Große Pläne für historisches Gebäude in der Barockstadt

Arolser Hofbrauhaus: 2021 soll wieder das erste Bier fließen

+
Vorstellung der Pläne für das neue Hofbrauhaus durch den Investor Alexander Fitz (2. von links). Mit dabei sind d ie vier Bürgermeister aus Nordwaldeck, Elmar Schröder, Stefan Dittmann, Hartmut Linnekugel und Jürgen van der Horst (von rechts) und der Bad Arolser Architekt Jürgen Schimmelpfeng (links) vom Büro Müntinga und Puy.  

Die drittälteste Braustätte der Welt, das Arolser Hofbrauhaus, hat einen neuen Besitzer - und der hat große Pläne.

Bei einem Rundgang mit den vier nordwaldeckischen Bürgermeistern hat der neue Brauhaus-Eigentümer, der Hotelkaufmann Alexander Fitz, seine Pläne für die Umgestaltung des historischen Geländes und den Neubau einer modernen Brauerei vorgestellt. Am  Dienstag, 19. 11.2019,  sind alle interessierten Bürger um 19.30 Uhr zu einer Informationsveranstaltung zu diesem Thema ins Bürgerhaus eingeladen.

Bei der nächsten Sitzungsrunde des Stadtparlamentes werden dann die planungsrechtlichen Pflöcke eingeschlagen. Konkret muss der Bebauungsplan für das gesamte Baugebiet entlang der Straße Helisosteig neu entwickelt und genehmigt werden.

Historisches Brauhaus-Gebäude soll umgebaut werden - die Anträge laufen

Parallel dazu läuft bereits das Bauantragsverfahren für den Umbau des historischen Brauhaus-Gebäudes und den Neubau der Brauerei an der Violinenstraße. Bürgermeister Jürgen van der Horst zeigte sich gestern optimistisch, dass alle planungsrechtlichen Hürden zügig genommen werden können, sodass Ende 2021 das erste Bier fließen könne.

Fitz ist inzwischen sicher, dass er mit dem Arolser Hofbrauhaus die drittälteste Braustätte der Welt erworben hat. Mit diesem Pfund möchte er wuchern. Die Marketing-Experten aus dem Fitz’schen Hotelimperium haben daher auch schon eine Werbelinie für die Marke ausgearbeitet.

Bierkasten-Farbe, die ins Auge springt

Das Bier aus Arolsen soll künftig unter dem Namen „Arolser Hofbrauhaus“ vermarktet werden. Abgefüllt wird das Bier in 0,33 Liter-Flaschen mit Bügelverschluss. Der Porzellanverschluss wird von einem Waldecker Stern geziert: „Die Leute sollen schon Sterne sehen, wenn sie den Kasten kaufen“, scherzt der Hotelunternehmer und künftige Brauer.

Seine neue Brauerei soll jährlich 30.000 Hektoliter Bier ausstoßen. 7000 Hektoliter davon möchte er in seinen eigenen Hotels von München bis Hamburg, von Wien bis Paris ausschenken.

Das neue Markenlogo erinnere an ein Craft-Bier, fasste Alexander Fitz die Strategie seiner Marketing-Experten zusammen. Die Flaschenetiketten seien in der Grundfarbe Weiß für das Pilsener und Schwarz für das Alt Waldecker Dunkel gehalten. Die Kästen sollen mit einem Sandbeige-Ton im Getränkemarkt auffallen.

Gasthaus, Bier-Museum und Brauhaus-App

Das neue, historische Hofbrauhaus selbst soll eine Mischung aus gemütlichem Gasthaus und Bier-Museum werden. Überall soll der Gast über die Geheimnisse eines handwerklich gut gemachten Bieres informiert werden. Die alten Kupferkessel im Sudhaus sollen dazu ebenfalls erhalten bleiben wie der alte Kachelofen in der Gaststube. 

An allen Ecken und vielen Balken mahnen leuchtend-rote Aufkleber die Abriss-Fachleute, an dieser Stelle innezuhalten. Überhaupt soll beim Freiräumen aller Gebäudeteile darauf geachtet werden, historische Details zu erhalten. 

Restlos abgerissen werden soll jedoch das arg verwinkelte Backsteingebäude, in dem zuletzt die Abfüllanlage untergebracht war. An dieser Stelle befand sich einst ein Pferdeteich, wie alte Bilder beweisen. Diesen Teich möchte Fitz wieder herstellen lassen und mit einer Parkanlage zum schicken Biergarten umgestalten lassen. Ein transparenter Pavillon aus Stahl und Glas soll zum Verweilen einladen. Unter dem vorkragenden Dach sollen beheizbare Außensitzplätze entstehen. 

Eine Vorküche und einen Shop mit schicken Erinnerungsstücken aus Bad Arolsen beherbergen. Gerne möchte der Betreiber des Hofbrauhauses auch dem Hofbäcker die Gelegenheit geben, hier Tresterbrot zu verkaufen. Der Hofjuwelier könnte hier Schmuckstücke anbieten. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Schließlich möchte Fitz mit seinem neuen Brauhaus-Konzept ein Publikum ansprechen, das eine Anreise aus Marburg, Hann. Münden oder Kassel nicht scheut. 

Modernste Brautechnik aus einer Hand

Besondere Expertise ist beim Bau der neuen Brauerei gefragt. Fitz will die gesamte Anlage in die Hände der weltweit operierenden Firma Krones legen. Das Unternehmen baut normalerweise größere Braustätten als die, die jetzt in Bad Arolsen geplant ist. „Die neue Hofbrauhaus-Brauerei soll so etwas wie ein Vorzeigeobjekt auf kleinem Raum werden“, schwärmt Fitz. Deshalb sind unter anderem eine Besuchergalerie und eine Brauhaus-App für Gruppenführungen geplant. 

Damit sich der Neubau möglichst harmonisch in den historischen Gebäudebestand einfügt, soll die Halle optisch in drei Teile unterteilt werden. Die Verbindungsstücke beherbergen dann Büros, Labors und Lager. Die gesamte Produktion, vor allem der Umgang mit leeren und vollen Flaschen soll unter Dach und hinter geschlossenen Toren stattfinden, damit möglichst kein Lärm nach außen dringt. 

Die maximalen Gebäudehöhen werden sich etwa auf dem Niveau der Traufhöhen der Wohngebäude in der Violinenstraße bewegen und unterhalb der Traufhöhe des historischen Brauhauses.

Bürgerversammlung informiert frühzeitig im Planverfahren

 Bei der  Informationsveranstaltung am Dienstag, 19. November, im Bürgerhaus geht es ab 19.30 Uhr unter anderem um Details beim Bau der neuen Brauerei an der Violinenstraße und um die damit zusammenhängende Verkehrsregelung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare