Ausstellung im Museum in Schmillinghausen

Ovale Ostersymbole als Kunstwerk

Eier mit Verzierung in Kratztechnik.

Bad Arolsen - Schmillinghausen - Mit Beginn der Fastenzeit sind alljährlich fleißige Hände dabei, Eier zu schmücken und ihre kleinen Kunstwerke auf inzwischen unzähligen Ostereiermärkten zu präsentieren und feilzubieten.

In früheren Zeiten, besonders andauernd im ländlichen Raum, fanden die Vorbereitungen auf Ostern im häuslichen Kreis statt, wo in der Großfamilie die Großmütter, Mütter, Tanten und Kinder zusammensaßen, um nach altüberlieferten Vorbildern und Techniken Eier zu verzieren.

Je näher wir unserer Zeit kommen, verlieren die traditionellen Ostereier mehr und mehr ihre so besondere Bedeutung, und das Verzieren mit allen nur denkbaren Motiven und in verschiedensten Techniken durch Kreative, Künstler und Kunsthandwerker gewinnt an Zustimmung.

Um an manch Vergessenes zu erinnern und auf noch Bestehendes hinzuweisen, ist Anliegen des Museums für Frühlings- und Osterbrauch in Bad Arolsen-Schmillinghausen:

Bei der Betrachtung der Fasten- und Passionszeit, die dem Aschermittwoch folgt, sind Erklärungen dafür zu finden: warum der 1. Fastensonntag in Süddeutschland „Funkensonntag“ heißt oder in der Rhön an diesem Tag die „Hutzelfeuer“ brennen; warum der 4. Fastensonntag (Laetare) „Sonntag Jerusalem“, „Rosen-Sonntag“, „schwarzer Sonntag“, „Todaustreiben“, „Jungfernfastnacht“, „Sommersonntag“ oder „Hutzelsonntag“ heißt; welch praktischer Sinn hinter dem „Patengeschenk“ am 6. Fastensonntag - 2. Passionssonntag (Palmsonntag) - steht; was es am Gründonnerstag mit den „Antlaßeiern“ und dem „roten Ei“ auf sich hat; oder, warum „fliegen“ am Karfreitag „die Glocken nach Rom“.

Auch und speziell zu den Osterfeiertagen mit ihren vielen kirchlichen und weltlichen Bräuchen werden Fragen beantwortet und Erinnerungen wachgerufen.

Kurz gefasste Schrifttafeln geben Erklärungen zu dem Wort „Ostern“, dem „Zeitpunkt Ostern“ und zu den Eierbringern, die es vor dem Osterhasen gab.

Dem Ei ist ein großer Platz eingeräumt. Es selbst ist Symbol und kann als Osterei auch Symbol- und Segensträger sein. Zur Beschäftigung mit Farben, Zahlen und Zeichen bieten Schautafeln Gelegenheit zum besseren Verstehen der Symbolsprache und der Symbogramme altüberlieferter Muster auf Eiern, die für die österliche Weihe in der katholischen Kirche bereitet werden.

Eine Veränderung bzw. freiere Wahl der Motive beim Verzieren von Eiern ist erkennbar mit dem Aufkommen des Protestantismus, bei dem es keine Speisenweihe gibt.

Neben den vielen Oster-, Geschenk- und Schmuckeiern werden die zahlreichen religiösen und weltlichen Osterbräuche angesprochen: Die österlichen Mysterienspiele, das Osterlachen, die Osterfeuer, das Eiersuchen, die Osterspeisen, die Osterspiele, die Ostergrüße, der Osterspaziergang.

Die Geschichte des „Oster“-Eies hat ihren Anfang im 12. Jahrhundert mit der Einführung der „Benedictio Ovorum“ (Eierweihe), und von da an ist auch das Verzieren der Eier zu vermuten.

Bemerkenswert ist, dass schon aus vorchristlicher Zeit verzierte Eier (aus Grabbeigaben) bekannt sind. Und, sehr weit zurückblickend liegt der Gedanke nahe, dass die besondere „Verehrung“ des Eies in der Mythologie betreffender Völker begründet ist, wonach (in verschiedenen Versionen) die Schöpfung der Welt bzw. des Menschen vom Ei ausgegangen sein soll.

Ein Besuch des Museums für Frühlings- und Osterbrauch trägt zur Einstimmung auf das bevorstehende Osterfest bei.

Vom 16. März bis einschl. 1. April (auch am Karfreitag und an den Osterfeiertagen) geöffnet: Dienstag bis Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonntag und Feiertag 11 bis 18 Uhr. Eintritt: Erwachsene 1,50 Euro/Kinder 0,50 Euro.

Im Rahmen des Museums, jedoch nur vom 19. bis 24. März, werden wieder im kreativen Kreis schöne Ostereier und österlich Dekoratives gefertigt. (tw)

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