Uralte christliche Wurzeln

Was bedeuten die orientalischen Klänge im Bad Arolser Bürgerhaus?

Ungewohnte Gesänge und Rhythmen bei der orientalisch-orthodoxen Begegnungsfeier im Bürgerhaus. Fotos: Elmar Schulten

Bad Arolsen. Drei orthodoxe christliche Kirchen des Orients haben am Wochenende in Bad Arolsen ein ökumenisches Begegnungsfest gefeiert.

Höhepunkt war eine vielstündige Heilige Messe, die am Samstagabend in der katholischen Kirche in der Großen Allee begann und erst am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr endete.

Der Auftakt wurde in Bürgerhaus gefeiert, wo die Vertreter der syrisch-orthodoxen Kirche, der eritrëisch-orthodoxen Kirche und der aramäisch-orthodoxen Kirche von Bürgermeister Jürgen van der Horst begrüßt wurden.

Die überwiegend jungen Leute aus Eritrea führten zur Begrüßung sechs Tänze und Lieder auf, von denen die ersten vier König David galten. Das fünfte Lied war als Dank an den Bürgermeister der Stadt für die freundliche Aufnahme gedacht und das sechste mit Trommeln und Tanz begleitete Lied war Jesus gewidmet.

Der syrisch-aramäische Diakon Georg König, der schon seit vielen Jahren in Warburg und Bad Arolsen lebt, hatte das Fest organisiert.

Wie leben die syrisch Orthodoxen Christen in Deutschland?

Tief bewegt dankte er Bürgermeister Jürgen van der Horst mit den Worten: „Wir waren draußen und Sie haben uns aufgenommen.“

Ebenso dankte König den örtlichen Geschwisterkirchen, der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde für die Bereitstellung ihrer Kirchen für das gemeinsame Gebet.

Bürgermeister Jürgen van der Horst würdigte den Einsatz, mit dem die orthodoxen Christen des Orients ihren Glauben und ihre kulturelles Erbe bewahrten: „Erstaunlich, wie bunt die Welt der Christen ist. - Wir haben sie gerne in Bad Arolsen und in Deutschland aufgenommen. In Zeiten der Not müssen alle Christen zusammenstehen.“

Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit überreichte Abt Elia, der zurzeit in einem Kloster in den Niederlanden wirkt, im Auftrag seiner Exzellenz Mor Policapus Dr. Auyen Aydin, Erzbischof von Westeuropa, eine mit der Hand geschriebene Bibel in aramäischer Sprache. Im Namen der armenischen Kirche dankte Diakon Katolicus Shahenian für die freundliche Aufnahme.

Insgesamt hatten sich für das Wochenende rund 600 orthodoxe Christen aus ganz Deutschland in Bad Arolsen angemeldet. Sie alle freuten sich, hier gemeinsam mit ihren deutschen Mitchristen die Heilige Messe feiern zu können. Sie alle haben in ihren Herkunftsländern nicht nur Krieg und Ausgrenzung, sondern teilweise auch schlimme Formen der Christenverfolgung erlebt.

Das Treffen ermöglicht ihnen auch den Austausch mit Gleichgesinnten und das Gespräch mit Seelsorgern. Die heilige Messe in der katholischen Kirche wurde mitgestaltet von dem koptisch-orthodoxen Bischof Anba Damian aus dem Kloster in Höxter-Benkhausen.

Ein Video mit den Tänzen und Gesängen im Bürgerhaus sind auf der Facebook-Seite der WLZ zu finden.

Eindrücke von der Feier im Bürgerhaus vermittelt diese Bildergalerie: Fotos

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