Einsatzkräfte in Bad Arolsen und Korbach bereiten über Nacht die Ankunft von Hunderten Flüchtlingen vor

Notunterkünfte  in Hallen und Zelten

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Lagebesprechung vorm Zelt an der Kreisberufsschulhalle in Korbach mit Bürgermeister Klaus Friedrich (l.) und Stadtrandinspektor Friedhelm Schmidt.

Korbach/Bad Arolsen. 1000 zusätzliche Flüchtlinge sind eine enorme Herausforderung für Städte und Gemeinden im Landkreis. Bei Nacht und Nebel wurden in Bad Arolsen und Korbach Notunterkünfte eingerichtet.

In Korbach und Mengeringhausen haben Feuerwehren, THW und Vereine quasi über Nacht provisorische Zelte und Sporthallen präparieren müssen. Sportunterricht und Training fällt ab Donnerstag teils flach, Anwohner brauchen Information. 

Am Mittwochnachmittag kam um 16 Uhr der Einsatzbefehl der Landesregierung, umgehend neue zentrale Notunterkünfte in den Landkreisen bereitzustellen. In Waldeck-Frankenberg verständigten sich Landrat und Bürgermeister auf zunächst drei Standorte: Gemünden (Wohra), Korbach und Bad Arolsen. In Korbach ist ab sofort die Halle der Kreisberufsschule an der Kasseler Straße für Flüchtlinge vorgesehen. Am Mittwochabend bis in die Nacht waren in der Hansestadt rund 30 Brandschützer, dazu Hausmeister der Schulen im Einsatz, um vor der Halle am Schulzentrum auch Zelte und Versorgung aufzubauen. Vereine aus Neerdar und Usseln packten mit an, der Korbacher Hotelier Erich Weis stellte das erste Zelt bereit, die Firma Emde aus Höringhausen sorgte spontan für Beheizung, bedankte sich Bürgermeister Klaus Friedrich am späten Mittwochabend. Für schützende Bodenbeläge und Betten werde der Landkreis umgehend sorgen, der dafür externe Firmen in Gang gesetzt habe. Der wahre Kraftakt hat aber noch nicht begonnen. Niemand wusste am Mittwochabend, wann und wie die Flüchtlinge im Landkreis eintreffen, erklärte Korbachs Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt: „Wir haben nur erfahren, dass sie direkt aus Ungarn kommen.“ Dann gilt es, die Flüchtlinge einzuquartieren, zu versorgen, „Security“ bereitzustellen, aber auch erst einmal vor Ort die Personenangaben der Flüchtlinge zu registrieren. Viele reisten ohne jegliche Papiere in Deutschland ein, schildert Friedhelm Schmidt.

Vorbereitung für Ankunft der Flüchtlinge

Noch vor Schulbeginn am Donnerstagmorgen will der Korbacher Bürgermeister derweil zusammen mit Landrat Dr. Reinhard Kubat mit Schulleitung und Lehrern an der Berufsschule ins Gespräch gehen, denn für ausführliche Erklärungen blieb am Mittwoch keine Zeit mehr. „Und wir müssen mit den Anwohnern im Umfeld kommunizieren“, betont der Korbacher Rathauschef. In Bad Arolsen ging der Einsatzbefehl gegen 18 Uhr an die Wehren raus: Die Einsatzkräfte der Kernstadt Bad Arolsen, Helsen und Braunsen wurden alarmiert, um die Stadthalle Mengeringhausen, die Schulsporthalle der Nicolai-Schule und die benachbarte Kreissporthalle leerzuräumen, die Sportgeräte sicher unterzustellen und dann die wertvollen Fußböden mit Holzplatten vor Beschädigungen zu schützen. Alle drei Hallen bieten zusammen rund 2400 Quadratmeter Nutzfläche.

Für diese Fläche wurden in Windeseile aus den Bau- und Holzmärkten der Region Pressholzplatten geordert und mit allen verfügbaren Fahrzeugen angeliefert. Erfahrene Holzbearbeiter unter den Feuerwehrleuten leiteten ihre Kameraden an, wie die Platten am besten zu verlegen sind. Zur Sicherheit der Böden und der künftigen Nutzer wurden die Platten in zwei Lagen aufgebracht und miteinander verschraubt.

In Bad Arolsen waren seit 18 Uhr bis Mitternacht ständig um die 50 Einsatzkräfte beschäftigt. Gegen 0.30 Uhr wurde die erste Ablösung aus Schmillinghausen, Massenhausen alarmiert. Gegen Morgen soll am heutigen Donnerstag die nächste Ablösung aus Mengeringhausen und Wetterburg alarmiert werden. Im Feuerwehrhaus an der Mengeringhäuser Straße ist ein Einsatzstab eingerichtet, der sowohl den Nachschub an Span-Pressholzplatten organisier als auch die Verpflegung mit Getränken, Brötchen und Würstchen. (Von Jörg Kleine und Elmar Schulten)

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