Teil des Ökosystems

Erneuerter Lehrpfad bei Mengeringhausen zeigt Bedeutung des Waldes für Menschen auf

Der Waldlehrpfad Mengeringhausen ist in einer Gemeinschaftsaktion neu hergerichtet und beschildert worden. Unser Bild zeigt Sponsoren, Helfer und Kommunalpolitiker sowie Vertreter der Kommunalwald GmbH mit Bürgermeister Jürgen van der Horst.
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Der Waldlehrpfad Mengeringhausen ist in einer Gemeinschaftsaktion neu hergerichtet und beschildert worden. Unser Bild zeigt Sponsoren, Helfer und Kommunalpolitiker sowie Vertreter der Kommunalwald GmbH mit Bürgermeister Jürgen van der Horst.

Der Waldlehrpfad Mengeringhausen ist erneuert worden und zeigt die Bedeutung des Ökosystems auf.

Arolsen-Mengeringhausen – Informativ sowie für Sport und Erholung neugestaltet wurde der Waldlehrpfad Mengeringhausen. Mithilfe von Sponsoren und vielen Helfern ist das von dem Ortsverein der SPD angeregte Projekt nun endlich abgeschlossen worden.

Das gibt es zu sehen

Auf 850 Metern Länge erstreckt sich der mit Holzhackschnitzeln bedeckte, breite Pfad durch den von Laubbäumen dominierten Stadtwald oberhalb des Weißen Steins. Anhand von 15 erneuerten Hinweistafeln erfahren die Besucher viel Wissenswertes über die Bedeutung des Ökosystems Wald: „Ohne Wald keine Menschen“, brachte es der Revierförster Dieter Kisselbach bei einer Besichtigung der Anlage auf den Punkt.

„Der Klimawandel erfordert eine Anpassung der Wälder“, erklärte Bürgermeister Jürgen van der Horst bei einem Rundgang, unter anderem mit dem Geschäftsführer der Kommunalwald GmbH, Hendrik Block.

So können Menschen mitwirken

Es gelte, die Menschen „mitzunehmen“ bei dem Prozess der Umgestaltung. Viel Überzeugungsarbeit sei auch bei der Neuregelung der Jagd zum Schutz der nachwachsenden Bäumchen vonnöten, erklärte der Rathauschef. Van der Horst lobte das Engagement durch Geldspenden und durch Eigenleistungen bei Arbeitseinsätzen und die Leitung des Projektes durch Förster Kisselbach. „Das darf auch an anderen Stellen Schule machen“, stellte der Bürgermeister fest.

Die Anregung für die Erneuerung des Waldlehrpfads gab der SPD-Ortsverein Mengeringhausen, wie dessen Vorsitzender Klaus Tschierschky erklärte. Schließlich ist der Pfad vor mehreren Jahrzehnten auf Anregung von dem früheren Revierförster und SPD-Kommunalpolitiker Helmut Köring angelegt worden. .

Sie halfen mit

Die Genossen haben vor zwei Jahren den Wanderparkplatz instandgesetzt und mit Kisselbach vereinbart, den Lehrpfad zu erneuern. Wegen der Aufarbeitung der Kalamitäten auf 100 000 Quadratmetern Fläche trat die Erneuerung des Lehrpfads zurück

Die Stadt hat zehn Informationstafeln wiederaufgebaut. Für die fünf weiteren Hinweistafeln hat die SPD Spender angeworben. Neben dem Ortsverein haben sich als Sponsoren die Alten Herren des TuSpo Mengeringhausen, die Revierförsterei sowie als Privatpersonen Stefan Fütterer und Marcel Kinold engagiert. Vorsitzender Tschierschky hat selbst drei Tafeln unentgeltlich und in Eigenleistung hergestellt. Die Stadt hat an Materialkosten 3300 Euro aufgebracht und Mitarbeiter des Betriebshofes bereitgestellt.

Das war die Lage nach den Stürmen

Der Nachbar Kisselbachs, Graphikdesigner Henning Drescher, hat das Design für die Tafel zum Eingang des Pfads entworfen. Wäre der Lehrpfad neu aufgebaut worden, hätte das eine Summe im fünfstelligen Bereich erfordert, machte Kisselbach den Umfang der Arbeiten deutlich.

„Hier sah es ganz schön wild aus. Nach den Stürmen, der Dürre und der Käferpflage waren viele Fichten abgestorben“, berichtete Kisselbach.

Vereinter Einsatz

Das Forstunternehmen Schäfer aus Landau, der Forstbetrieb Möller aus Schwalefeld und das Sägewerk Landau aus Mengeringhausen waren in die Arbeiten zur Vorbereitung und Wiederherstellung des Lehrpfads mit eingebunden.

Der Pfad soll besonders der Bildung an Schulen und in Kindergärten dienen. Die Besucher bekommen direkt vermittelt, wie wichtig der Wald für Tier- und Pflanzenwelt, für den Wasserhaushalt und das Klima ist.

Bedeutung der Windkraft

Auch die Rolle bei der Installation von Windkraftanlagen in Höhenlagen des heimischen Waldes wird auf einem Schild angesprochen. Im Stadtwald sind Windmühlen zur Erzeugung von Strom aufgestellt worden, mit deren Hilfe der Austoß von Kohlendioxid reduziert werden kann..

Besucher sehen aber auch noch auf Freiflächen, wie sehr der Wald durch Stürme, Trockenheit und Käfer geschädigt wurde. So muss eine ehedem von Fichten bestandene Fläche wieder aufgeforstet werden.

Das ist der künftige Wald

Hier sind Naturverjüngung, das Nachpflanzen neuer Arten und ein so genannter Vorwald zum Schutz der Hauptbaumarten geplant. Dafür kommen wärmeliebende Kirschen in Frage. Um die jungen Pflanzen zu schützen vor dem Verbiss durch Rehe, komme den Jägern eine wichtige Aufgabe zu, sagt Kisselbach. Sie müssten den Bestand zum Schutz des Waldes regulieren.

Die Malerfirma Franke will zum 100-jährigen Bestehen 100 Esskastanien spenden und auch selbst unter Regie des Revierförsters pflanzen. Er selbst habe vor zehn Jahren einige Exemplare gepflanzt, die gut gewachsen seien, berichtete der Förster.

10 000 neue Bäume gepflanzt

Vor zwanzig Jahren haben in dem Waldbereich 500 Jungen und Mädchen bei einem Jugendfeuerwehrtag insgesamt 10 000 neue Laubbäume gepflanzt. Damals sei es darum gegangen, den Mischwald zu fördern, erklärt Kisselbach . Der sei schon vorher Ziel der Beförsterung gewesen.

Der Lehrpfad soll in das Wanderwegenetz integriert und auf einer Tafel Ort abgebildet werden, so Ortsvorsteher Klaus Künstel. Die Stadt wolle wiederum den Lehrpfad in die digitalen Darstellung der Rad- und Wanderwege als „Point Of Interest“ (POI; Sehenswürdigkeit) aufnehmen, sagte Bürgermeister van der Horst. (Armin Haß )

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