Für und Wider öffentlich diskutiert

Ortsbeirat Wetterburg gespalten: Kein Votum zu einer Umgehung

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 Spalier für Besucher der Ortsbeiratssitzung: Die Bürgerinitiative für den Bau einer Umgehungsstraße Wetterburg am Eingang zur Twistesee-Halle.  

Arolsen-Wetterburg – Der Ortsbeirat tat sich schwer mit einem Votum zur Umgehungsstraße von Wetterburg - eine Empfehlung für die nach der Sommerpause über das Vorhaben beschließende Stadtverordnetenversammlung konnten die Wetterburger nicht abgeben.

Der Ortsbeirat präsentierte sich gespalten. Rita Ammenhäuser, Anwohnerin der Burgstraße und im Ortsbeirat Verfechterin einer Umgehung, sagte, dass die Mitglieder wegen der persönlichen Befangenheit nicht darüber abstimmen sollten. Zudem gebe es keine neuen Fakten über die belastende Verkehrslage und habe der Ortsbeirat bereits vor fünf Jahren ein Votum abgegeben.

Meinungsbild unverändert

Das Meinungsbild in dem Gremium, in dem Befürworter und Gegner zahlenmäßig fast gleichauf sind, zeigte sich unverändert am Montagabend in der Twisteseehalle. Daran änderte auch das Spalier der zahlreichen Mitglieder der Bürgerinitiative für den Bau einer Ortsumgehung nichts, die mit Transparenten und Schildern vor der Sitzung draußen vor der Halle die Besucher erwarteten.

Bürgermeister Jürgen van der Horst und Ortsvorsteher Gerd Frese, zugleich Stadtverordneter, positionierten sich als Befürworter einer Umgehungstraße. Sie machten aber auch deutlich, dass die Entscheidung nicht leicht sei.

Argumente für Entlastung

So gebe es Argumente für eine Entlastung der Ortsdurchfahrt durch eine Umfahrung der Landesstraße 3080 neben der Bahnlinie, die von 9000 Kraftfahrzeugen täglich 5900 Personen- und 250 Lastwagen aus der Ortslage herausbrächte.

Es sei, so der Rathauschef, auch ein Stück Solidarität von Bad Arolsen, wenn nach der Öffnung der Hagenstraße als Ortsumfahrung von Arolsen und des in der Folge angestiegenen Verkehrs auf der Kreisstraße 7 in Wetterburg, eine Entlastung geschaffen werde.

"Nicht der große Wurf"

Im Hinblick auf die Belastungen für die Landwirtschaft durch die neue Trasse der L 3080 sagte van der Horst, dass es „ein Richtig oder Falsch“ in der Diskussion nicht gebe.

„Der große Wurf ist es nicht“, räumte Ortsvorsteher Frese ein. Schließlich gibt es laut Straßenplanern von Hessen Mobil für den gleichzeitigen Bau einer Umgehung zur Kreisstraße 7 wegen der negativen Auswirkungen auf Mensch und Natur kein Baurecht. Der war bekanntlich vor fünf Jahren von den städtischen Gremien beschlossen worden.

Belastung von Landwirten

Den „Schwarzen Peter“ bekämen die Landwirte zugeschoben, ist sich Ortsbeiratsmitglied Martin Brühmann mit seinen Berufskollegen einig und lehnt die Umgehungsstraße ab. Dabei werde die Ortsdurchfahrt der K 7 nicht ent- und die Wetterburger Straße in Bad Arolsen stärker belastet.

Landwirtschaftliche Flächen würden für den Bau der Ortsumgehung Wetterburg im Zuge der Landesstraße 3080 durchschnitten. Foto: Armin Haß

Das Problem der Verkehrsbelastung in Wetterburg müsse gelöst werden, räumte Ortsbeiratsmitglied und Landwirt Martin Brühmann ein. Dazu sollten das Aufbringen von Flüsterasphalt, die Einrichtung eines Nachtfahrverbots und Tempo geprüft werden, das ließe sich schnell verwirklichen. 

Regelungen nicht möglich

Dem widersprach Bürgermeister van der Horst. Die Rechtslage habe sich nicht verändert, daher erhöhe sich auch nicht die Wahrscheinlichkeit, solche einschränkenden Verkehrsregelungen genehmigt zu bekommen.

 „Leider ist es auch nicht möglich, durch Verkehrsregelungen ab Warburg den Schwerverkehr von Ostwestfalen auf die Bundesstraßen ins Kreisgebiet zu lenken“, ergänzte Ortsvorsteher Frese nach entsprechenden Vorstößen in der Vergangenheit. 

Flächen anbieten

„Es sind noch dicke Bretter zu bohren“, sagte Frese. Unter anderem sei zu klären, so van der Horst, wie der Lärmschutz für die Aussiedlerhöhe und deren Anbindung im Zuge von Bahnlinie und Umgehung ermöglicht werde. Zudem sei eine Flurbereinigung nötig, um die Verluste an landwirtschaftlichen Flächen auszugleichen, ergänzte Frese. Dazu müssten auch Areale der Domanialverwaltung herangezogen werden. 

Unterdessen zeichnet sich ab, dass sich die Stadt Bad Arolsen möglicherweise finanziell an der Umgehungsstraße beteiligen muss. Vor fünf Jahren war ein Kommunales Investitionsmodell zwischen dem Landkreis und dem Land vereinbart worden, wonach der Kreis das zunächst vorgesehene Kombinationsprojekt Umgehungsstraßen K 7 und L 3080 vorfinanziert und danach vom Land den Anteil für die Landesstraße zurückbekommt. 

Stadt stärker gefordert

Doch das Projekt, das wegen der Belastung durch die Logistikhallen Volkmarsen, anvisiert wurde, kann wegen der Bedenken gegen eine Trase durchs Arolser Holz zur Entlastung der K 7 nicht verwirklicht werden. Der Landkreis halte sich nun zurück, berichtete van der Horst nach neueren Gesprächen. Die Stadt müsse mehr vorfinanzieren.

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