Bad Arolsen

Partnerstadt Hermann grüßt Bad Arolsen mit Arminius aus Bronze

Bad Arolsen, Hermann Missouri, Arminius, Varusschlacht, Bronzestatue

- Bad Arolsen (-es-). Nicht als Krieger, sondern als guten Freund, der den Gästen ein gefülltes Trinkhorn reicht, haben die Bewohner von Hermann in Missouri die Arminius-Statue anfertigen lassen, die den Stadtkern ziert.

Als Gruß aus der amerikanischen Partnerstadt überbrachte gestern Bernd Radeck als Vorsitzender des deutsch-amerikanischen Clubs eine gut 40 Zentimeter große Miniaturdarstellung des Hermanner Arminius an Bürgermeister Jürgen van der Horst. Der versprach, für den stolzen Bronzerecken einen würdigen Platz im Sitzungszimmer des Rathauses zu finden, wo jetzt schon Bronzestatuetten der römischen Götter Merkur und Victoria auf Museumspostamenten stehen. Das Original der Arminius-Statue von Hermann ist knapp drei Meter groß und wurde von einem Künstler in Salt Lake City auf Bestellung der Bürger von Hermann angefertigt. Die Nachfahren der deutschen Siedler aus dem Raum Detmold, die vor 170 Jahren das hügelige Gelände am Missouri-Fluss auf halbem Wege zwischen St. Louis und Kansas City für sich in Beschlag nahmen, sind immer noch sehr stolz auf ihre deutschen Wurzeln. Deshalb bemüht man sich in Hermann seit Jahrzehnten um eine Arminius-Statue. Möglich wurde das Projekt im Jubiläumsjahr 2000 Jahre Va-russchlacht, weil der betuchte Hermanner Bürger Dave Fagerness die nicht unerheblichen Kosten übernahm. Er ließ auch den Stadtpark von Hermann wieder herrichten. Zur Eröffnungsfeier Ende September war auch eine Abordnung aus Bad Arolsen ein-geladen. Die Grüße des Magistrates überbrachte Bernd Radeck vom deutsch-amerikanischen Club, der in Begleitung des Schulorchesters der Christian-Rauch-Schule mit dessen Leiter Rainer W. Böttcher in die Partnerstadt gereist war. Die CRS-Schüler spielten bei vier Gelegenheiten vor insgesamt 2000 Zuhörern in Hermann auf und waren die „besten Botschafter, die man sich wünschen kann“, schwärmte Radeck beim Bürgermeister. Mit Musik gelinge es immer sehr schnell, die Herzen der Menschen zu erreichen. Zum Schmunzeln war noch die Geschichte, wie die Statue nach Bad Arolsen gekommen ist: Weil die gut 10 Kilo schwere Bronzestatue nicht ganz einfach im Handgepäck zu transportieren ist, haben die Gastgeber in Hermann die Statue per Post geschickt. Dabei wurde aber die vorgeschriebene Zollinhaltserklärung falsch ausgefüllt. So staunte Bernd Radeck nicht schlecht, als er plötzlich 250 Euro für das Geschenk entrichten sollte. Die Beamten beim Hauptzollamt in Kassel waren aber so nett, sich mit einer Bescheinigung aus den USA überzeugen zu lassen, dass die Statue aus der Partnerschaft nur einen ideellen Wert darstellt und keinen Handelswert besitzt. So durfte Arminius alias Hermann schließlich zollfrei in die Europäische Union einreisen.

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