Prädikant Jürgen Damm entpflichtet

Oberst außer Diensten noch nicht "amtsmüde"

Twistetal/Bad Arolsen - Vom Schnadegang mit Erbsensuppe bis zum Hubertusgottesdienst im Mais-Labyrinth: Als Prädikant hat Jürgen Damm viele besondere Gottesdienste ausgestaltet. Am Sonntag wurde der Bad Arolser aus seinem Dienst verabschiedet.

Als ein Christ mit Herz und Leidenschaft, ein „Streiter für das Evangelium“, so beschrieb Pfarrerin Angela Lehmann ihren scheidenden ehrenamtlichen „Kollegen“, der sich das Kirchspiel Oberes Twistetal-Helmscheid als Wirkungsstätte ausgesucht hatte. „Amtsmüde“ ist der frühere Bundeswehr-Oberst noch lange nicht. Mit Erreichen des 76. Lebensjahres ist die von der Landeskirche gesetzte Altersgrenze jedoch inzwischen endgültig erreicht. So wurde die Entpflichtung Damms mit einem feierlichen Gottesdienst verbunden, in dem der langjährige Prädikant Gelegenheit hatte, noch einmal das Wort zu ergreifen und auch die Predigt zu gestalten. „Heute noch einmal die frohe Botschaft verkündigen zu dürfen, ist ein großartiges Gefühl“, stellte der Bad Arolser in der vollbesetzten Kirche sichtlich bewegt fest. Ein Dank an langjährige „Kollegen“, Küster und Kirchenmusiker wie den bei der Verabschiedung aufspielenden Posaunenchor Berndorf für die Begleitung und Unterstützung schloss Jürgen Damm seinen Worten an. Offiziell aus seinem Dienst verabschiedet wurde Damm von Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Sie hob die lange Zeit hervor – drei Jahre davon als Lektor und zwölf als Prädikant –, in der Damm segensreich in den Gemeinden des Kirchenkreises gewirkt und unglaubliche 150 Gottesdienste pro Jahr gestaltet habe. „Dasein für andere, so könnte Ihr Lebensmotto sein. Sie geben das Evangelium in Wort und Tat weiter und leben Ihren Glauben“, bescheinigte die Dekanin Jürgen Damm. Das Recht zur freien Wortverkündigung werde der nunmehr von seinen Prädikantenpflichten Entbundene aber weiterhin behalten. Davon möchte der vielfältig ehrenamtlich tätige Damm auch Gebrauch machen. „Ab heute werde ich nur noch gelegentlich das Wort Gottes verkünden. Auf diese Gelegenheiten freue ich mich schon jetzt“, erklärte er lächelnd. Viel Lob und Zuspruch für sein engagiertes Wirken hatten im Anschluss noch weitere Weggefährten parat. Darunter der ehemalige Dekan Bernd Böttner, Damms früherer Mentor in der Korbacher Kilianskirche, an dessen Seite dem er seine ersten Schritte in der Ausbildung zum Prädikanten unternommen hatte. Pfarrerin Angelan Lehmann wie auch Bürgermeister Stefan Dittmann erinnerten an besonderen Formen von Gottesdiensten, die Damm mit allen Generationen gefeiert hatte. Dies sei in vielen kleinen Gemeinden in der ländlichen Region so auch nur mithilfe ehrenamtlicher Prädikanten möglich, unterstrich Pfarrer Karl-Heinz Bäcker (Eimelrod).Wie groß Damms „ansteckende Begeisterung für den Glauben“ war, verdeutlichte der Redner, der im Namen der Pfarrer des Kirchenkreises sprach, noch mit einem besonderen Kompliment: „Er kam selbst bei Konfirmanden an“, verriet Bäcker augenzwinkernd.(sim)

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