser Chefarzt Homayounfar: Patienten profitieren vom Verbund der GNH-Kliniken

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Von: Elmar Schulten

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Neues Führungsteam im Krankenhaus an der Großen Allee: Privatdozent Dr. Kia Homayounfar ist Chefarzt der Abteilung für Viszeralchirurgie. Florian Rupp ist Geschäftsführer des GNH-Krankenhauses in Bad Arolsen.
Neues Führungsteam im Krankenhaus an der Großen Allee: Privatdozent Dr. Kia Homayounfar ist Chefarzt der Abteilung für Viszeralchirurgie. Florian Rupp ist Geschäftsführer des GNH-Krankenhauses in Bad Arolsen. © Elmar Schulten

„Derart steigende Energiekosten sind im System der Krankenhausfinanzierung nicht vorgesehen“, bestätigt Florian Rupp, der sich als neuer Geschäftsführer des GNH-Krankenhauses darum kümmert, möglichst kostendeckend zu wirtschaften.

Bad Arolsen - Doch das gelingt schon seit ein paar Jahren nicht. Die Arolser Klinik schreibt rote Zahlen. Und das, obwohl hier medizinisch gute Leistungen erbracht werden und das Krankenhaus hervorragend ausgestattet ist. Nun steigen auch für das Krankenhaus die Ausgaben für die Gasheizung. Die Arzneimittelpreise sind ebenso gestiegen wie die Preise für Schutzausrüstung, Infusionen und vieles mehr.

Alles in allem muss Rupp bei seiner Planung Mehrkosten im Sachkostenbereich von neun bis elf Prozent einkalkulieren: „Diese Preissteigerungen tun allen Krankenhäusern richtig weh.“

Finanzierungssystem ist auf dem Prüfstand

Denn von dieser Entwicklung sind Kliniken in ganz Deutschland betroffen. Daher fordert die Deutsche Krankenhausgesellschaft bereits seit diesem Sommer einen Inflationsausgleich für die Kliniken, der Bundesgesundheitsminister hat bereits Hilfe zugesagt, jedoch noch nicht konkretisiert.

Immerhin sei das System der Fallpauschalen inzwischen auch politisch auf dem Prüfstand. „Der Bundesgesundheitsminister hat eine Reform angekündigt, die unter anderem höhere Vorhaltekosten berücksichtigt“, ergänzt Rupp.

Spezialisierung dient dem Heilungserfolg

Gleichzeitig werden in immer mehr Fachbereichen Mindestmengen vorgegeben, die erreicht werden müssen, damit eine Krankenkasse den Eingriff bezahlt. Dieses System wurde vom Gesetzgeber auch unter Qualitätsaspekten eingeführt.

So hat sich in der Krebsmedizin gezeigt, dass die Behandlung in zertifizierten Zentren mit einer verbesserten Prognose für die Patient verbunden ist. Vor diesem Hintergrund wird sich die Konzentration von besonders schwierigen Eingriffen an spezialisierten Kliniken weiter verstärken.

Klinikum als starker Partner für Arolser Krankenhaus

Das Krankenhaus Bad Arolsen profitiere als Regelversorger von seiner Anbindung an das Kasseler Klinikum, das als Maximalversorger ein viel breiteres Spektrum biete, sagt Dr. Homayounfar. So sei es möglich, die Patienten in Kassel mit modernster Diagnostik und modernsten Behandlungsmethoden zu versorgen. Die Nachsorge könne dann wieder wohnortnah in Arolsen erfolgen.

„Arolsen hat den Anspruch, vor dem Hintergrund der Rahmenbedingungen eine möglichst umfassende qualitativ hochwertige Versorgung anzubieten. Wo das nicht zeitgemäß oder verlässlich im Sinne des Patienten realisierbar ist, steht mit dem Klinikum ein starker Partner zur Verfügung. In dieser Kooperation soll möglichst viel Versorgung heimatnah in Bad Arolsen erfolgen“, so Dr. Homayounfar.

Patient muss im Mittelpunkt stehen

Durch die Verwendung der gleichen IT-Systeme sei zum Beispiel - nach Freigabe durch den Patienten - auch die Übermittlung von notwendigen Behandlungsdaten im Fall der Weiterbehandlung in einer der beiden GNH-Kliniken nahtlos möglich.

Auch auf dem Gebiet der Weiterbildung von Ärzten biete der Klinikverbund viele gute Möglichkeiten: Ärzte aus Arolsen könnten in Kassel in einem Haus der Maximalversorgung mit operieren. Solche beruflichen Chancen erhöhten die Mitarbeiterzufriedenheit, was wiederum den Patienten zugutekomme. Aber auch auf lokaler Ebene wünscht sich der neue Chefarzt Dr. Homayounfar eine engere Zusammenarbeit mit den Ärzten der Region. Kooperation sei das Zauberwort für die Zukunft im Gesundheitswesen. Und bei alldem müsse der Patient weiterhin immer im Mittelpunkt stehen.

„Auch wenn die Rahmenbedingungen herausfordernd sind, arbeiten wir mit Hochdruck an der positiven Zukunft des Krankenhauses in Bad Arolsen“, betont Rupp. (Elmar Schulten)

Zu den Personen:

Privatdozent Dr. Kia Homayounfar leitet seit 1. Juni 2020 die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirugie des Klinikums Kassel. Seit Sommer 2022 ist er auch Chefarzt des Arolser Krankenhauses und als solcher regelmäßig jede Woche in Bad Arolsen präsent.
Als Viszeralchirurg hat er sich auf die Behandlung von Erkrankungen des Verdauungstraktes spezialisiert.

Der Diplom-Betriebswirt Florian Rupp ist neuer Geschäftsführer des Arolser Krankenhauses. Seit diesem Sommer wohnt und arbeitet er in der Großen Allee. Als Zusatzqualifikation bringt er einen Master-Abschluss im Fach Gesundheitsrecht mit.

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